Archiv für die Kategorie ‘Wetter/Fahrrad/Alltägliches’

Andere Probleme als die Frage wer Bundeshorst wird

… waren bei mir am heutigen Tag auf der Agenda. Abgesehen davon, dass pünktlich zum Start der Tour durch verschiedene Projekte im Friedrichshain mein Vorderrad den Geist aufgab (morgen ist es zum Glück repariert), hatte ich den Eindruck, dass die Frage wer den Posten des Bundespräsidenten bekommt, die Menschen im Lande nicht wirklich bewegt.

Doch fangen wir einmal damit an. Der Posten des Bundespräsidenten ist eigentlich überflüssig, aber auch darauf kommt es im Moment ja nicht an. Nun hat die Union einen Niedersachsen vorgeschlagen und SPD und Grüne Joachim Gauck. Schade, kann ich da nur sagen, denn ich hätte es gern gesehen, wenn SPD, Grüne und LINKE einen gemeinsamen Kandidaten gefunden hätten. Der Kollege Volker Beck hat nun getwittert, Joachim Gauck sei ein Angebot an Konservative und FDP. Bitte, Herr Beck übernehmen sie und suchen dort Mehrheiten. Warum Gauck aus meiner Sicht nicht geht? Ich habe allerhöchsten Respekt und Hochachtung vor seiner Haltung in der DDR. Diese war kein Rechtsstaat, was ich mehrfach erwähnt habe. Aber wer eine Prager Erklärung unterschreibt, in der ein Europäischer Gedenktag für die Opfer das Stalinismus und des Nationalsozialismus (in einem Atemzug!!!) fordert, ist für mich nicht wählbar. Ich bin vielleicht keine Kommunistin, aber ich habe etwas gegen vereinfachenden und verdummenden Antikommunismus.

Doch sei es drum, viel spannender als diese Debatten waren die Besuche bei Projekten und Initiativen im Friedrichshain.

Zuerst ging es zu integral, in die Werkstatt für Menschen mit Behinderungen. Aus dem Umfeld des Neuen Forums entstanden wurde bereits 1991 die erste Freizeit- und Begegnungsstätte für Menschen mit Behinderungen geschaffen und seit 1993 gibt es die Werkstatt. Schnell kam auch das Thema DDR und Umgang mit Menschen mit Behinderungen zur Sprache. Mein Eindruck wurde bestätigt. Menschen mit Behinderungen waren in der DDR fast nicht öffentlich sichtbar. Vielleicht war Berlin noch eine Ausnahme, im Regelfall jedoch wurden Menschen mit Behinderungen meist in kirchlichen Einrichtungen isoliert. Eine Schande für eine Gesellschaft, die sich selbst humanistisch nennt.  Interessant auch, dass das Wort “barrierefrei” zwar schnell über die Lippen kommt, in der Umsetzung aber nicht ganz problemlos ist. Während für Menschen im Rollstuhl das Absenken von Bordsteinen wichtig ist, wirft dies für Menschen mit Sehbehinderungen oder blinde Menschen durchaus Probleme auf. Und die Idee der Inklusion ist richtig und wichtig – nur ohne die nötigen materiellen Voraussetzungen läuft die Idee leer.

Danach ging es zum Projekt Afrikaherz, welches sich insbesondere der Prävention von HIV und AIDS widmet. Das Projekt, welches über den Paritätischen Wohlfahrtsverband durch den Senat gefördert wird, leistet ganz praktische Hilfe (Begleitung, Beratung) und ganz drastisch fällt hier auf, was die dringend abzuschaffende Residenzpflicht bedeutet.  Eine junge afrikanische Frau lebt in Frankfurt und ist Hochschwanger, der Lebensgefährte und Vater lebt in Berlin. Sie würde gern in Berlin entbinden – doch um dorthin zu kommen braucht sie eine Erlaubnis. Ich hoffe hier kann es durch rot-rot in Berlin und Brandenburg mindestens eine Lockerung geben.

Von dort ging es zum Kinder- und Familienzentrum “Das Haus”, welches bereits seit 1992 Angebot für Kinder und seit 2008 auch für Familien unterbreitet. Das Angebot ist vielfältig und die vielen unterschiedlichen Kreativ-Räume ließen erahnen, welche Betriebsamkeit am Nachmittag dort herrscht. Auch hier spielte die große Politik eine Rolle, nämlich bei der Frage wie das Elterngeld genutzt wird und das erhebliche Probleme bestehen, wenn das Elterngeld ausläuft. Es gibt zu wenig Kita-Plätze und leicht kommt man (ich benutze mal bewusst die männliche Schreibweise :-) ) in die Situation wo sich alles nur im Kreis bewegt. Job nur wenn es einen Kita-Platz gibt, Kita-Platz nur wenn es einen Job gibt. Auch das gegliederte Schulsystem spielte mit seinen negativen Auswirkungen eine Rolle. Das Haus bietet in der 6. Klasse sog. Abschiedsprojekte an. Häufig werden nämlich in der 6. Klasse Freundschaften auf die Probe gestellt, weil die Kinder sich gegenseitig vorhalten, wer auf welche Schule gehen darf….  Und das Thema Bürokratie kam zur Sprache, neue Förderanträge usw. Mir scheint, hier wird ein grundsätzliches Thema angesprochen, welches bei aller Projektförderung auftritt (Entwicklungszusammenarbeit, Jugend, Soziales, Sport). Die großen Träger”konzerne” sind besser informiert, sie haben genügend Mitarbeiter und Verbindungen und bekommen deshalb immer das größte Stück vom Kuchen ab, die kleineren Projekte müssen immer einmal mehr kämpfen als andere um auch an Fördermöglichkeiten zu kommen.

Auf dem Weg Richtung Warschauer Straße ging es dann zur Tagespflege der Volkssolidarität an der Ecke Warschauer Str./Grünberger Str. Hier wurde die Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt gelobt und berichtet, dass seit 1994 mit ca. 18 Plätzen (das schwankt immer ein wenig) die Betreuung von v.a. älteren Menschen übernommen wird. In der Zeit von 7.00-18.00 Uhr werden hier Therapien, Beschäftigung und die Begleitung zu Arztbesuchen angeboten. Das Thema Rentenangleichung Ost und West wurde hier angeschnitten, ebenso die Frage weshalb es unterschiedliche Bezahlungen für die gleichen Jobs gibt.

Von dort ging es zum Stadteilbüro Friedrichshain zur Betroffenenvertretung Warschauer Straße.  Die Betroffenenvertretung gibt es seit 1994, sie arbeitet vor allem im Bereich Stadtentwicklung und Bürgerbeteiligung. Ihr Ziel ist es vor allem die verschiedenen Initiativen zu vernetzen. Heftig kritisiert wurde hier die ständige Abschmelzung der Mittel für Bürgerbeteiligung, von einstmals 60.000 EUR auf nunmehr 13.200 EUR. Nächstes Jahr läuft die Förderung für das Sanierungsgebiet aus und dann fallen auch die Mittel für die Miete des Stadteilbüros weg. Erinnert wurde daran, dass Bürgermeister Schulz seit Anfang des Jahres einen Vorschlag zur Verteilung der Mittel für Bürgerbeteiligung und für Bürgerbeteiligung an sich machen wollte – bis heute liegt aber nichts vor. Das Bezirksamt wurde kritisiert, es nutzt das Stadteilbüro nicht wirklich für Informationen. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen müssen sich schon selbst um Informationen kümmern, was so nicht gedacht war. Das Stadteilbüro Friedrichshain ist im übrigen direkt von der vorläufigen Haushaltswirtschaft betroffen und findet das gar nicht lustig. Alles was derzeit im Rahmen der Bürgerbeteiligung läuft sei pure Selbstausbeutung, so wurde eine große Veranstaltung im Januar quasi erst mal aus eigener Tasche bezahlt.

Den Abschluss der Projektetour bildete ein Besuch beim RAW Tempel. Besucht hatte ich das Objekt ja schon häufiger, jetzt blieb Zeit für die Information über neuste Entwicklungen. Der RAW Tempfel benötigt vor allem Spenden und Fördermittel um die geplante Sanierung der genutzten vier Häuser voranzutreiben. Hier wurde ich auf eine Studie aufmerksam gemacht, die ich dann bei Gelegenheit auch mal lesen werde.Vom RAW Tempel habe ich auch jede Menge anderer Hausaufgaben mitbekommen und um diese jetzt zumindest aufzuschreiben und dann am Montag oder Dienstag anzugehen, höre ich jetzt mit dem Schreiben hier und heute auf.

Keine Schokotörtchen und Anarchie ;-) im Rechtsausschuss

Zur Aufrechterhaltung meiner Lebensfähigkeit ;-) gehört das Verspeisen von Schokolade. Auf den vielen Wegen zwischen Büor und Plenum komme ich bei einem Bäckereigeschäft vorbei. Mit Vorliebe kaufe ich dort Schokotörtchen.  Doch heute war irgendwie alles anders :-( .

Auf dem Weg vom Plenum zum Büro kehrte ich beim Bäcker ein. Doch es gab keine Schokotörtchen. Auf meine Frage, was denn mit den Schokotörtchen sei wurde mir erklärt, dass es in der Sommersaison Schokotörtchen nicht geben werde. Das finde ich nun ist zuviel der Strafe (wofür auch immer), denn der Sommer ist weit und breit nicht zu sehen und jetzt muss ich auch noch auf die Schokotörtchen verzichten. Ich bin schwer entrüstet.

Doch diese Entrüstung kann noch getoppt werden. Zu ungewöhnlicher Stunde fand nämlich heut der Rechtsausschuss statt. Der sonst ausßerordentlich pünktliche Ausschussvorsitzende war nicht da und auch sein Stellvertreter war nicht anwesend. Nach circa einer viertel Stunden griffen die Abgeordneten zur Selbstorganisation und entschieden kurzfristig dass die rechtspolitische Sprecherin der stärksten Fraktion, Frau Voßhoff, die Sitzungsleitung übernehmen soll. Und so geschah es dann auch.

Doch der Aufregungsfaktor war für heute immer noch nicht aufgebraucht. Irgendwann kam es zu dem Tagesordnungspunkt, wo es um den Vorschlag der Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates zur Bekämpfung des sexuellen Missbrauchs und der sexuellen Ausbeutung von Kindern sowie der Kinderpornografie und zur Aufhebung des Rahmenbeschlusses 2004/68/JI des Rates -KOM-Nr. (2010)94. Dieser Vorschlag einer Richtlinie enthält in Punkt 13 den Vorschlag, Internetseiten die Kinderpornografie enthalten oderverbreiten zu sperren. Die Grünen hatten hierzu einen Antrag auf sog. Subsidaritätsprüfung im Ausschuss gestellt. Subsidaritätsprüfung meint, dass bezweifelt wird, dass  EU zuständig ist. Eine solche Subsidaritätsprüfung muss aber binnen einer bestimmten Frist beschlossen werden. Wäre also der Antrag der Grünen beschlossen worden, hätte Deutschland Zweifel an der Zuständigkeit der EU angemeldet. Das ändert zwar erst mal nichts, wäre aber ein Signal gewesen.  Richtig etwas geändert hätte sich nur, wenn 1/4 der Mitgliedesländer -also 7 Länder- eine Subsidaritätsbeschwerde einreichen würden  (Die Reduzierung von 1/3 auf 1/4 steht übrigens im Lissabon-Vertrag).  Mit satter Koalitionsmehrheit und gegen alle Stimmen der Oppositionsfraktionen wurde aber dieser Tagesordnungspunkt vertagt und damit ist es nicht mehr möglich die Subsidaritätsbeschwerde einzureichen.

Doch auch das war noch nicht der Gipfel. Es ging weiter mit dem Gesetz zur Übernahme von Gewährleistungen im Rahmen eines europäischen Stabilisierungsmechanismus (Drs. 17/1685). Und da wurde es dann völlig absurd. Aus diversen Nachfragen ergab sich, dass nicht klar ist welches Recht auf die in § 1 Abs. 1 zu errichtende Zweckgesellschaft anzuwenden ist und warum und ebenso war nicht klar wie die Zweckgesellschaft funktionieren soll (beispielsweise nach welchem Modus dort abgestimmt wird). Auch die Regelung in § 1 Abs. 4 war nocht nicht klar, es wurde deutlich gemacht, dass weiter debattiert wird, ob und wenn ja wie die Formulierung sein soll. Trotz allem fanden lange Reden statt – Schaufensterreden, denn irgendwie war allen vorher klar, wie sie abstimmen würden.  Und tatsächlich wurde am Ende des Tagesordnungspunktes ein Votum pro Gesetzesentwurf ausgesprochen – trotz all der Unklarheiten. Das ist für mich unseriöse und zieht mir die Schuhe aus.

Nun bin ich mal gespannt, was die Sonderfraktionssitzung jetzt gleich zur Frage Doppelspitze bringt. Ich werde aus den Gründen die ich bereits im Oktober vergangenen Jahres vorgetragen habe gegen eine Doppelspitze stimmen. Eine Doppelspitz bedeutet nämlich von vornherein die Beschränkung auf Machtteilung – in diesem Fall mit Männern. Warum sind Frauen so bescheiden und fordern nicht das ein, was Männer als Selbstverständlich ansehen – die Einnahem von Führungspositionen. Auf dem Parteitag habe ich für eine Doppelspitze gestimmt, weil ich mich dem Mitgliedervotum verpflichtet fühlte.

Und jetzt begebe ich mich mal schnell noch auf die Suche – ich hatte heute noch keine Schokolade :-)

Schöner das Bürgerbüro

… mach mit. Dies war das Motto des heutigen Tages. Nach einem Großeinkauf um den Kühlschrank wieder aufzufüllen und bevor es an den Laptop geht um ein wenig juristisch zu arbeiten, war heute mein handwerkliches (Un)Vermögen gefragt.

Viele fleißige Helfer/innen haben schon an zwei Samstagen dafür gesorgt, dass das Bürgerbüro ab dem 8. März Besucher/innen empfangen kann. Heute war der letzte Arbeitseinsatz und ich wollte wenigstens kurz mit Hand anlegen. So durfte ich einen kleinen Teil der Bürowand streichen.

Wahlkreisbüro renovieren
Morgen ist dann wieder frei. D.h. es wird gejoggt und gelesen und die anstehende Bezirksvorstandsklausur vorbereitet.

Wenigstens ist das Wetter jetzt wieder so, dass die Straßen frei sind und ich endlich wieder Fahrrad fahren kann. Da ist frau doch gleich wieder gern in der Stadt unterwegs :-)

Was lange währt

… endlich wird gut. So lautet eine Volksweisheit und manchmal scheint sie sogar zu stimmen.

Nachdem die Sporthanteln endlich eingetroffen sind, Hanteln

konnte der Sonntag nach dem Joggen für das Hanteltraining genutzt werden :-) .  Ob der langen Zwangspause wird das vermutlich einen richtig ordentlichen Muskelkater geben, aber den trainiere ich dann einfach weg :-) .

Fast noch mühsamer als das Hanteltraining war allerdings der Jogging-Praxistest auf den Fussgängerwegen von Kreuzberg. Irgendwie ging es, aber eben auch nur irgendwie.  Ich weiß ja nicht, ob ich wenn der nächste harte Winter kommt noch lebe oder in der Lage bin zu joggen, aber die Erfinder/innen in der Sportschuhindustrie wären gut beraten Laufschuhe zu entwickeln, mit denen auch auf Eis gelaufen werden kann. Ich jedenfalls würde sofort ein paar Schuhe dieser Art nehmen. :-)

Doch nicht nur die Hanteln und das Joggen haben lange auf sich warten lassen (müssen), auch die Suche nach einem Wahlkreisbüro hat etwas gedauert. Doch nun ist es gefunden und die ersten Arbeiten zur Herrichtung des Wahlkreisbüros sind angelaufen. Zunächst musste eine Mauer Wand eingezogen werden, damit es auch ein abtrennbares Büro gibt.

Wand befestigen

Um meine handwerklichen Fähigkeiten wissend ;-) wurden der Subbotnik (für Wessis: Arbeitseinsatz) so gelegt, dass ich auf gar keinen Fall Hand anlegen konnte.  Das ist dann wohl auch besser so für die Wand und die Besucher/innen :-) , meine Wand nämlich hätte vermutlich  so ungefähr 24 Stunden gestanden.  An dieser Stelle schon mal ein ganz herzliches Dankeschön an die helfenden Freunde/innen: Frank, Julia, Joe, Janni, Maik, Katja, Dirk, Dana, Rita, Sebastian, Mark, Martin, Timo … (und jetzt hoffe ich, ich habe niemanden vergessen).

[update]: Sorry, Kathy, dich hatte ich vergessen….Danke an die Kommentatorinnen.

Tag der Überraschungen

Nein, es folgt jetzt kein weiterer Beitrag über innerparteiliches Zeug. Auch eigentlich kein richtig politischer Beitrag. Eher wird es wohl ein Beitrag unter der Überschrift, dass die Tage doch anders verlaufen als geplant und vieles an Überraschungen bieten.

Geplant war heute ein Kinosbesuch. Mit Freunden wollte ich mir “Avatar” ansehen. 3D-Kino hört sich spannend an und wäre eine wirkliche Premiere gewesen. (Ja, ja und mein Mitbewohner schwärmt mir jetzt auch noch vor wie toll es war :-( ). Doch am Nachmittag ereilte mich ein Anruf meiner Büroleiterin und meines BVV-Fraktionsvorsitzenden. Die saßen in Afrika fest – ohne Geld. Offensichtlich scheint es nicht nur hier mit EC-Karten Probleme zu geben. Und irgendwas funktionierte auch mit dem Geldtausch nicht (auf die Geschichte im Detail bin ich dann mal gespannt, wenn sie mir nach der Rückkehr erzählt wird). Was tun? Glücklicherweise kennt meine Büroleiterin viele Leute, die Leute kennen, die wiederum Leute kennen.  Irgendwie -nachdem ich versuchte im Hotel jemanden zu erreichen, mir schon überlegt hatte wie ich am günstigsten Geld nach Afrika überweise, ob es sinnvoll ist mit der Botschaft zu telefonieren – erreichten wir eine Freundin, einer Freundin die wiederum gute Bekannte in Afrika hat. Es gelang uns irgendwie zu organisieren, dass der Bekannte der Freundin, der Freundin meiner Büroleiterin Geld übergibt. Die Freundin, der Freundin wiederum fliegt -wie der Zufall es nun mal so will- in ebenjene Stadt, wo meine Büroleiterin gerade ist. Ich konnte also Geld holen und der Freundin der Freundin bringen. Das alles hat allerdings soviel Zeit gekostet, dass der Kino-Besuch ausfallen musste. (By the way: Wenn es jemanden in Berlin gibt, der das mit dem 3D-Kinofilm nachholen möchte, ich schließe mich gern an :-) ).

Doch damit der Überraschungen und jähen Wendungen  nicht genug. Auf dem WG-Küchentisch lag, als ich nach Hause kam, ein großer Briefumschlag. Darin war der Mietvertrag für mein Wahlkreisbüro. Trotz Feierabend habe ich ihn unterschrieben. Jetzt muss noch ein wenig eingerichtet werden, aber ich bin ganz zuversichtlich, dass noch im ersten Quartal die Eröffnung stattfindet:  Am Mehringplatz, direkt am U-Bhf. Hallesches Tor.

Über den heutigen Tag

… wollte ich eigentlich gar nichts schreiben, weil es über das Verteilen von Info-Material nicht wirklich etwas spannendes zu schreiben gibt.

Aber am Ende des Tages hatte ich dann eine wirklich interessante Erfahrung. Ich war nämlich bei Trueman TV und das war wirklich witzig. Nicht nur das Experiment Internet-Live-Stream, sondern auch weil es ja die Möglichkeit für Zuschauerfragen gab. Zwei Stunden waren nötig um den Wahl-o-Mat zu befragen und über die Thesen zu diskutieren. Am Ende kam LINKE bei raus :-) . Jetzt fahren die Jungs zu Ströbele, mal sehen, was da am Ende bei rauskommt.

So nebenbei habe ich dann noch die Fahrradtour für Morgen geplant. Wir werden mit einer kleinen Truppe vom Roten Laden durch den Wahlkreis zur Abschlusskundgebung der LINKEN fahren.  Das wird bestimmt sehr lustig, wenn ich mir die Strecke ansehe :-)

Fahrradroute

Jetzt geht es aber schnell ins Bett, weil ich morgen früh um 7.00 Uhr live bei Radio Energy bin.

Etwas ungewöhnlich

… begann der heutige Wahlkampftag. Warum auch immer hatte ich meinen Wecker auf 7.00 Uhr gestellt und nicht auf 6.00 Uhr. Um 7.00 Uhr wollte ich aber schon auf der Warschauer Brücke sein um zu verteilen. Glücklicherweise habe ich eine innere Uhr und wurde von selbst wenigstens so früh wach, dass ich es noch (fast) pünktlich auf die Warschauer Brücke schaffte und dort mit vielen fleißigen Helfer/innen Material verteilen konnte.  Bereits an dieser Stelle schon ein herzliches Dankeschön an all die fleißigen Helfer/innen im Wahlkampf.

Das ich nur fast pünktlich war lag an der zweiten Überraschung des Tages. platt

Glücklicherweise wohne ich strategisch so günstig, dass ich flinken Fusses die Warschauer Brücke erreichen konnte und kurz vor der letzten Veranstaltung im OSZ auch noch im Fahrradladen vorbeigehen konnte.

Zum OSZ ging es dann diesmal mit dem Motorroller wo diesmal Herr Steuer die CDU vertrat. Und auch der hatte eine Überraschung parat, nämlich die These das möglicherweise sich die Schweinegrippe ausbreiten könne, weil es auf dem Schulclo kein Toilettenpapier gibt.  Das brachte immerhin noch einige Lacher, schwieriger wurde es, als er vom “faktischen Mindestlohn” Hartz IV sprach, unter den Kosten der Unterkunft und den Regelsatzleistungen würde ja heute kein/r mehr arbeiten.  Es würde nun mal aber immer Arbeitsplätze geben, die unterhalb des Mindestlohnes liegen,  wie zum Beispiel wenn man die Parkautomaten wieder durch Menschen ersetzen würde.

Hartz IV zog sich weiter durch die Veranstaltung. Mehrere Auszubildende berichteten, dass sie überlegt hätten ihre Ausbildung abzubrechen, weil sie weniger Geld bekommen würden, als Menschen die von Hartz IV leben. Ströbele und ich verteidigten dennoch tapfer die Notwendigkeit einer Erhöhung des Regelsatzes, u.a. deshalb weil ein menschenwürdiges Leben vom Regelsatz nicht möglich ist. Davon kann man/frau sich nicht gesund ernähren, ist in der Mobilität eingeschränkt, kann sich Kultur kaum leisten und Sport wohl auch nicht. Björn Böhning sah hingegen Schwierigkeiten den Regelsatz zu erhöhen. Ich argumentierte noch damit, dass wir ja schließlich für den gesetzlichen Mindestlohn sind und auch deshalb das Argument nicht richtig ziehe und es darüber hinaus für mich schwer verständlich sei, weswegen Geringverdiener/innen sich in Konkurrenz zu Hartz IV-Empfangenden setzen und sich beide niederkonkurrieren. Entscheidend sei doch diejenigen in Verantwortung zu nehmen, die tatsächlich über viel Geld verfügen.  Bei der Gelegenheit: DIE LINKE sagt, sie will den ersten Euro nach einem Privatvermögen von 1 Mio. EUR mit 5% besteuern um die Kosten der Krise zu meistern. Die Grünen erklären, sie seien für eine Abgabe auf hohe Vermögen. Mir ist aber im Wahlkampf noch nicht erklärt worden, wo für die Grünen “Großes Vermögen” beginnt und wie hoch die Abgabe denn sein soll.

Nachdem ich das Fahrrad wieder abgeholt habe, welches jetzt “unplattbar” hat, fuhr ich noch zum Infostand in die Ostseestraße, also in den Prenzlauer Berger teil des Wahlkreises. Danach ging es zum Ostkreuz, wo ich überraschend auf meinen grünen Gegenkandidaten traf. Während ich Werbung für DIE LINKE machte, verteilte  er allein seine Personenfolder. Jetzt geht es noch zum DGB.

Morgen wird es dann vor allem am Abend lustig.Vielleicht sieht man/frau sich ja, ich werde zwischen 23.00 Uhr und 0.30 Uhr auflegen.

halinaspieltscheibe

Dieser Tag

begann mal so richtig Sche***, obwohl er noch keine halbe Stunde alt war.  Als ich von den Geburtstagsfeiern ob des Regens schon klitschnass zurückkam und  den Hausflur betrat wusste ich es stimmt etwas nicht. Ich hatte mein Fahrrad am Nachmittag ausnahmsweise mal an die linke Flurwand gestellt und nicht an die rechte, weil die besetzt war. Das Fahrrad habe ich letzten Samstag neu gekauft und es war mir schon richtig ans Herz gewachsen.  Doch da stand kein Fahrrad. Außer dem üblichen weißen Rad stand weder mein Rad da noch das auf der linken Seite.  Da die Hoffnung bekanntlich zuletzt stirbt, bin ich in den Keller gegangen. Kann ja sein, dass es jemanden gestört hat und er/sie die Räder in den Kellervorraum gestellt hat. Nichts. Trotz Regen bin ich dann raus – vielleicht hat ja jemand das Rad rausgestellt und nass war ich eh. Aber weder beim Vorderausgang noch beim Hinterausgang war ein Spur des Rades zu sehen. Boh, hatte ich “gute Stimmung”.

Wenigstens konnte ich am Morgen online eine Strafanzeige stellen, so dass mir der Gang zum örtlichen Polizeirevier erspart blieb. Die Stimmung allerdings war immer noch ausgesprochen schlecht. Aber ich hatte ja 1,5 Stunden Zeit mich darauf einzustellen,  wieder Wahlkampf zu machen und freundlich zu sein.  Ohne Fahrrad fast unmöglich. Also entschied ich mich meinen Kontostand zu ignorieren, zu hoffen, dass die Versicherung recht schnell den Schaden reguliert und den Wert des Fahrrads ersetzt und bin mir ein neues Fahrrad kaufen gegangen.  Auf mein Konto werde ich jetzt bis zum 27.09. nicht sehen, sonst bekomme ich vermutlich einen Herzinfarkt.

Mit einiger Verspätung ging es zm Behindertensportfest der AWO. Dort infomierte ich mich ein wenig über das Sportangebot und testete ein ganz anderes Modell von Fahrrad.

ganz besonderes Fahrrad

Zumindest für all jene die für das Skifahren trainieren wollen, ist das sehr gelungen, denn auch hier lenkt man/frau mit Gewichtsverlagerung. Danach ging es zur Riesengroßen Anti-Atom-Demo.  Schnell fand ich den Block der Linken und reihte mich ein.  Kräftig strampelnd ging es danach zum Weltfest auf dem Boxhagener Platz. Neben den ganz normalen Standaktivitäten bildete ich dort beim Nachhaltigkeitsquiz mit Björn Böhning ein Team und schlug das Team Ströbele/Hauke mit 5:4 um dann durch zwei Bonuspunkte des Publikums für die Performance am Ende  doch nur zweite zu werden. Spaß hat es trotzdem gemacht.

Zu Hause angekommen stellte sich die Frage, wohin mit dem Fahrrad. Aus Schaden klug werdend hat es jetzt seinen Platz in der Küche gefunden. Nun geht es noch eine kleine Runde joggen und dann wird der Fernseher genutzt – zum Fussball gucken.

Morgen geht es dann wieder auf in den Wahlkampf.

Extra Dusche

Der heutige Tag war, ebenso wie der morgige Tag sein wird. Fahrradfahren und Material verteilen. Heute war ich am Ringcenter und am Görlitzer Bahnhof. Der Wettergott lies es am morgen heftig prasseln, aber bis zum Ringcenter sind wir noch gekommen. Zum Glück gibt es ja dort die S-Bahn die über die Frankfurter Alle fährt und somt Regenschutz. Dieser war auch bitter nötig, denn es hörte gar nicht auf zu prasseln. Zwischendurch habe ich noch mit M***markt telefoniert, weil ja der Fernseher immer noch kaputt ist. Nach dem Angebot den Fernseher zu reparieren ohne allerdings ein Ersatzgerät zur Verfügung stellen zu können (das Ding ist ein wenig älter als ein halbes Jahr und zum dritten Mal gibt es Probleme mit der Fernbedienung) lies sich die Firma G***** dann wohl doch erweichen und kündigte an, das Gerät auszutauschen.

Auch auf dem Weg zurück zur Mittagspause regnete es fleißig weiter. Einen Autofahrer machte dies oder die Tasche “Hier kommt die LINKE” offensichtlich aggressiv.  Er meinte jedenfalls unbedingt ganz dich am Fahrradweg mit vollem Tempo durch eine Pfütze fahren zu müssen und verpasste mir so eine Extra Dusche.  Das bringt dann so richtig gute Laune :-( .

Am Abend gab es dann noch eine Diskussion mit meinen Direktkandidaten/innen-Kollegen in der Zwinglikirche. Vielleicht soviel: Die FDP will Steuern senken und davon dann statt einem Mindestlohn ein Mindesteinkommen zahlen. Frau Lengsfeld meint, wer über rechte Gewalt redet und die linke dabei nicht nennt sei “defizitär” und Hans-Christian Ströbele erkärte selbstkritisch, dass er sich in den 90iger Jahren nicht für den Umbau des Spreeraums interessiert hätte.

Ach so:  Herr Althaus ist zurückgetreten. Wenn die SPD jetzt aber meint, damit sei eines ihrer Probleme gelöst, täuscht sie sich. Denn wenn sie in eine Koalition mit der CDU geht, bricht sie trotzdem Wahlversprechen. Mit der CDU kann sie nämlich schlecht umsetzen, was sie plakatiert hat.

Am Ende des heutige Tages will ich noch auf diese Aktion hinweisen, die auch wir morgen im Wahlkreis unterstützen werden.

Ein ganz normal verrückter Tag

… geht nun zu Ende und ich werde gleich noch ein wenig in einem “ganz normalen” Buch lesen.

Eigentlich fing der Tag auch wirklich ganz normal an. Gemeinsam mit Genossen/innen haben wir die Teilnahme der LINKEN an der Demonstration “Freiheit statt Angst” am 12. September vorbereitet.

Danach radelte ich in den Roten Laden, wie die Geschäftsstelle der LINKEN in Friedrichshain-Kreuzberg auch liebevoll genannt wird. Dort angekommen wollte ich meiner Sucht nachgehen und eine Zigarette rauchen.  Zu diesem Zeitpunkt war ich allein.   Wir sind natürlich totol Nichtraucherschutzfreundlich, auch wenn solche Schilder (noch) nicht ;-) hängen.

Nichtraucherschutz

Also ging ich vor die Tür.  Noch beim zuziehen der Tür gab es einen kurzen Gedankenblitz:  “Hauptsache du kommst auch wieder rein, solltest du nicht lieber den Schlüssel mitnehmen. ” Bums, die Tür war zu und ging -selbstverständlich :-) - nicht mehr auf. So saß ich also vor der Tür und dachte mir: schöne Sche*** der ganze Zeitplan in Ar*** und Du musst auch noch andere Leute belästigen.  Zum Glück hatte ich das Handy dabei und konnte Hilfe rufen. Und ganz nebenbei noch ein wenig in der Sonne sitzen.

Als ich dann wieder im Laden war hatte ich Besuch von einer Bürger/in die insbesondere an den Positionen der LINKEN zur Rente interessiert war und konnte in aller Ruhe meine zwei Sitzungen vorbereiten.  Danach allerdings gab es dann noch etwas handfestes: Löcher in Plakate stechen, schließlich geht es dann mit dem Kabelbinder und dem Hängen der Plakate viel schneller. Durch sind wir noch lange nicht, aber morgen ist ja auch noch ein Tag um Löcher zu stechen.

Gute Nacht.