Ab wieviel Menschenleben spricht man von Tragödie?

… Diese Frage stelle ich mir -leicht Kopfschüttelnd- seit gestern. Da sind die Medien jeglicher Art voll mit Meldungen über ein Bootsunglück vor Malta, das 70 Flüchtlinge das Leben kostetet.

Hören kann man das hier:

und

hier und hier kann man es nachlesen.

Endlich wird auf das Drama aufmerksam gemacht, welches sich für viele Menschen abspielt. Von skrupellosen Geschäftemachern missbraucht, durch ein unmenschliches europäisches Grenzregime defacto jeglicher Möglichkeit beraubt legal nach Europa zu kommen, passieren solche Tragödien insbesondere in den Sommermonaten fast täglich. Wer sehen will kann sehen, wer wissen will kann wissen. Es reicht Malta Independent oder Times of Malta zu lesen.

Doch bislang hat die restliche europäische Welt die Tragödie vor Malta nicht interessiert, es hat nicht interessiert, dass schwangere Frauen gestorben sind. Eine Tragödie wird es offensichtlich erst, wenn mehr als 70 Todesopfer zu beklagen sind. Wie absurd!

Statt jetzt auf einmal erstaunt zu sein, sollte genauer hingesehen werden, welcher Umgang mit Flüchtlingen in Europa herrscht. Offene Grenzen für Menschen in Not – eine nach wie vor richtige Forderung.

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