All die aufgeführten Gründe

… die für eine Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs, hier insbesondere des Busses sprechen sind richtig. Ich weiß das aus eigener Erfahrung.

Fahrzeug_für_Touristen

[Bus für Touristen, nich für den üblichen Verkehr]

Der Bus ist häufig überfüllt und zum Haltewunsch anzeigen zieht man/frau an einer Leine. Aber -und das kommt hier leider nicht vor- die Alternative ist nicht die Privatisierung, wie sie leider auch in diesem Fall angedacht ist. Die Alternative ist eine verbesserte öffentliche Daseinsvorsorge, sonst passiert es, dass abgelegene Gegenden überhaupt nicht mehr angefahren werden, weil sie sich nicht rechnen. Und dann ärgert sich der/die Tourist/in auch – und zwar mehr als über die heutigen Zustände.

Gentrification und andere Überraschungen

So ist vielleicht am besten der gestrige Tag zusammenzufassen. Auf dem Weg zu meinem ruhigen Strandplätzchen aus dem Jahr 2006 entdeckte ich, dass aus diesem ein Beach Club geworden ist.

beach-club

Zugang für Studenten/innen kostenlos, aber für die Bevölkerung Maltas eben nicht. Im Beach Club wechselte dann dankenswerter Weise die Musik schnell von Techno zu HipHop, so dass ich verweilen konnte. Ich traute meinen Augen nicht, als ein Schiff der Deutschen Marine vorbeifuhr – FRONTEX ganz praktisch.

Sehr zu empfehlen ist übrigens mein Abendmahl von gestern, ein Maltesischer Salat.

Maltesischer Salat

Die Überraschungen gingen weiter: Als Hausaufgabe steht an eine  Bewerbung für die nächsten Olympischen Spiele zu schreiben, das Thema hatte ich doch schon hier. Die Unterrichtsstunde bestand darin „normale Sätze“ in Sätez umzuwandeln, die ein Dritter spricht – reported speech.

Jetzt aber ab an den Pool, Hausaufgaben machen und relaxen.

Große Pläne

… wurden geschmiedet. Nach der gestringen Ankunft ging es schon fast traditionell nach Mdina um dort Kuchen zu Essen und die Weltlage zu erörtern, Schwerpunkt diesmal war Fussball.

Doch schon beim Spazierengehen durch Rabat und später in Valletta wurde weiter am Plan gearbeitet, wie die Olympischen Spiele nach Malta kommen können ;-).

Der Plan nimmt langsam Form an. Zur Eröffnungsfeier werden die einzelnen Ländern mit Booten von Three Cities nach Valletta gefahren,  die Medaillenvergabe erfolgt auf einem großen Platz in Floriana und hinter dem National Stadium kann das Speerwerfen stattfinden. Offen ist lediglich noch, wo  Diskuswerfen stattfinden soll. Aber auch dafür findet sich bestimmt eine Lösung.

Heute ging jedoch der Ernst des Lebens los – die ersten Unterrichtsstunden. Unterrichtsmaterialien

Neue Bücher und eine reine Frauengruppe.  Bevor ich mich jetzt aber hier verquatsche, gehe ich dann doch mal mein geliebtes Shandy kaufen und mich danach ans Meer setzen, lernen und schwimmen.

Zurück auf die Schulbank

… geht es in wenigen Minuten. Eine Woche auf meiner Lieblingsinsel Malta mit Englisch-Kurs steht an.

Ich hoffe ich habe nichts vergessen mitzunehmen, das Wetter wird schön und ich kann den Kleingruppenkurs nutzen um ein wenig mein Englisch zu verbessern.

Und selbstverständlich wird einer meiner ersten Gänge in den Supermarkt sein um mein geliebtes Shandy zu kaufen. Ist eine Art Alster und schmeckt hervorragend. Außerdem bin ich natürlich gespannt, was sich in einem Jahr in Sliema alles verändert hat.

Urlaub mit Lerneffekt, was will frau mehr?

Nach einem Tag Kreuzberg

… bin ich richtig urlaubsreif. Und wenn ich den Flieger nicht verpasse, sitze ich morgen um diese Zeit schon in Sliema (Malta) und bereite mich auf eine Woche Schulbank drücken vor. Eine Woche Sprachkurs Englisch steht dann an.

Doch heute ging es erst einmal um Fussball.

fussballerin

Mein Team – die Roten Socken- spielte beim Copa San Rafael, dem Tunier des Städtepartnerschaftsvereins Kreuzberg -San Rafael del Sur (Nikaragua). Wir waren auch überraschend gut 😉 und hatten nur zwei Niederlagen zu verzeichnen und zwei Siege, was immerhin -da der Gegner abhanden gekommen war- für einen siebenten Platz ausreichte. Und hätte ich nicht mindestens zwei hundertprozentige Chancen vergeben, wer weiß wo wir dann gelandet wären… Unseren überragenden Torwart hatten wir zwischendurch im übrigen an das Team der Konrad-Adenauer-Stiftung aus Mitte ausgeliehen.

Danach habe ich kurz bei der Demo von Megaspree vorbeigeschaut. wagen-bei-megaspreedemo

Das Thema Gentrifizierung ist zu wichtig, als dass man es links liegen lassen kann.

Ausnahmsweise mit dem Motorroller und nicht mit dem Fahrrad unterwegs ging es kurz nach Hause in den Friedrichshain um sich wärmer anzuziehen und noch ein klein wenig die  Podiumsdiskussion bei der Jungle Word im Rahmen der Linken Buchtage vorzubereiten.

Der Abend schließlich wurde im Mehringhof verbracht, mit eben jener Podiumsdiskussion. Zunächst ging es ein wenig um die Wendezeit und wie es man die DDR bewerten sollte. Aber da es ja eigentlich um Deutschland gehen sollte, war das dann auch noch Thema. Leider wurde nicht wirklich debattiert, was Deutschland eigentlich ist und ob es nicht eher um eine Staatsform geht. Angerissen wurde das Thema, was denn eine Alternative zum Nationalstaat sein könnte, aber weder wurde ernsthaft über Europa debattiert, noch was Internationalismus heute wirklich heißt. Sind nicht fast alle Antworten der Linken nationalstaatliche? Wo ist die Debatte mit den Genossen/innen in Afrika, Lateinamerika oder Asien? Was bedeutet die Krise für sie und was sind Antworten, die nicht Nord geprägt sind. Und die Aussage, man solle revolutionären Nationalismus nicht verdammen, ist eine, die vielleicht in der Vergangenheit relevant war, als es noch nationale Befreiungsbewegungen gegen Kolonialismus gab. Aber heute? Was soll das heute sein?

Ein ziemlich langer und anstrengender Tag also, der dennoch richtig Spaß gemacht hat.

Fahrradfahren

… scheint nicht jedermanns/jederfraus Sache zu sein…. Diesmal erwischte es den Außenminister Maltas. Vorbilder hat er offensichtlich viele. Erinnert sei nur an Rudolf Scharping (heute Präsident des Radsportverbandes) der schon zwei Fahrradunfälle hatte und auch der Bundesgeschäftsführer meiner Partei, Dietmar Bartsch, hatte einen Unfall.

Zur Entschuldigung von Toni Borg sei allerdings gesagt, dass selbst ich als wirklich begeisterte Fahrradfahrerin in Malta nicht Fahrrad fahren würde – zu gefährlich.

Fahrradständer