Grün würgt!

Da surfe ich so durchs Netz und finde dann das:

Seltene Klarheit, die wohl am Infostand nicht ausgesprochen wird ist dort zu finden:

“Bündnis 90/Die Grünen lehnen es entschieden ab, die Verluste von Landesunternehmen aus Steuereinnahmen zu begleichen. Egal ob Bankgesellschaft, BVG, Wasserbetriebe, Vivantes oder Olympiastadion GmbH: Steuergelder sind für deren Sanierung schlicht zu schade. Verluste im Vermögenshaushalt des Landes müssen aus dem Vermögenshaushalt beglichen werden, notfalls auch durch weitere Vermögensverkäufe.”

Aber man und frau kann ja mal nachfragen, falls überhaupt ein grüner Infostand aufgefunden wird…

Auf Kultur gemacht!

Der Vorteil einer Geburtstagsfeier sind die Geschenke. Besonders schön sind Geschenke von Geschenkekollektiven. Ein solches führte dazu, dass ich den heutigen Abend mit Katina und Elke im Admiralspalast. bei der Dreigroschenoper von Brecht verbrachte. In der Rolle des Mackie Messer: Campino.

Über den Inhalt der Dreigroschenoper schreibe ich jetzt nichts. Erstens gehört das wohl zu einer guten Allgemeinbildung und zweitens ist selbiger hier sehr schön kurz und knapp dargestellt.

Den Geschenkekollektivteilnehmerinnen ein herzliches Dankeschön. Eine überragende Katrin Sass und ein guter Campino, dazu eine großartige Inszenierung nicht nur aber vor allem am Ende brachten dem Publikum sogar eine gesungene Zugabe. Wo sonst gibt es das?

Besonders pikant (wir befinden uns im Wahlkampf!) die Rolle der Tochter des Sheriffs, die auf den Vornamen Lucy hört. Und -welche Weitsicht- tatsächlich fiel während des Geschehens auf der Bühne auch die Wendung ”faule Gurke”. Die heftigsten Lacher hatte dann aber doch Campino auf seiner Seite, als er nach einer Beschimfpungsarie seiner “Schwiegermutter” erklärte, diese könne gar nicht seine Schwiegermutter sein, weil so würde sie vielleicht mit einer Toten Hose umgehen, nicht aber mit ihm als Schwiegersohn.

Eins muss noch festgehalten werden: Der Admiralspalast ist überhaupt nicht Parteitagsgeeignet.

Ein kleiner Schritt …

für die Menschheit…

So oder so ähnlich äußerte sich der erste Mann auf dem Mond. Doch werden wir das überhaupt noch sehen können? Die Nasa vermisst die Filmaufnahmen, vermeldet die Welt .

Macht ja nichts. Kann ja noch mal einer hochfliegen und dann haben wir ja wieder nette Filmchen. Zur Not einfach mal in Hollywood nachfragen, die bekommen das bestimmt auch hin. Muss ja keiner wissen.

Kuba…

… ist Religion. Und Religion lässt Differenzierung nicht zu. Entweder -so meine Erfahrung in Diskussionen- ist Kuba “das Vorbild” für Linke oder “die größte noch existierende Diktatur”. Die Linkspartei. hatte in diesem Jahr schon ihre Kuba-Krise, die auch auf dem Parteitag in Halle zeigte. Und auch diese Debatte trug Züge einer religiösen Auseinandersetzung. Nachlesen hier und hier, auch hier und hier.

Die sozialistische Tageszeitung “Neues Deutschland” bringt heute ein Porträt über Fidel Castro. Der wird morgen 80 Jahre alt. Vermutlich werden morgen und Montag auch andere Medien berichten. Vermutlich wird auch das wenig differenziert sein. Während die einen Castro bejubeln werden, werden andere ihn verteufeln.

Vor 11 Jahren war ich für vier Wochen in Kuba. Erst beim Arbeitseinsatz, dann auf Rundreise. Was in Erinnerung blieb? Wirklich tolle soziale Errungenschaften wie die medizinische Versorgung, kostenlose Schulbesuche usw. auf der einen Seite und auf der anderen Seite Einschränkungen der persönlichen Freiheit, Dinge die ich noch aus der DDR kannte. Damals schrieb ich: Sozialismus habe ich mir anders vorgestellt.

Kuba ist weder zu verteufeln, noch hochzujubeln. Kuba ist ein Versuch aus der kapitalistischen Logik auszubrechen (das verdient Solidarität), Sozialismus ist es nicht. Denn: Soziale Rechte und sog. bürgerliche Freiheitsrechte sind nicht gegeneinander auszuspielen, sie gehören zusammen.