Dienstlich in Malta, Teil I

Seit 2006 komme ich jedes Jahr mindestens für eine Woche nach Malta. Als Touristin. Jetzt bin ich das erste Mal offiziell hier, als Mitglied der deutsch-maltesischen Parlamentariergruppe.

Angekommen in Malta wurde zunächst die mittelständische Firma Hotset besucht, danach ging es zur Industrie- und Handelskammer. Naturgemäß standen also die wirtschaftlichen Beziehungen zunächst im Vordergrund. Nach einer Umfrage der Industrie- und Handelskammer unter 600 Unternehmen zählt Deutschland zu den Top 3, also zu den ersten drei Ländern in die investiert wird. Elektromobilität sei ein Thema, zu dem sich die Industrie- und Handelskammer einen Runden Tisch der Regierungen beider Länder vorstellen könnte.

Wie auch in den weiteren Gesprächen spielte das Thema Erneuerbare Energien eine große Rolle, hier vor allem die Frage nach der Nutzung der Sonnenenergie. Derzeit gibt es 50 Prozent Zuschuss für die Installation von Fotovoltaikanlagen auf Dächern. Malta steht hier noch am Anfang, ist aber Kooperationen gegenüber sehr aufgeschlossen.

Der Parlamentspräsident Mr. Frendo (das Parlament ist hier ein Teilzeitparlament und tagt nach Arbeitsschluss) betonte, dass es schon immer gute Wirtschaftskontakte gegeben habe, aber erst seit dem Besuch der Kanzlerin ist auch erkennbar, dass die politischen Kontakte intensiviert werden. Alle (Regierung, Opposition, Arbeitgeber und Gewerkschaften) seien sich einig, dass eine Einschränkung der Arbeitszeitrichtlinie nicht wünschenswert sei. Im Durchschnitt würde in Malta, das im übrigen einen gesetzlichen Mindestlohn hat, 40 Stunden pro Woche gearbeitet, Überstunden werden vergütet. In der Woche mit dem anderthalbfachen des Stundenlohnes, am Wochenende mit dem zweifachen des Stundenlohnes. Malta spricht sich aus Standortgründen gegen eine Finanztransaktionssteuer aus.

Und während wir so tagten, gewann die Opposition ein Misstrauensvotum gegen den ständigen Botschafter Maltas bei der EU. Morgen gibt es ein Treffen mit dem Außenminister und einen Besuch bei Playmobil.