Wir

Seit meiner Kindheit bin ich Sportinteressiert. Ein für mich prägendes Erlebnis war das Handball-Finale bei den Olympischen Sommerspielen 1980 in Moskau, mit dem grandiosen Wieland Schmidt. Bei den Olympischen Spielen 1988 bin ich fast mitten in der Nacht aufgestanden um (heimlich) den Zieleinlauf im Straßenrad-Einzelrennen zu schauen. Ich habe selbst jahrelang in einem Trainingszentrum Leichtathletik gemacht. Bis 1989 war für mich immer klar „unsere“ Sportler waren die besten, sie mussten gewinnen.

Jetzt ist das anders. Ich weiß nicht ob es an der zunehmenden Kommerzialisierung von Sportereignissen liegt oder einfach einem mindestens seit 2006 unbehaglichen Gefühl. Wenn ich mir heute Sportereignisse ansehe, dann wegen der sportlichen Leistung. Ich will dass der/die Bessere gewinnt, ich will mich über ein schönes Spiel freuen.

So bin ich auch an diese Weltmeisterschaft im Männer-Fussball herangegangen. Na gut, seitdem England ausgeschieden war ;-). Die Mannschaft des DFB hat wirklich guten Fussball gespielt, meistens jedenfalls. Und insofern haben die Spieler auch völlig verdient den Weltmeistertitel gewonnen.

Was mich tatsächlich erschreckt hat war der Grad an „wir“ der sich auftat. Natürlich nur beim Männerfussball. Der Frauenfussball ruft diese Emotionen nicht hervor. Nach dem Finale twitterte ich gestern Abend:

„da haben nun fussballspieler gewonnen, nicht ganz zu unrecht. `wir`haben damit nix zu tun, d.h. `wir`sind nicht weltmeister geworden.“ 

Nichts besonderes. Jede/r kann sich, wenn er/sie mag, über die sportliche Leistung freuen, er/sie muss sie nur nicht zu einer eigenen Leistung machen. Doch offensichtlich geht es vielen gar nicht um Fussball und Sport, sondern um andere Dinge. Die Antworten auf den Tweet kamen sofort. Es gab Beschimpfungen: vaterlandslose dumme kuh

Und die Aufforderung das Land zu verlassen

woanders hin

Und schließlich noch Enttäuschung, dass ich den Nationalstolz zerstöre. nationalstolz

Und da ist sie dann die Frage: Geht es eigentlich um Fussball und den  Spaß am Spiel oder geht es um Nation, Nationalstolz, eben „wir“. Wer „wir“ sagt, der sagt auch „ihr“. Wer „wir“ sagt, der sagt auch „die“. Das finde ich alles solange unproblematisch, wie es sich um Vereinsfussball handelt (um mal nur beim Fussball bzw. Sport zu bleiben). Natürlich gibt es „wir“, wenn ich in eine Organisation eintrete, denn in einer solchen Organisation sind nicht alle und der Eintritt in sie ist ein bewusster Willensakt. Und natürlich kann eine Mannschaft auf dem Spielfeld oder in einem Stadion von „wir“ reden. 

Das „wir“ bei der Fussballweltmeisterschaft ist aber eben zum Großteil nicht das „wir“ von Vereinsmitgliedern, sondern das „wir“ von Staatsbürger/innen, das „wir“ von Nationen. Staatsbürger/in wird mensch -von den Fällen der Einbürgerung mal abgesehen- aber durch Zufall. Kein eigener Verdienst trägt im Regelfall dazu bei. Dieses „wir“ bezogen auf Staatsbürgerschaft und Nationalstaaten finde ich -vorsichtig ausgedrückt- problematisch. Denn Staatsbürgerschaften und Nationen grenzen Menschen aus. Staatsbürgerschaften und Nationen sind Herrschaftsinstrumente. Sie behandeln Menschen eben nicht als Menschen, sondern teilen Menschen ein. Nach denjenigen, die eine bestimmte Staatsbürgerschaft besitzen und deshalb zum „wir“ dazugehören und nach denjenigen die leider draußen bleiben müssen. Eben eine Einteilung in „die“ und „wir“. Staatsbürgerschaften sorgen dafür, dass eben nicht gleiche Rechten und Pflichten für Menschen bestehen, sondern abgestufte. Selbst im Grundgesetz gibt es sog. Deutschen-Grundrechte und sog. Jedermanns-Grundrechte.  Ich glaube ja, dass es Zeit ist das Denken und Handeln in Nationalstaaten und Staatsbürgerschaften zu überwinden. Ein Mensch ist ein Mensch und sollte ohne Rücksicht auf Staatsbürgerschaften als solcher behandelt werden. 

Doch genau das scheint nicht gewollt zu sein. Wenn ich mir die Reaktionen auf den Tweet von gestern ansehe, dann ist der Nationalstaat und das Denken in Staatsbürgerschaften noch tief verankert. Ob es den meisten derjenigen, die so angepisst reagiert haben wirklich um Fussball ging, kann ich nicht beurteilen.

Ich finde ja, dass Sport eine coole Sache ist. Und ich finde, Menschen sollten an Sport ihren Spaß haben. Deshalb habe ich der Jungle World bereits vor dem Finale einen kleinen Kommentar gegeben: 

Das Schöne an der Fussball-WM ist, dass frau im Regelfall gute Spiele sehen kann. Technik und Taktik überzeugen. »Künstler am Ball« trifft es. Das Schlechte an der Fussball-WM ist die Tatsache, dass sie ein Wettkampf von Na­tionalstaaten ist. Ein Herrschaftskonstrukt wird bestätigt: Millionäre kleistern für wenige Wochen die herrschenden sozialen Unterschiede zu. Eine Alternative für Freunde und Freundinnen des schönen Fußballs, bei dem die bessere Mannschaft gewinnen soll, wäre folgender Vorschlag: Es werden 32 x 16 (oder 18 oder 20) Spieler nominiert, die dann in die 32 Mannschaften gelost werden. So stünde wirklich das Spiel im Mittelpunkt. (…) .

Via Twitter und Facebook wurden Einwände gegen das Losen vorgebracht. Diese sind sicherlich nicht von der Hand zu weisen, insofern wäre ich diesbezüglich für Alternativen offen. Vielleicht besänftigt ja mein Vorschlag all jene, die nun meinen ich wolle ihnen den Spaß am Sport und Spiel nehmen. Im Gegenteil: Ich will den Spaß am Sport und Spiel, nur eben ohne die Verbindung zum „wir“ als Nationalstaat. 

Stressig, Stressiger, am Stressigsten

Das wäre eine knappe Zusammenfassung der Sitzungswoche.

Begonnen hat alles mit der Suche nach Personal, die Fraktion DIE LINKE hatte die Stelle eines/einer Rechtsreferenten/in ausgeschrieben. Also wurden Montag und Dienstag Bewerbungsgespräche geführt. Zwischendurch gab es immer mal wieder andere politische Ereignisse, wie zum Beispiel Fraktionssitzungen oder Klärungsprozesse für die Konstituierung der Enquete „Internet und digitale Gesellschaft„.

Eben jene Enquete wurde dann am Mittwoch konstituiert. Zwischen Plenum und Konstituierung wurde allerdings noch schnell der Bundestagslauf absolviert, naja zumindest schneller als in den vergangenen Jahren. Diesmal hatten wir die schönen LINKE-Shirts (die gibt es dann morgen auch beim IGA-Lauf zu sehen :-)) und es bleibt festzustellen, dass der sportlichste Arbeitskreis der Fraktion der AK Bürger/innen-Rechte und Demokratie und die sportlichste AG die AG Recht ist. Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau beteiligte sich beim Walking, mein Kollege Jens Petermann begab sich auf die lange Strecke und mein Kollege Raju Sharma lief wie ich die kurze Strecke. Die Ergebnisse des Bundestagslaufes sind hier nachzulesen.

Da wir gerade beim Sport sind, will ich natürlich nicht DAS Fussballereignis des Jahres 😉 vergessen. Am Dienstag Abend spielten die Roten Socken gegen die Grünen Tulpen und das Spiel endete mit einem gerechten 3:3. Hätten wir als Rote Socken (und auch ich) eine bessere Chancenverwertung gehabt, wäre das Ergebnis sicherlich anders ausgefallen. Aber hätte der Hund nicht geschissen… Auch hier zeigte sich die Sportlichkeit meines AK. Die zweite Halbzeit wurde nämlich vom AK-Kollegen Frank Tempel gepfiffen und neben Paul Schäfer spielten mit Raju Sharma und mir erneut zwei Mitglieder aus dem Bürgerrechtsarbeitskreis mit.

Nach soviel Sport musste dann auch ganz viel sitzen stattfinden – Plenardebatte. Die nächste Woche wird etwas ruhiger -vielleicht. Schließlich ist es eine Woche vor dem Bundesparteitag und da ist eigentlich immer was los. Doch bevor es soweit ist, wird hoffentlich am Sonntag-Abend der Einzug der NRW-LINKEN in den Landtag gefeiert.

Zwischen realer und digitaler Welt

Es gibt immer wieder Sachen, die mir schwer fallen zu glauben oder zu verstehen. Eine davon spielte sich heute morgen in der Bödikerstr. 9 im Friedrichshain ab.

Bereits in der vergangenen Woche habe ich mit den Bewohner/innen gesprochen, weil für heute morgen um 9.00 Uhr die Übergabe des Hobbyraumes des alternativen Wohnprojektes an den Eigentümer durch die Gerichtsvollzieherin geplant war (und das obwohl noch Rechtsbeschwerde beim BGH anhängig ist).  Tatsächlich tauchten so gegen 9.00 Uhr auch zwei Mannschaftswagen der Polizei auf, Vertreter/innen der Eigentümer und die Gerichtsvollzieherin. Zunächst wurde erst mal geklärt, ob tatsächlich ein Antrag auf Zwangsvollstreckung für diese Adresse vorliegt und er lag vor. Auch die Sicherheitsleistung wurde überprüft. Auch das war korrekt. Doch dann ergab sich eine neue Situation. Der Anwalt der Bewohner/innen verwies darauf, dass es einen Untermieter für den Hobbyraum gibt, gegen den kein Zwangsvollstreckungstitel vorliegt. Damit gab es aber nun ein Problem, denn der BGH hat am 14.08.2008 folgendes entschieden: Die Räumungsvollstreckung darf nicht betrieben werden, wenn ein Dritter, der weder im Vollstreckungstitel noch in der diesem beigefügten Vollstreckungsklausel namentlich bezeichnet ist, im Besitz der Mietsache ist. Dies gilt selbst dann, wenn der Verdacht besteht, dem Dritten sei der Besitz nur eingeräumt worden, um die Zwangsräumung zu vereiteln.“  Ziemlich eindeutig würde ich sagen und meine Eindruck war, auch der Einsatzleiter der Polizei sah dies ähnlich und seine Lust hielt sich in Grenzen einen rechtlich mindestens fragwürdigen Einsatz durchzuführen. Doch die Eigentümer und die Gerichtsvollzieherin sahen das anders. Der Versuch zu argumentieren, dass ein Eingreifen der Polizei doch jetzt nur eskalieren würde, es sinnvoller wäre sich noch einmal zusammenzusetzen und die unterschiedlichen Interessen auszutauschen und zu versuchen eine friedliche Lösung zu finden war erfolglos.  Mit Pfefferspray, von welchem selbst der Anwalt der Bewohner/innen betroffen war, wurde sich Zugang zum Hof verschafft.


Polizei im S-Bahnhof Köpenick

Gegen 11.00 Uhr musste ich dann in Richtung Reichstag, aber nach dem was ich jetzt telefonisch erfahren habe, ist es den Eigentümern tatsächlich gelungen, den Hobbyraum in Besitz zu nehmen und diesen jetzt zu versiegeln. Und das obwohl nach meinen Informationen sogar die Gerichtsvollzieherstelle am AG Lichtenberg von einem Vollzug abgeraten hat, wegen dem zitierten Beschluss des BGH.  Und genau das ist der Punkt, den ich jetzt nicht wirklich verstehe. Wenn Urteile des BGH ignoriert werden, was sind sie denn dann eigentlich wert? Wie soll eigentlich zukünftig mit Beschlüssen des BGH umgegangen werden? Einfach ignorieren und das wars?

Ziemlich durchgefroren fand ich mich dann immer noch in der realen Welt zu einem Gespräch über die digitale Welt ein.  Dieses Gespräch hat mich dann doch aufgemuntert. Gemeinsam mit den Sachverständigen der LINKEN in der Enquete „Internet und digitale Gesellschaft“ haben wir uns über die ersten Schritte in der Enquete verständigt. Das hat richtig Spaß gemacht und ich freue mich schon jetzt auf die Arbeit in der Enquete und mit den Sachverständigen.

Doch heute Abend ist erst mal Fussball angesagt. Nach einer langen, langen Pause geht es für mich endlich wieder los mit dem Training. Ich kann jetzt schon kaum noch ruhig auf dem Stuhl sitzen ;-).

Frauentag

Der Frauentag ist eigentlich ein Tag wie jeder andere. Sieht frau einmal davon ab, dass sie Glückwünsche für eine nicht von ihr zu verantwortende Leistung erhält, der eine oder andere Blumen vorbeibringt und freundlich lächelt. (Es gibt aber auch Blumensträusse über die frau sich wirklich freut, zum Beispiel die von WG-Mitbewohnern 🙂 ) Hey Jungs, wie wäre es, wenn ihr einfach jeden Tag zum Frauentag macht. Ihr müsst jetzt nicht jeden Tag mit Glückwünschen kommen, ihr sollt auch nicht täglich Blumen vorbeibringen, mir wäre schon geholfen wenn ihr kapieren würdet, dass wir Frauen die gleichen Rechte und Ansprüche haben wie ihr. Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit, gleichen Anspruch auf soziale Absicherung, gleichen Anspruch auf Führungspositionen (auch in der Wirtschaft), gleichen Anteil an der Hausarbeit … .

Frauentag ist aber auch Kampftag. Doch bevor es in den Kampf ging, dankte ich den Mitarbeiterinnen der Fraktion DIE LINKE in einer kurzen Ansprache für ihre Arbeit. (Gerüchten zufolge wurde mein Hinweis darauf, dass für längere Ansprachen die Männer zuständig sind später untermauert). Ohne die Mitarbeiterinnen (und Mitarbeiter) wären die Abgeordneten häufig nackig. Sie schleppen einen großteil der Arbeit weg und sind eine tragende Säule der Arbeit der Fraktion. Dafür sollte ihnen eigentlich nicht nur am Frauentag gedankt werden.

Gekämpft werden muss auch wieder um ein alternatives Wohnprojekt. In der Bödikerstraße 9 soll am 16.03. 2010 um 9.00 Uhr ein Raum im Erdgeschoß an den Eigentümer übergeben werden. Zwangsvollstreckung heißt das im juristischen Fachjargon. Findet diese Eigentumsübergabe tatsächlich statt ist wieder ein alternatives Wohnprojekt gescheitert. Die Bewohner/innen verbleiben zwar in ihren Wohnungen, aber der Raum für Veranstaltungen, Nachbarschaftsküche, Kino-Abende usw. wäre weg und damit ein wesentlicher Bestandteil des Wohnprojektes. Mit den Bewohner/innen habe ich über die aktuelle Lage gesprochen und werde nun versuchen den Eigentümer, die Hausverwaltung und die Gerichtsvollzieherin davon zu überzeugen, dass verhandeln besser als räumen ist. Ob dies erfolgreich ist, werden wir sehen.

Der Abend war dann dem Fussball gewidmet. Bei Hansa 07 -wohin ich meine „Diätenerhöhung“ von Februar gespendet habe- kickte ich mit der E-Jugend und blamierte mich prächtig. Ich verschoß nämlich einen Elfer. 🙁  Kein Wunder, direkt auf den Torwart geschossen, das kann nicht gut gehen. Spass hat es dennoch gemacht und so freue ich mich auf nächsten Dienstag, wo ich endlich wieder zum Training des SV Rote Socken gehen kann.

Abwehr

Morgen wird das leider nichts,  denn ich Depp habe meine Bürgersprechstundentermine im Bürgerbüro auf Dienstags 17.00 Uhr gelegt und kann damit nicht zum Training.Bürgersprechstunde geht aber vor und Dummheit muss bestraft werden.

Mein Büro werde ich erst am Freitag wieder sehen, weil ich morgen sowohl im Roten Laden als auch im Bürgerbüro am Mehringplatz Bürger/innen-Sprechstunde habe und am Mittwoch und Donnerstag im Land der Frühaufsteher bei meinem Kollegen Jan Korte versuchen will Hartz IV-Betroffenen konkret zu helfen.

Bevor es

… in den Urlaub und vorher noch an den Umzug geht, heute noch mal etwas zum Thema Mieten.

Zunächst mal der Hinweis auf die Fragestunde am Mittwoch und die Antwort zum Mietnomadentum (S. 891). Es gibt also überhaupt keine Zahlen zum Mietnomadentum. Dann muss man/frau aber auch keine gesetzliche Regelung schaffen oder drastischer gesagt: Man/Frau muss keine Sau durchs Dorf treiben, die gar nicht vorhanden ist.

Da am heutigen Tag nicht zuviel Plenumssitzen angesagt war, blieb Zeit sich noch ein wenig mehr mit dem Thema Mieten und Gentrifikation zu beschäftigen. Ich habe diese Broschüre gelesen und den Autoren/innen eine Mail geschrieben mit der Bitte mal ins Gespräch zu kommen.

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Der Nachmittag war dann erneut der Rechere und dem Lesen gewidmet, zwischendurch habe ich allerdings noch ein Fax an Herrn Thöne geschickt, einem der Eigentümer der Liebigstr. 14.

Brief an Thöne wegen Liebig 14

Wäre glaube ich nicht schlecht, wenn noch der/die eine oder andere dem Herren ein wenig Druck macht, damit er sich mit den Bewohner/innen an einen Tisch setzt.

Die Recherche allerdings konnte nicht abgeschlossen werden, mit anderen Worten: ich bin gescheitert :-(. Für eine dringende Angelegenheit wollte ich -online- Bücher in der Bibliothek bestellen. Dazu muss mensch ein Formular (ja, klar was denn sonst) ausfüllen, um einen Ausweis zu bekommen. Zum einen war es nach 14.00 Uhr und damit niemand mehr in der Bibliothek zu erreichen, ich fand aber nicht mal das Formular um mich anzumelden. Es gibt nämlich nur Formulare für MdB-Mitarbeiter und Fraktionsmitarbeiter. Ein einfaches Formular für MdB um  sich für die Bibliothek anzumelden fand ich nicht. Ich hätte mich also maximal bei mir selbst anstellen und mir eine Vollmacht ausstellen können, was andererseits aber auch nicht geht, weil ein Verwandtschaftsverhältnis vorliegt. Dieses schließt einen Arbeitsvertrag bei mir aus. Ich werde dann wohl zusehen müssen, dass der Umzug am Montag komplett abgeschlossen ist und ich am Dienstag mich direkt anmelden kann um pünktlich vor Weihnachten die Bücher zu bekommen. Ich bin ja mal gespannt, was passiert, wenn ich einen Ausweis für die Bibliothek haben möchte.

Die letzte Lektion des Tages lautete dann: Halina, du benötigst neue Handschuhe. Beim Fussballs spielen hielt es mich nämlich nur ca. 20 Minuten auf dem Platz, die Hände waren trotz Handschuhen fast gefroren. Schade eigentlich, denn das Fussballspielen hat richtig Spaß gemacht.

Diätenerhöhung an Türkiyemspor Berlin

Die alte Fraktion von DIE LINKE hatte nach der letzten Diätenerhöhung beschlossen, diese in Höhe von 330 Euro monatlich an Projekte oder Vereine  aus dem Wahlkreis zu spenden. Obwohl für mich als neu gewählte Abgeordnete es eigentlich de facto keine Diätenerhöhung gibt, fühle ich mich diesem Beschluss verpflichtet und werde auch monatlich 330 Euro an ein Projekt oder einen Verein spenden.

Die Spende des Monats November ging an Türkiyemspor Berlin e.V., die ich heute auch besuchte.

mit Wimpel

Türkiyemspor sagt sicherlich vielen Fussballanhänger/innen etwas, denn Türkiyemspor spielt in der Regionalliga. Aber Türkiyemspor ist mehr als die Regionalliga-Mannschaft. Türkiyemspor sind ca. 20 Teams, darunter auch mindestens eine Frauenmannschaft. Türkiyemspor steht für qualifizierte Nachwuchsarbeit und für einen Verein, der eigentlich keinen Sport- und Trainingsstätten hat. Am Ostkreuz trainiert die Regionalliga-Mannschaft – im Sommer, im Winter ist kein Licht da. Die Regionalliga-Spiele werden im Jahnsportpark ausgetragen und die Jugendmannschaften trainieren in der Blücherstraße. So ist Vereinsleben nicht wirklich möglich. Der Senat hat Türkiyemspor jetzt einmalig Geld zur Verfügung gestellt, um die Geschäftsstelle auszubauen, damit in dieser auch über Fussball hinausgehende Angebote offeriert werden können. Eigentlich ist diese Situation absurd, denn Türkiyemspor ist auch Träger des ersten Integrationspreises des DFB und weltweit haben sich Mannschaften nach dem Vorbild dieses Vereins benannt.

Eine meiner nächsten Aufgaben wird deshalb sein, mich dafür einzusetzen, dass Türkiyemspor entlich angemessene Trainingsbedingungen erhält und ein aktives Vereinsleben aufbauen kann.

Da ich mit Geld angefangen habe, will ich mit Geld auch aufhören. Was macht ein/e Bundestagsabgeordnete/r eigentlich mit seinem/ihrem Geld? Die Diäten betragen 7.668 Euro, die versteuert werden müssen. Ich lege derzeit monatlich 3.00o Euro Steuern zur Seite. An die Partei gehen monatlich 1.100 Euro an sog. Mandatsträgerbeitrag, an den Fraktionsverein -über den auf Antrag Projekte und Aktionen finanziell unterstützt werden- überweise ich monatlich 230 Euro. Monatlich werde ich weiterhin -wie heute bei Türkiyemspor- 330 Euro an Vereine oder Projekte im Wahlkreis spenden.  Für den Verbleib in der gesetzlichen Krankenkasse sind ca. 320 Euro fällig und in die Rentenversicherung zahle ich ca. 8o Euro ein.

Darüberhinaus gibt es eine steuerfreie Kostenpauschale in Höhe von 3868 Euro monatlich. Diese Kostenpauschale ist Steuerfrei. Von dieser Kostenpauschale müssen die Abgeordneten ihren Zweiwohnung in Berlin bezahlen – was bei mir natürlich entfällt. Von dieser Kostenpauschale wird die Miete für das Wahlkreisbüro bezahlt und fast alles was mit dem Wahlkreisbüro zusammenhängt. Auch die Öffentlichkeitsarbeit (Publikationen, Anzeigen) werden aus der Kostenpauschale bezahlt.

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Auch das passiert

… im Bundestag. Anonyme Post in der ich als „Scheißpolake“ beschimpft werde. Der Brief wanderte in den Schredder und weiter geht es mit der ganz normalen Arbeit.

Diese ist dadurch gekennzeichnet, dass der Umzug in die neuen Büroräume allmählich ansteht und dafür viele Formulare ausgefüllt und die Technikbestellungen abgegeben werden müssen. Zwischendurch versuche ich noch diverse Wohnungsbesichtigungen zu absolvieren und auch bei der einen oder anderen Veranstaltung im Wahlkreis vorbeizuschauen.

Im Wahlkreis fand heute die Veranstaltung zu 10 Jahren Freiwilligen Agentur im Nachbarschaftshaus Urbanstraße statt. Dieses ist gemeinsam mit der Heilig Kreuz Gemeinde und dem Bezirksamt Träger der Freiwilligen Agentur Friedrichshain Kreuzberg. Auch die Volkssolidarität macht mittlerweile mit. Interessant fand ich die These, dass wer heute umzieht und neue Kontakte sucht, diese eher über die freiwillige Tätigkeiten erhält als über Jobs. Mir scheint, da steckt ein wenig Wahrheit hinter.

Jetzt wird der Rest Post noch schnell abgearbeitet und dann gehofft, dass genügend Menschen zum Fussballspielen auf dem Platz erscheinen, bevor es dann ins Wochenende geht – mit Sitzung des Parteivorstandes.

Ein ganz normaler Tag

… geht seinem Ende zu.

So richtig viel zu berichten von diesem Tag gibt es eigentlich nicht.  Nachdem ich jungen Brasilianer/innen etwas über die Partei und den Wahlkampf in Englisch erzählt habe, ging es wieder in den Roten Laden. Dort wurden wieder Fragen beantwortet und für die nächsten Touren mit dem Fahrrad Pläne geschmiedet. Danach ging es zum SO 36 wo ich gemeinsam mit Klaus Lederer die erarbeiteten Gelder des Konzertes RedBeats überreichte. Der Tag endete mit einem Fussballspiel gegen ein Team von NGO`s welches mit 2:4 verloren ging, was u.a. auch an meiner bekannten „guten“ Chancenverwertung lag.

Den verbleibenden Platz 🙂 will ich nutzen um zum einen auf die Sendung von Deutschlandradio zum Wahlkreis 84 hinzuweisen, ebenso wie auf das Gespräch der Direktkandidaten/innen bei der Morgenpost. Schließlich will ich daran errinnern, dass nächste Woche um diese Zeit diese Wahlveranstaltung stattfindet.

halinaspieltscheibe

Meine persönlichen TOP 100 habe ich aufgeschrieben  und wie jede/r sehen kann, höre ich nicht nur Trash, dieser beginnt vielmehr erst in den 40iger Plätzen. 🙂 Der absoulte Favorit in der eher unbekannten Variante ist hier.

Morgen ist vor allem eines wichtig. Die Demonstration „Freiheit statt Angst.“ Wir sehen uns also hoffentlich um 15.00 Uhr am Potsdamer Platz.

Die Ruhe vor dem Sturm

So lassen sich am besten der letzte und der heutige Tag beschreiben.  Ab morgen geht es dann in den Veranstaltungsmarathon. Gestern und heute bleibt also Zeit noch ein wenig zu lesen und Bürger/innen-Anfragen zu beantworten. Wenn nichts dazwischen kommt 🙂

Gestern beispielsweise löste sich ein Bild der Ausstellung im Roten Laden (Geschäftsstelle der LINKEN Friedrichshain-Kreuzberg) und landete auf dem Fussboden. Glas splitterte. Das Bild hing recht schnell wieder, aber die kleinen Glassplitter lagen noch auf dem Boden. Da half nur der Staubsauger.

Roter Laden wird gesaugt

Na und wenn ich den Staubsauger erst mal in der Hand habe, so dachte ich mir, kann ich auch gleich den großen Raum saugen. Gesagt getan und schon funkelte alles wie neu :-).

Am Abend gab es noch Plakate hängen mit folgendem lustigen Dialog: Bürgerin: „Kann die nicht selbst hängen“ Ich: „Tut sie doch.“ Bürgerin: „Echt? Cool.“ Ich sage mal ganz frech, mit einem anderen Plakat wäre das nicht passiert :-).

Und während gestern mit den fleißigen Helfer/innen noch die Leichtathletik-WM verfolgt wurde, geht es heute Abend zum Fussball. Nicht zusehen, sondern selbst spielen.

Freitag

… ist Fussball-Tag.

Fussball

Bevor ich aber gegen das Runde Leder treten konnte war Aufräumen angesagt. Der Schreibtisch im Büro musste leergeräumt werden, schließlich steht ab Montag „Wahlvorbereitungsurlaub“ an.

Neben vielen kleinen juristischen Fragen, die es zu beantworten galt, mussten auch Kandidaten/innen-Fragen beantwortet werden. Das ganze unterbrochen durch die eine oder andere Medienanfrage und Telefonate mit der eigentlichen Chefin des Wahlkampfes Katja. Diese hat es mal außer Gefecht gesetzt – krankgeschrieben. Aber auch krank lässt es sich telefonieren und so konnten wir halbwegs vernünftig alles absprechen. Einziger Vorteil *schnell weg duck* war, dass ich für eine Woche wieder selbst meinen Terminkalender führen durfte. Und bevor sich die Chefin jetzt aufregt, sobald sie wieder gesund ist, halte ich mich an ihr Verbot und sie kann die Termine wieder selbst eintragen.

Am Ende des heutigen Tages waren dann die Fragen des Internetportals www.kreuzberg24.net beantwortet und der Kandidaten/innencheck von Spiegel online in Zusammenarbeit mit abgeordnetenwatch.de auch absolviert.

interview-kreuzberg241

kandidatencheck

Das Wochenende wird nur zum Teil etwas ruhiger, doch das erzähle ich nicht mehr um diese Zeit  🙂