Mehr als drastisch

… wurde mir in den letzten 24 Stunden der Unterschied zwischen Arm und Reich hier in Bangladesh vor Augen geführt. Gleichzeitig hat eine tiefe Nachdenklichkeit eingesetzt, was wir in Deutschland tun können um wirklich zu helfen. Nicht nur von Internationalismus reden, nicht sinnlos Geld in sinnlose Projekte stecken, sondern wirklich helfen. Und mir wurde wieder einmal bewusst, auf welchem hohem Niveau so manches Meckern über das Leben an sich in Deutschland stattfindet.

Gestern Abend waren wir bei einem der Unterstützer des Liberation War Museums eingeladen und es war kaum zu glauben. Eine Straße trennte die selbstgezimmerten Hütten von den Villen. Zwei Welten getrennt durch eine Straße. Und heute morgen auf dem Weg zum „Killing Field“ Memorial haben wir dann sogar Zeltwohnungen gesehen. Wohnungen, wo die Tiere quasi mit der Familie zusammenwohnen.

Armenwohnung

Am späten Abend dann das volle Kontrastprogramm – eine der Shoppingmeilen von Dhaka.

Die Hitze hier ist manchmal fast unerträglich, die Straßen sind übervoll und die Gastfreundlichkeit der Menschen hier macht einen fast verlegen. Es ist unmöglich alleine auf die Straße zu gehen, sofort -insbesondere als Ausländerin die als solche erkennbar ist- wird man umringt. Die Reiseführer lügen an dieser Stelle nicht.

Das „Killing Field“ Memorial befindet sich in einer Seitenstraße, in einer sehr belebten Gegend. So richtig ist es nicht vorstellbar, dass hier 1971 noch niemand gewohnt hat.

An der Uni sprachen wir mit Studenten/innen erneut über das geforderte Tribunal für die Verbrechen von 1971. Sowohl juristisch als auch politisch scheint es mir spannend zu sein, diesen Prozess weiter zu verfolgen. Andererseits muss aber auch dafür gesorgt werden, dass zukünftig solche Verbrechen nicht mehr möglich sind. Krieg und Massenmord muss verhindert werden. Dies ist hier noch einmal mehr als deutlich geworden.

Am Abend trafen wir uns dann noch mit der KP Bangladeshs (Hallo Verfassungsschutz, für Euren nächsten Bericht habe ich das extra erwähnt. Also enttäuscht mich nicht und nehmt es mit auf. 😉 ).

Und für alle an Homestorys interessierten Mitleser/innen ;-), während mir in Deutschland eine S häufig viel zu groß ist, habe ich hier weder in eine XS noch S hineingepasst, weil die zu klein für mich waren. 🙂