Warum ich doch lieber Zug fahre und bewußt die parlamentarische Arbeit boykottiere

Am gestrigen Tag musste ich nach Schwedt. Dort stand eine Debatte zum Programmentwurf der LINKEN an. Weil ich pünktlich sein wollte und der Bahn in dieser Hinsicht (und nicht nur in dieser) nicht traue, mietete ich ein Auto.

Die Autovermietung war prima.  Aber dennoch werde ich beim nächsten Mal wieder den Zug nehmen, auch wenn ich zu späte kommen sollte. Viele wichtige Dokumente und vor allem mein aktueller Thriller blieben ob der Autofahrt ungelesen. Darüber hinaus ist es völlig absurd, für den Weg bis zur A 10 ungefähr genauso viel Zeit zu brauchen wie dann auf der A 11 und die ca. 30 km von der Abfahrt 9 auf der A 11 bis Schwedt. Doch damit nicht genug. Nein, bei 2,5 Stunden effektiver Fahrzeit hatte ich das „schöne Erlebnis“ bei zwei verschiedenen Radiosendern genau 3 mal den gleichen neuen Song von Thake That zu hören (nichts gegen Thake That, ich habe sogar eine CD von ihnen) und auch ansonsten glich sich das Musikprogramm komplett. Als Höhepunkt des ganzen Abenteuers stellte sich dann noch heraus, dass auf der Landstraße ein LKW vor mir herzuckelte, ein Überholvorgang ob einer konsequent durchgestrichenen HalteLinie aber nicht möglich war. Und schließlich durfte ich dann auf der Autobahn auf dem Weg zurück nach Berlin mich in die Reihe derjenigen einreihen, die versuchten einen Schwerlasttransporter zu überholen. Nein Danke, Zug fahren ist deutlich bequemer.

Auch ansonsten war der Tag gestern gekennzeichnet durch Ärger oder eben bewussten Boykott parlamentarischer Arbeit. Dem Vorsitzenden des Rechtsausschusses habe ich nämlich mitteilen lassen, dass ich mich bei einer Verarschung des Parlaments und der Ausschüsse nicht beteilige. Okay, ich habe es im Brief netter ausgedrückt. Hintergrund ist, dass bei einem nicht wirklich dringenden Gesetzesvorhaben am 26. Oktober ein erweitertes Berichterstattergespräch mit Sachverständigen stattfinden soll. Soweit so gut. Nicht gut ist allerdings, dass am 27. Oktober um 9.00 Uhr früh die Angelegenheit abschließend im  Rechtsausschuss behandelt werden soll. Das nenn ich mal wirklich seriöse Beratung. Solche Beratungen sind Alibiveranstaltungen und tragen nicht dazu bei, Kritik am Parlamentarismus abzubauen. Daran werde ich mich nicht beteiligen.

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