Müllers „Trojaner“ oder vom Umgang mit schiefen Bildern

Bei seinen Fans gilt Albrecht Müller als „Starjournalist„. Nun hat der ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete und frühere Berater von Willy Brandt, Helmut Schmidt und Gerhard Schröder sich bemüßigt gefühlt, auf den auch von ihm betriebenen Nachdenkseiten etwas zur sog. Antisemitismus-Debatte in der LINKEN zu schreiben. Und auch, wenn seine publizistischen Hochzeiten mittlerweile einige Jahre zurückliegen, darf man bei einem Mann wie Müller davon ausgehen, dass er seine Worte genau abwägt und auch bei den verwendeten Bildern ganz genau hinschaut.

Da wirkt es dann ein wenig befremdlich, wenn gleich in der Überschrift von „Gleichschaltung“ geredet wird. Der Begriff „Gleichschaltung“ ist ja irgendwie historisch belegt. Reichsjustizminister Franz Gürtner prägte diesen Begriff nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten in Deutschland.  Der Begriff „Gleichschaltung“ taucht im Artikel an verschiedenen Stellen erneut auf, ohne allerdings den historischen Kontext der Entstehungsgeschichte zu erwähnen oder genauer zu beschreiben, wer diese eigentlich betreibt.  Es lässt sich nur erahnen, dass Müller hier sowohl die böse bürgerliche Presse als auch einige Mitglieder der Partei selbst meint.

Doch damit nicht genug. Der „Starjournalist“ nutzt in seinem Artikel auch das Bild vom „trojanischen Pferd“. Konkret heißt es in dem Artikel: „Möglicherweise ist die Linkspartei schon nicht mehr fähig, sich gegen die auch mit dem Antisemitismus-Vorwurf betriebene Gleichschaltung machtvoll zu wehren, weil in ihren eigenen Reihen solche sitzen, die auf Rechnung anderer arbeiten, trojanische Pferde sozusagen.“  Selbstverständlich nennt Albrecht Müller keine Namen.  Man kann getrost davon ausgehen, dass Albrecht Müller –als gebildeter Mann- die Geschichte zum „Trojanischen Pferd“ kennt.  Und ich rede jetzt nicht von dem Trojaner als Computerprogramm, das „als nützliche Anwendung getarnt ist, im Hintergrund aber ohne Wissen des Anwenders eine andere Funktion erfüllt“. Schon diese Assoziation wäre bezeichnend.  Doch auch der Trojaner als Computerprogramm bezieht sich auf eine ältere Geschichte. In der griechischen Mythologie staht das Das Trojanische Pferd für eine ganz besondere Kriegslist: Nach dem die Griechen über lange Zeit vergeblich die Stadt Troja belagert hatten, täuschten sie einess Tages den Abzug ihrer Truppen vor, ließen jedoch vor den Mauern Trojas ein größeres hölzernes Pferd zurück, in dessen Bauch Soldaten versteckt waren. Die Trojaner, die dies für ein Geschenk zu Ehren der Göttin Athene gehalten hatten, holten das Pferd in die Stadt. In der Nacht kamen die griechischen Soldaten aus dem Versteck hervor und öffneten unbemerkt die Stadtmauern Trojas von innen, um das Heer der Griechen hineinzulassen. Damit gewannen die antiken Griechen den Trojanischen Krieg.

Soweit zur Historie. Wenn Albrecht Müller nun davon ausgeht, dass in der Partei DIE LINKE trojanische Pferde sind, fragt sich ja, wen er gemeint hat. Eigentlich müsste er Leute meinen, die als Geschenk getarnt in die Partei hineingelassen wurden, um dort dann ihr übles Werk zu verrichten, indem sie weitere Feinde in die Partei hineinlassen. Nach dem Duktus seines Artikels dürfte Albrecht Müller in allererster Linie diejenigen meinen, die seit längerem (manche von Anfang an) in der PDS oder der Linkspartei.PDS waren. Diese müssten -nach dem Bild von Albrecht Müller als Geschenk verkleidet- von einer feindlichen Macht zurückgelassen und dann -von wem eigentlich- in eine Partei hineingelassen worden sein, wo sie nun ihr schändliches Werk im Auftrag des Gegners verrichten. Wäre dieses Bild richtig, hieße das im Klartext: Irgend eine böse Macht hat seinerzeit vor den Toren der WASG ein paar als Linke verkleidete Rechte zurückgelassen. Die WASG hat dies nicht gleich erkannt und sie in ihre Partei aufgenommen. Von hier aus öffnen nun die vermeintlichen Linken die Tore der Partei für weitere Feinde der Linken. Ah ja. Angesichts der Geschichte der Partei PDS, Linkspartei.PDS und später der LINKEN scheint mir dieses Bild ein wenig schief zu sein. Aber Kunst entsteht ja bekanntlich im Auge des Betrachters. Und in das Weltbild Albrecht Müllers dürfte sein Bild von den „trojanischen Pferden in der LINKEN“ allemal passen.

331 Gedanken zu “Müllers „Trojaner“ oder vom Umgang mit schiefen Bildern”

  1. @hans: nun in der sozialdemokratie sind andere, ich habe mich 1990 bewusst für was anderes entschieden und auch 1998 bewusst kein wahlkampf für die sozialdemokratie sondern die damalige pds gemacht

  2. Für eine Erklärung:
    Es ist schon doof, daß ausgerechnet ich kluger Bursche einen 1-Eurojob wie alle anderen mache.
    Mein Zuhause verkaufte ich, weil die Elternstube nicht mehr zu retten war. Der nette Mensch von der Argentur bot mir zwar verständnisvoll einen Weiterbildungskurs an, aber als Metzgermeister dachte ich, daß ich mein Handwerk gut genug kenne und mich bereits auf Bäuche spezialisiert hatte.
    Konnte er wohl nicht nachvollziehen und holte aus seinem Katalog hervor, daß ich auf Verkäufer umschulen müßte, damit ich wenigstens auf meinen eigenen Beinen stehen bleibe.
    Der Vorschlag haute mir aber den Boden unter den Füßen so plötzlich weg, daß ich auch das Angebot ablehnte. In einem Umfragetest stellte ich fest, daß ich noch sowieso nie ein Vorbild brauchte und meine Intelligenz ziemlich gut wär, als hätte ich das nicht wohl selbst gewußt.
    Ich mach jetzt in Schwarzarbeit, damit ich nicht nackt zum Amt rennen muß.
    Nö, Politiker sind keine Vorbilder für mich: Aber Hemmungen habe ich deswegen nicht mehr.
    Da sollte mir mal ein TRichter was erzählen wollen…

  3. Um was geht’s hier eigentlich?
    Ich mein, Bürgernähe ist ja förderlich ansich. Bloß hört sich das hier wie ’ne Schlacht, mal egal auf welche sich wer bezieht.
    Wenn ich nicht mehr wählen gehe, dann kriege ich spätestens hier die Bestätigung dafür, daß meine Parteilosigkeit so richtig enden mußte.
    In einer Höhe, wo die Luft bekanntlich dümmer wird, konzentriert sich die kostbare und nur kurz verbleibende Zeit auf einen Einzelkampf zum Luftschnappen an der Sauerstoffquelle.
    In der Fleischerei meiner Eltern hatte ich noch bodenständig erlernt, daß die Wasserhähne
    wichtiger sind, als alles andere. Dabei ist es furchtbar egal, ob ich den selbst repariere oder einen Klempner rufen muß: Hauptsache, er kriegt die Hähne dicht. Bei alten Rohren ist da schon mehr Erfahrung notwendig als das heutzutage ein Hochdruckkurs der Arge bringen wird. Da wird doch nur noch beigebracht, wie man sie schnell erneuert und nicht wie früher drauf geachtet, daß die Generationen überstehen sollen. Mal geachtet dessen, daß ich das gar nicht aus eigener Tasche bezahlen könnte.
    Ich finde also richtig, wenn ein Handwerk zunächst erlernt werden muß, bevor ein
    vorschnelles Zertifikat erteilt wird. Und dazu gehört die Kritik des ach so alten Meisters, der ja auch immerzu alles besser wissen will.
    Bloß hat der seine guten Zeiten nicht schon hinter sich. Das Gegenteil ist der Fall, denn gerade jetzt weiß er erfahrungsgemäß, daß sein liebstes, aber pubertierendes Kind eine starke Hand braucht und das besonders in dieser harten Zeit.
    Die Hand kann ausgeschlagen werden, das sollte eine blutjunge Schwangere nun wirklich nicht tun, auch wenn sie über Vieles anders denkt. Manch‘ einer täte um eine Hand bitten.

    Mal ganz in Ruhe drüber nachdenken – sofern es die Hormone noch zulassen.
    … und vorher nix für die Neutralisierung der Hormone einnehmen, is‘ schlecht für’s Ferkel und nur gut für, äh‘ na eben andere.

  4. Macht nur weiter so: Da die unsäglich überflüssige Kommunisdebatte noch nicht reicht,
    müsst ihr einen der medial sehr einflussreichen Fürsprecher der Linken wie Albrecht Müller madig machen, um weitere Stimmen im Westen zu verlieren! Viel Erfolg auf diesem Weg!

  5. ich schlage nicht und ich weiss nicht, ob ich befreundet sein will mit menschen, die solche texte schreiben. sie sind auch nicht meine feinde, zur klarstellung

  6. Sehr geehrte Frau Wawzyniak,

    ich schäme mich für Sie. Albrecht Müller als SPD-Mitglied spricht gut über Euch Linke und Sie – eine Linkschefin – beleidigen diesen Mann.

    Sie sind stellv. Parteivorsitzende und müssen wissen, wie Sie sich in der Öffentlichkeit äußern können. Ihr unsäglicher Kommentar würde in jeder normalen Partei zu Ihren Rücktritt führen.

    Albrecht Müller hat mit seinem Kommentar zu Ihrer Partei vollkommen Recht.
    Spielen Sie nicht die beleidige Leberwurst sondern denken Sie nach.

    Die Linke muß klare Kante zeigen, sonst wird sie überflüssig und die Lohnabhängigen dieses Landes sind wieder um eine Chance gebracht.

    Kehren Sie um, heben Sie den unsäglichen Maulkorbbeschluss auf und entschuldigen sich bei Herrn Müller, der Ihr Vater sein könnte.

    noch solidarische Grüsse aus Schweinfurt

  7. @ halina
    Ein selbskritischer Umgang mit den eigenen Fehlern und die Bemühung um Klarstellung von Missverständnissen scheint,gelinde gesagt, nicht zu ihren Stärken zu gehören.
    Vor 20 Jahren wurden solche leute als Betonköpfe bezeichnet…

  8. @rokel: durchaus bin ich auch in der lage zu sagen, dieses und jenes habe ich falsch gemacht oder falsch eingeschätzt. ich könnte da zum beispiel die debatte um die verwarnung anführen.

  9. Was sollen diese besserwisserischen Ausführungen zum genauen Inalt der antiken Mythologie? Als ob nicht klar wäre, welche Bedeutung in der Umgangssprache heute allgemein (!) Trojanern oder trojanischen Pferden zugeschrieben wird. Was soll die Einstufung von Herrn Müller als „Starjournalist“? Das ist doch alles nur noch peinlich – und das auch noch aus der „höchsten Parteiführung“. Hattest Du keine Lust Dich mit den (laut Text gut gemeinten) Hinweisen auseinanderzusetzen? Man muss die Argumente ja nicht teilen, aber solche Ablenkungs-Manöver erwecken den Eindruck, dass du Dich erwischt fühlst und deshalb verbal um dich haust.
    Woll Ihr die Zahl der Parteiaustritte hochtreiben? Dann nur weiter so.
    Im Moment sind (leider) die Nachdenkseiten für die Verbreitung von linken Positionen in Deutschland bedeutsamer als Die Linke – das sollte eigentlich der Parteiführung zu denken geben bzw. zum Nachdenken!

  10. Hallo, Frau Wawzyniak,

    ich lese die nachdenkseiten gerne, habe sie in meiner Blogroll und halte sie für einen wichtigen Teil eines Gegenentwurfs zur veröffentlichten Meinung. Ihre Polemik „Starjournalist“ halte ich für falsch, der Hinweis, Müller sei Berater von Schröder gewesen, IST falsch. Ich teile aber Ihre Kritik am Begriff der Gleichschaltung und finde es übel, dass keiner der Diskutanten hier im Blog – soweit ich das sehe – willens oder in der Lage ist, diese Kritik mitzutragen. Stattdessen kommt der dämliche Vorwurf, man müsse Geschlossenheit gegenüber dem politischen Gegner zeigen. Ausgerechnet beim Thema Antisemitismus bzw. Nazi-Vergangenheit. Oder es wird gar die abstruse Behauptung aufgestellt, Gleichschaltung sei ein „normales Wort“. Das ist eine diskursive Haltung, die jemandem, der sich als links bezeichnet, nicht gut ansteht. Es sind Methoden und Vorgehensweisen der politischen Rechten.

    Es wäre doch gerade eine nötige Selbstreflexion auf der Linken, selbstkritisch zu debattieren, gerade beim Thema Israel. Natürlich nicht nur, aber auch. Und bei der gedankenlosen, populistischen und geschichtsvergessenen Verwendung des Begriffs Gleichschaltung wäre genau diese Selbstkritik nötig. Dass Müller auch in seiner Replik diesen Punkt ignoriert, spricht nicht für ihn.Stattdessen präsentiert er zwei für ihn sprechende Kommentare von hier auf den nachdenkseiten. Eine Diskussion dort ist leider nicht möglich.

    Und Müllers Bild vom trojanischen Pferd hat etwas verschwörungstheoretisches. Wer anderer Meinung ist, arbeitet also „auf Rechnung anderer“. So einfach kann man es sich machen. Es ist dummes Zeug und erinnert an stalinistische Diskursmethoden. Wer kritisiert, ist ein Feind. Sie, Frau Wawsyniak, leiten den Begriff völlig richtig her, und wer sich darüber aufregt, sollte ein Geschichtsbuch zur Hand nehmen.

    Die dauernde und einseitige Verurteilung Israels von einem Teil der Linken ist genauso verbohrt und entlarvend wie die Haltung des BAK Shalom. Wer im Nahostkonflikt – auch noch von Deutschland aus – nicht in der Lage oder Willens ist, beide Seiten zu sehen, steht für mich im dringenden Verdacht, sein politisches Süppchen auf Kosten der Menschen in Nahost zu kochen. Eine ziemlich schäbige Vorgehensweise. Verlagerung irgendwelcher politisch-psychologischer Konflikte auf den Nahen Osten, weil sich da so schön polarisieren lässt.

    Mein Rat an alle Beteiligten: Beide Seiten sehen oder die Klappe halten.

    Zum Thema:
    http://exportabel.wordpress.com/category/israel/

  11. Das Geschreibsel von Halina Wawzyniak ist mehr als befremdlich. Der Sozialdemokrat Albrecht Müller steht der Partei DIE LINKE weitaus näher als Halina Wawzyniak dem Leser mit ihrem Artikel weis machen will. Für mich ist unverständlich wie sie so eine Position beziehen kann. Sie sollte einmal aufmerksam folgende Interviews zum Thema Antisemitismus lesen:
    http://www.heise.de/tp/artikel/34/34882/1.html
    http://www.heise.de/tp/artikel/34/34923/1.html
    Mit dem Fraktionsbeschluss hat sich unsere Partei DIE LINKE eine Hürde aufgebaut,über die sie in Zukunft von sog. demokratischen Journalisten, Politikern oder sog.Historikern wie Michael Wolffsohn getrieben werden. Dieser „feine“ Historiker erdreistet sich sogar, Karl Marx falsch zu zitieren und der Linken generell Antisemitismus zu unterstellen. Es sind viele Worte dazu, auch im Bundestag von unserer Partei gesagt worden, u.a. von der von mir sehr geschätzten Genossin Luc Jochimsen. Die übrigens mehr an Erfahrung in ihre Waagschale werfen kann, als Halina Wawzyniak. Mit diesem Fraktionsbeschluss hat unsere die Partei DIE LINKE Selbstfesseln auferlegt. Die eigentliche Arbeit wird dadurch geschwächt.
    „Wir müssen uns nicht immer jeden Schuh anziehen, den man uns zum Anziehen hinhält“! Das sollte auch Halina Wywzyniak verinnerlichen oder zu den Spezialdemokraten gehen.

  12. Müller hat – ausnahmsweise – nen Knall.

    Diese blödsinnigen Trojanervorwürfe sind nicht nur eine Beleidigung für seine durchaus gelegentlich vorhandenen analytischen Fähigkeiten, sie tun leider auch das was er so jakobinisch unterstellt: Sie schaden der Partei.
    In einer Partei die auf solche Vorwürfe hereinfiele, würde letztlich jede Diskussion erstickt.

    Und eine erstickte Diskussion, da mache man sich keine Illusionen, erstickte den Versuch eine linke Partei in der BRD zu formieren.

    Es ist ja richtig: Es gibt Leute die der Linken schaden wollen. Und die unsere offenen Flanken nutzen (oder solche zu konstruieren versuchen). Aber wir sollten denen nicht den Gefallen machen uns daraufhin selbst zu zerlegen. Das täten wir aber, wenn wir uns nicht mehr mit Positionen und/oder Kritik auseinandersetzen sondern selbige als „U-Boot“ abkanzeln.

  13. Hallo zusammen,

    ich schreibe, weil ich mich ganz schwer wundere.
    Zu allererst darüber, dass du, Halina, in tendenziell umfassend abwertender Art und Weise und dazu öffentlich auf Albrecht Müllers Ausführungen reagierst. Es ist ja nicht so, dass man – was das Thema betrifft – nicht anderer Meinung sein könnte als AM. Aber die mehrfache Benutzung des Wortes „Starjournalist“ lässt kaum einen anderen Schluss zu, als dass hier eine persönliche Verletzung AM’s durchaus gewollt war. Faktisch wird hier nicht nur latent aggressiv auf diesen einen Text AM’s geantwortet, sondern im selben Zuge dessen gesamte Arbeit verunglimpft. Als langjähriger Leser der NDS kann ich nicht anders, als mich zu wundern, eine solch abwertende Reaktion auf DIE unabhängige Informationsquelle im Netz (meine Meinung) ausgerechnet von einer Parlamentarierin der LINKEn zur Kenntnis nehmen zu müssen. Ehrlich gesagt schaffe ich es kaum, diesen Text zu tippen. Viel lieber würde ich mir die Hände vor Fassungslosigkeit und Fremdscham vor’s Gesicht schlagen.

    Liebe Halina, warum tust du so erschrocken ob der Vermutung Albrecht Müllers, die LINKE könnte von irgendjemandem unterwandert sein? Ich bitte dich. Es ist nunmal Fakt, dass die Partei vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Und wenn man hier die Worte „Schily“ oder „Schäuble“ nicht nennen will, kann man genauso gut „Asmussen“ oder „Keitel“ sagen. Falls verstanden wird, was ich damit sagen will.

    So erschrocken. Dabei ist die Unterwanderung der SPD erst ans Tageslicht gerückt, als es längst zu spät war. Welche Namen muss ich nennen? Schröder? Clement? Asmussen? Rührup? Oder eben Schily? Um es lapidar und zynisch zu formulieren: das passiert den Besten. Und die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass es in der LINKEn und bei den GRÜNEN nicht anders abläuft. Mit Verlaub, aber regiert wird schon lange nicht mehr im Parlament. Sorry. Es waren vornehmlich Sozialdemokraten, die der politischen Korruption in Europa Tür und Tor geöffnet haben. Drehtüreffekte wurden salonfähig gemacht. Lobbyisten und privaten Anwaltskanzleien wurden Tür und Tor geöffnet. Man klatschte bis die Finger wund waren, als es hieß, dass man von nun an den Regeln der internationalen Finanzmärkte unterworfen sei. Und wie wir im Moment schön bestaunen können, gibt es kaum einen Weg zurück.

    Es mag sein, dass dir der Gedanke nicht gefällt, für eine Partei im Bundestag zu sitzen, die mit aller publizistischen Macht zersetzt werden soll, obwohl sie Inhalte vertritt, die den aktuellen Krisen der Welt hätten vorbeugen können, wenn man nur ein ganz kleines bisschen auf sie gehört hätte. Mir gefällt das ebenso wenig. Aber wir können es nicht ändern. Aber wir können es schlimmer machen. Und du – abermals sorry – bist auf einem guten Wege dahin. Es bleibt mir zu hoffen, dass du nicht in Gänze im Bilde bist oder warst, welch hervorragende Arbeit Albrecht Müller und sein Team leisten, als du die hektische und vollkommen überflüssige Generalkritik an AM übtest. Ich hoffe inständig, dass du alle Hebel in Bewegung setzen würdest, dass die NachDenkSeiten mehr Bekanntheit erlangen, falls du gewusst hättest, was du da in aller Öffentlichkeit zerreist. Sollte ich mich irren, verstehe ich die Welt nicht mehr. Dann sollte die LINKE sich tatsächlich auflösen und wir können versuchen, die Welt aus tausenden Splitterparteien heraus wieder vom Kopf auf die Füße zu stellen. Kann man versuchen. Viel Glück dann dir, mir und uns allen. Mehr bliebe dann nicht mehr zu wünschen.

    Mit außerSPDlich sozialdemokratischem Gruß
    Andreas

  14. also wenn irgendjemand ein trojanisches pferd ist, dann ist es ja der herr müller, der als spd-mitglied für die linke wirbt…
    und wer die nachdenkseiten ernst nimmt, ist im übrigen selbst schuld, schließlich trieft dieser blog nur so vor linker propaganda..

  15. Dies hier
    http://twitter.com/#!/Halina_Waw/statuses/84288117233819648
    ist hoffentlich nur ein schlechter Scherz.

    Welches Diskussionsniveau pflegt man denn andernorts?
    Es muss dir doch klar gewesen sein, welche Reaktionen du provozierst, als du deinen Kommentar geschrieben hast. Du gehst doch sachlich kaum auf das von AM Gesagte ein. Stattdessen findet man eine merkwürdig aggressiv klingende Betitelung (Starjournalist) und zusammengegooglete Begriffserklärungen, die áugenscheinlich AM’s Allgemeinbildung und Intellekt infrage stellen sollen.

    Das Problem liegt doch nicht darin, dass dir AM’s Text nicht zusagt. Das Problem liegt darin, dass du dich hier emotional von jemandem und etwas distanzierst, dass eine publizistische Instanz für DEINE Leute darstellt. Was willst du da erwarten? Applaus? Ich kann mich nur wiederholen. Ich hoffe, dein Artikel ist aufgrund mangelnder Kenntnis der Arbeit der NDS entstanden. Neue Leser hast du für deinen eigenen blog jedenfalls nicht gewonnen. Wenn wir alle Pech haben, stehen die schönsten Zitate all dessen hier morgen stundenlang auf der Startseite von SpiegelOnline. Und was wir dann gewonnen haben, ist Pest und Cholera. Gleichzeitig.

  16. Ich bin entsetzt, Frau Wawzyniak.

    Wenn es nicht um die letzte wahrnehmbare Partei hierzulande gänge, die noch einigermassen links der Mitte steht, wäre mir das egal – aber Ihr (frappierend inhaltsleerer, aber lauter) Auftritt hier schadet der sozialistischen Bewegung vielleicht genauso, wie schon die unsägliche Fraktions-Resolution im Zuge der „Antisemitismus“-Debatte.

    Hat die Linke nicht genug Feinde, daß Sie die letzten Freunde, die – kritisch und theoretisierend, von SPD-Positionen kommend – in letzter Zeit immer deutlicher Ihre Partei unterstützten, so verbellen?

    Ich wünsche Ihnen die Kraft für eine Revision Ihres Standpunktes (für den keinerlei Argumente zu finden sind) wie für eine Entschuldigung beim unverdient angegriffenen Albrecht Müller.

    Zwischen Trauer und Zorn,

    Stephan Schulze

  17. Frau Wawzyniak,
    wie kommen Sie eigentlich im Zusammenhang mit Herrn Albrecht Müller auf den Begriff „Starjournalist?“.
    Wenn das distanzierte Ironie ausdrücken sollte ,dann komme ich denn doch eher zu der Auffassung ,dass Sie vor lauter überheblichem Wald den „Urbaum der linken Existenzberechtigung“ vollkommen übersehen.
    Merken Sie ,auch ich gebrauche Bilder.
    Ich überlasse es ihrer „Überheblichkeit im Umgang mit gutgemeinter Kritik umzugehen“ auch dieses Bild als „schief “ zu qualifizieren.
    Sollte die Linke -egal ob auf dem Gebiet der Aussen – oder Innenpolitik – ihre Alleinstellungsmerkmale verlieren und sollte weiter versucht werden von Seiten der sog Reformer in der Linken (ich nenne diese Denkrichtung – sozialdemokratisierende Verschlimmbesserung) die Partei in die politische Einheitssoße dieser banana republika zu tauchen ; dann wird der Linken das Gleiche passieren, wie es der „entsozialdemokratisierten “ SPD passiert ist:
    Sie wird von den Menschen als politisch überflüssig angesehen werden.

  18. Es bleibt richtig, was Müller schreibt: Der – wirklich ziemlich absurde – Antisemitismusvorwurf gegen die Linke zielt – ebenso wie übrigens die ständigen Versuche von Rechts, einen neuen „Linksterrorismus“ zu beschwören – darauf ab, die einzige sozial- und wirtschaftspolitische Alternative in D. zu diskreditieren. Ziel ist, die Linke im Bewußtsein der Bevölkerung nachhaltig an den politischen Rand zu drängen. Inzwischen ist es schon so weit, dass es je nach Umfeld schon ganz schön heikel sein kann, sich als Anhäger der Linken zu outen, weil viele brave aber einfältige Leute die stets tendenziöse Darstellung in der Presse (die tatsächlich nun mal mehrheitlich bürgerlich ist, ob böse oder nicht) als Abbild der Wirklichkeit nehmen. Damit hätten diese Organe ihr Ziel erreicht: Sie schreien „Antisemitismus“ und meinen „Mindestlohn“, sie kreischen „linke Gewalt“ und fürchten in Wahrheit die Abkehr von den Schröderschen „Reformen“. Wenn ihr euch jetzt über die Leute mokiert, die auf diesen Zusammenhang hinweisen: Kann es sein, dass ihr eigentlich gar nicht mehr wegwollt von diesem Kurs, weil ihr euch, wie einst die Grünen, lieber gemütlich einrichten wollt in dieser Republik (und künftig zB auch Spenden von der Dt Bank bekommen wollt)?

  19. Liebe Halina,

    du wärst besser beraten gewesen, dich INHALTLICH mit Albrecht Müllers Beitrag auseinander zu setzen. Das vermeidest du aber aus gutem Grund. Stattdessen lieferst du einen Beitrag ohne Inhalt, vom Ton her aber am Rande der Zickigkeit. In dem Fall hättest du besser einfach geschwiegen.
    Auf der anderen Seite kann ich deine Gereiztheit nachvollziehen. Mit diesem unsäglichen Antisemitismus-Beschluss habt ihr voll ins Klo gegriffen und unserer Partei großen Schaden zugefügt. Und die Kritik daran tut natürlich umso weher, weil sie berechtigt ist.

  20. Liebe Frau Wawzyniak,

    zeigen Sie doch einfach Haltung und entschuldigen sich bei Herren Müller und gestehen ein, dass ihre Polemik falsch und kontraproduktiv war. Oder belegen Sie wenigstens wo Herr Müller nicht recht hat. Damit würden Sie mehr Sympathie für die Linke gewinnen als mit ihren hilflosen Versuchen sich zu exkulpieren.

  21. 1.
    Die Kritik von Halina an dem Terminus „Gleichschaltung“ ist nachvollziehbar:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Gleichschaltung
    Allerdings ist dies dann nicht der einzige Artikel, den man diesbezüglich kritisieren müsste:
    http://www.welt.de/debatte/kommentare/article13303532/Hochzeits-TV-ist-Bankrotterklaerung-von-ARD-und-ZDF.html
    http://www.wiesbadener-tagblatt.de/region/wiesbaden/stadtteile/nordenstadt/10879051.htm
    http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kritik/1485417/
    Fazit:
    Man kann die Verwendung dieses Begriffes kritisieren, muss es aber nicht.

    2.
    Auch die Kritik am Bild „trojanisches Pferd“ kann man so stehen lassen. Das Bild ist – genau genommen – schief. Jedenfalls wenn man sich auf die griechische Mythologie bezieht. Aber vielleicht hat Müller den Begriff doch eher wie im Computerbereich gemeint. Dort ist ein „trojanisches Pferd “ (kurz ein „Trojaner“) ein nützliches Programm, das ohne Wissen der Nutzer zur Datenmanipulation eingesetzt wird. In diesem Sinne wären es erfolgreiche PolitikerInnen, die ohne Wissen der Parteimitglieder zur Manipulation der Partei agieren. In diesem Sinne wäre das Bild dann also nicht schief. Ob diese Sprachkritik überhaupt angemessen ist, ist eine andere Frage. Die Reaktion der LeserInnen hier ist ja so gut wie einhellig: sie ist es nicht.Sie hätten sich eine inhaltliche Auseinandersetzung und keine Sprachkritik erhofft.

    3.
    Halina antwortet darauf mehrmals, dass sie diese inhaltliche Auseinandersetzung an anderer Stelle betrieben habe. Dann wäre es doch sicherlich kein Problem hierauf per Link hinzuweisen. Halinas Kritiker könnten dann sehen, dass sie zu einer inhaltlichen Diskussion auch in der Lage (und bereit) wäre. Also Halina, wie wäre es?

    4.
    Noch etwas: Linkenwähler schrieb: „Ist es vermessen, liebe Frau Wawzyniak, Sie dem rechten Lager der Partei zuzuordnen?“ Halina antwortete darauf: „@linkenwähler, es ist vermessen“. Dabei ist doch bekannt, dass du der Parteiströmung „Forum Demokratischer Sozialismus“ (FDS) angehörst, auch wenn du dies als Parteivize ruhen lässt. Aber das dürfte nur formal sein. In der FDS haben sich die Parteirechten zusammengeschlossen. Das ist ja auch nicht zu kritisieren. Jede gut funktionierende Partei braucht eine rechte, eine linke und eine zentralistische Strömung. Nur warum leugnest du, was jedes Parteimitglied weiß?

  22. m( sorry, das hat keinen Sinn mehr. Ihr werdet seit Bestehen marginalisiert und macht selber auch noch kräftig mit. Nehmt eure Parteispenden und sonstigen Einkünfte, zieht auf die Cayman Islands und lasst es euch da gutgehen. Aber lasst uns in Ruhe. Wir brauchen keine Parteien mehr (das gilt für CDUSPDGRÜNEFDP usw usw ebenfalls), denn ihr seid Teil des Problems, nicht der Lösung. Mit der Wirtschaft würden wir ohne euch wesentlich besser fertig. Worauf wartet ihr noch?

  23. Befremdlich das alles und auch verständlich, dass beim Thema die Nerven etwas blank liegen. Albrecht Müllers Verhältnis zur Linken ist wohlwollend, aber sicher nicht unkritisch. Kern des Problems in dieser Causa ist die Fremdbestimmung von Parteien über verschiedene Mechanismen von außen und über die Wirkmacht bestimmten dissidenten Verhaltens einzelner, mit denen diese sich vor allem gegen die Kernanliegen der Partei selbst profilieren und über das Ping Pong mit Medien, die gegen die Parteianliegen arbeiten, schweren Schaden anrichten können und die Parteien eben gerade bei ihren verbindenden Wertekernen effektiv paralysieren.

    Hier geht’s um die Linke als derzeit einzigen parlamentarischen Hoffnungsträger einer _anderen_ Politik, wenngleich die Auflösungserscheinungen beim Marsch durch die Institutionen auch schon unverkennbar sind. Nicht dass es in der SPD oder bei den Grünen keine progressiven Kräfte gäbe – spätestens das ISM belegt es ja – aber sie sind parteiintern eben blockiert durch eine Fremdbestimmung nach dem angerissenen Muster. Da ist auch nix verschwörungstheoretisches, sondern das ist klare Analyse, die sich an unzähligen Einzelbeispielen festmachen lässt.

    Bei Ihrer Antwort, Halina, bin ich allerdings verblüfft, weil sie nach dem gleichen schematischen Muster abläuft, das politische Heißsporne aus der „Antideutschen“-Fraktion oder eben dem BAK-Shalom verwenden, um rhetorisch leichtgewichtigen Gegnern mal schnell einen vor den Bug zu geben und das Publikum billig zu beeindrucken: Sie stellen selbst abwegige Assoziationen her, um auf die dann loszugehen und das Publikum bemerkt oft nicht, dass Sie nur ihr selbstgebrautes prügeln. Auch das Immunisieren rechtspopulistischer – um es noch höflich auszudrücken – Regierungspolitik Israels gegen Kritik läuft hierzulande ja nach ähnlichem Muster. Mit irgendeinem Kniff wird die Kritik in einen allgemeinen Angriff auf Israelis oder Juden umgedeutet und damit erstens die Bezugsebene verschoben und zweitens zu einem ganz anderen Thema umgeleitet.

    Von einem Profi, zumal im Bundesvorstand, erwarte ich da schon mehr, vor allem aber, dass er auf die Sache eingeht und sich nicht mit billiger Finte herauswindet. Ansonsten müßte ich davon ausgehen, dass Sie sich von der Beschreibung ertappt fühlen, was natürlich eine besondere Ironie wäre, weil Sie definitiv nicht gemeint gewesen sein können. Als zumindest funktionale Trojaner sind bei Albrecht Müller jedenfalls andere im Fokus, die in bestimmten zugespitzten Situationen – ob aus Dummheit, plattem Eigennutz oder berechnend und abgesprochen lässt sich da schwer von außen beurteilen – das Geschäft des politischen Gegners betrieben haben.

    Vielleicht fällt Ihnen ja noch was zur Sache ein, würde mich freuen.

    Sonnige Grüße
    Andreas

  24. Guten Morgen Halina Wawzyniak,

    Albrecht Müller hat völlig Recht, weshalb die Linke wählen, wenn ihr doch nur ne zweite SPD werden wollt!? Entweder ihr werdet wieder das was die PDS mal war oder ihr werdet bedeutungslos! Wegen Leuten wie dir, den sogenannten Reformern, die wirkliche linke Politik mit Füßen treten habe ich die Linkspartei verlassen, denn ich kandidiere nicht für eine Partei die ihre Wahlversprechen und somit die Hoffnungen der Wählerinnen und Wähler zerstört!

    Da kann man sich gleich für das Original, die SPD entscheiden, kann Versprechen halten, denn das Ziel ist dort gleich die Sozialdemokratie und nicht ein vorgegaukelter Sozialismus!

    Desweiteren hat Albrecht Müller bereits zu Zeiten Schröders ein Buch gegen die Agenda 2010 herausgegeben, da sie ja bei der Aufzählungen seiner Beratertätigkeit die Anklage im Raum stehen lassen, er hätte die Agenda mitgetragen!

    P.s.: Für mich hat sich immer die Frage gestellt ob die Reformer und damit auch DU auf der Gehaltsliste des Verfassungsschutzes stehen!

  25. Ich kann hier nur meinen bösen Brief an Partei und Fraktion widergeben.
    Es soll auch alte Sozialdemokraten geben (z.B. A. Müller), die unserer Partei positiv gegenüber stehen (s. Müller´s Artikel zur Antisemitismusdebatte. deshalb hier noch einmal in aller Deutlichkeit:

    Guten(?) Tag GenossInnen,

    endlich sind wir auf dem Weg total lächerlich gemacht zu werden.
    Wir sollten die Egomanen endlich aus Partei und Fraktion werfen.
    Viele bislang wohlmeinende GenossInnen – einschliesslich mir – haben die Schnauze voll.

    Entweder können oder wollen die verantwortlichen GenossInnen nicht über die fundamentalen und existenziellen Fragen unserer Partei nachdenken und notwendige Auseinandersetzungen anstossen..

    Der „Antisemitismusbeschluss“ der Bundestagsfraktion war aus meiner Sicht beispielsweise genauso überflüssig wie ein Kropf, wie die völlig ohne Not von Gesine losgetretene „Kommunismusdebatte“.

    Leute, wo lebt ihr eigentlich. Ohne verallgemeinern zu wollen oder zu
    können:
    mir drängt sich zunehmend der Eindruck auf, manche scheinen schlicht zu naiv, andere zu blöd zu sein um zu realisieren, was bei uns und um uns herum passiert.
    Dabei möchte ich auch die Hinterfotzig-Bösartigen nicht vergessen.
    Einige scheint nicht klar zu sein, dass wir nach wie vor in einer von Antagonismen geprägten kapitalistischen Gesellschaft leben!

    Wenn wir diese Kurve nicht kriegen, dürfte das Projekt „Die Linke“ langsam aber sicher den Bach ´runter gehen.
    Anlage als Anregung nachzudenken! (s. Müller in „nachdenkseiten“)

  26. Es ist ein Skandal, wie Halina reagiert. Ich lese die klugen Nachdenkseiten jeden Tag und finde sie sehr Nachdenkenswert.Rolf

  27. @martin: zum absurden vorwurf verfassungsschutz habe ich schon was gesagt, auch zur frage spd…bitte lest erst die kommentare bevor ihr kommentiert

  28. @ralf: ich sehe das fds nicht als rechts an… darüber hinaus habe ich nicht die zeit, hier lauter links raus zu suchen, aber wer sich interessiert der findet

  29. @winfried: der antisemitismusbeschluss, den ich für richtig und notwendig halte ist doch nur ein vehikel.ich kritisiere die methode von müller.

  30. Ob Pferd oder nicht – der Text ist eine Eselei.

    Deshalb, liebe Halina, macht es auch keinen Sinn, auf „qualifiziertere Kommentare“ zu hoffen, die Dir das Feuer aus den Kastanien holen. (-:

  31. @ andreas: was hälst du von „halt die fresse“ oder der anspielung auf meinen nachnamen?

  32. Sehr geehrte Frau Wawzyniak,

    respekt….dieser blogartikel hätte auch von einem SPDler kommen können.DIe Nerven müssen ja ziemlich blank liegen bei Ihnen. Der Abschuss ist ja ihre Ausführung zur „Gleichschaltung“ und der sofortige hysterische Schwenk nach rechts….Schonmal bei Diekmann oder Blome angerufen und um ein Praktikum gebeten???Als täglicher Leser der Nachdenkseiten kann ich nicht erkennen, A.Müller als „starjournalisten“ anzusehen…

    Ach und noch etwas: Fragen sie doch mal bei Frau Wagenknecht über die Person Albrecht Müller nach, oder nutzen sie folgenden Link

    http://www.youtube.com/watch?v=DMHfZV4ZyYM&playnext=1&list=PL2B8FB27B9876076E

  33. Das ist Haarspalterei. Der Begriff „Gleichschaltung“ hat sich doch gewandelt, wie sich viele Begriffe in der deutschen Sprache gewandelt haben. Heute wird durch Kapitaleinfluss (!) gleichgeschaltet! Das sollte die LINKE eingentlich wissen. Wenn man nicht weiter weiß, macht man kluge Artikel mit solch Haarspalterei nieder. Ich bin Wählerin der Linken und habe mit Entsetzen diesen Antisemitismus-Erlass (bitte jetzt keine sprachlichen Haarspaltereien) gelesen. Ja, das mit dem Stöckchen sehe ich ähnlich. Man kann es BILD, FAZ und den anderen – ich benutze das Wort jetzt in der heutigen Bedeutung – gleichgeschalteten Medien nie recht machen und es ist auch ein Unding, es denen recht machen zu wollen. Von der Linken hätte ich da mehr Intelligenz erwartet. Wie kann man Antisemimitismus mit dem Staat Israel gleichsetzen. Antiseminitische Meinungen kann man über jüdische Menschen haben, aber ein eine kritische Meinung über ein politisches Gebilde KANN kein Antisemitismus sein, das ist schlichtweg unmöglich. Dann wäre ja die Kritik an der Richtung, die Deutschland einschlägt, auch antidemokratisch oder antideutsch. Ich frage mich jetzt, wer ist eigentlich in diesem Land noch wählbar? Alle rennen der großen Anerkennung, die gleichzeitig GELD und MACHT bedeutet, hinterher. Macht seinen Kotau vor dem großen Geld – denn nur dass ist BILD. Von der Linken hätte ich das am wenigsten erwartet. Schade. So kann man sehr viel Porzellan kaputtmachen, aber auch von Rechts Wählerstimmen gewinnen. Will man das?

  34. @pewi: mir ging es um die methode von herrn müller. und nein, ich teile weder deine noch müllers interpretation zum beschluss der fraktion. das ist hier aber nicht thema.

  35. Über derartige Beleidigungen müssen wir doch nicht diskutieren. Sie tragen nichts zur Sache bei und sind lediglich dazu bestimmt, zu verletzen. Ich bin ein großer Freund von Sachbezogenheit, was aber nicht heißt, dass ich nicht weiß, wie es sich anfühlt, wenn man sich auf den Schlips getreten fühlt und im Schatten der Anonymität des Netzes schon mal „einen raus haut“. Anspielungen auf Namen und ähnliche Dinge fallen jedoch in eine Kategorie, die ich nicht verstehe.
    Mit emotionalisierter Kritik haben alle zu kämpfen, die in Foren aktiv sind. Als langjähriger Forist weiß ich, dass es oftmals sogar schwer fällt, mit einer Flut von sachlicher Kritik umzugehen, wenn man sich selbst nicht bewusst ist, dass man etwas schrieb, das andere verletzt hat. Oftmals ist das der Fluch des geschriebenen Wortes, der eine echte Unterhaltung einfach nicht ersetzen kann.

    Nun, ich bin kein Freund davon, eine persönliche Meinung aufgrund starken Gegenwindes zu revidieren. Aber die Wirkung deines Textes sollte dich zumindest veranlassen, darüber nachzudenken, ob du mit der Art und Weise des Textes eventuell Verletzungen ausgelöst haben könntest. Das tragische in diesem Fall – und das machte es umso emotionaler – wäre dann sicherlich, dass die Leser deines Textes, die nun in großer Zahl über die NDS hier her gelangen, diese Kritik von ausgerechnet dieser Seite (LINKE) nicht erwartet hätten. („Glück ist Erwartungsmanagement“, einer meiner Lieblingssprüche)

    Um es (für mich) nochmal klar aufzuschreiben: Albrecht Müller ist keine heilige Kuh und man darf – das ist übrigens das Hauptanliegen der NDS – sich stets eigene Gedanken zu allen Themen machen. Und das kann man stets tun, ohne eine Beleidigung nach der anderen in die Tastatur zu hauen. Aber wenn man eine Kritik verfasst, die mit „schiefe Bilder“ überschrieben ist und darin den Autor des zu kritisierenden Textes mehrfach mit dem wenig nachvollziehbaren Attribut „Starjournalist“ belegt, ist das aus meiner Sicht eine gute Vorraussetzung, um eine sehr emotionsgeladene Debatte anzustoßen. Um es mal ganz vorsichtig zu formulieren.

    Und du befindest dich jetzt in einer Situation, die ich als Forist auch nur zu gut kenne – und um die ich dich nicht beneide. Du musst schauen, ob und in wie weit berechtigte Kritik vorhanden ist. Ungerechtfertigte Kritik oder gar kleingeistige Beleidigungen brauchst du dir nicht ans Bein zu hängen. Darüber brauchen wir nicht zu reden. Aber über die Tatsache, dass Albrecht Müller sich von deinem Beitrag so sehr „auf den Schlips“ getreten gefühlt hat, dass er auf die Reaktion noch einmal gesondert eingeht, könnte man schon reden. Verletzungen gibt es hier nunmehr auf allen Seiten. An dieser Stelle sollte die Leserschaft meines kleinen Textchens nun zurück an den Anfang des Textes springen und ihn noch einmal lesen. :o)

  36. „Halina Wawzyniak “dankt herrn müller für viele neue leser/innen ihres blogs und weiss jetzt das diskussionsniveau an anderen orten zu schätzen“
    dann fällt mir auf der Stelle das Sprichwort ein: Hochmut kommt vor dem Fall.“

    Sippenhaftung als Argument? Ich fürchte, da befinden wir uns wohl weit nach dem Fall.

    Wenn man bedenkt, was die Nachdenkseiten (werk-)täglich für eine Partei wie die Linke leisten und hier jemand dann auf Kindergartenniveau Rechthaberei betreibt, weil er sich an ein, zwei Redewendungen stört, würde ich der Linken mal dazu anraten wollen, mal darüber nachzudenken, ob solches Verhalten nicht ein ganz klein wenig Auswirkungen auf die Wahlergebnisse haben könnte.

    Man muss bei so viel polemischem Unfug (“Starjournalist”) auch erst mal ganz tief durchatmen, um nicht direkt auf Ihrem Niveau zu antworten, werte Frau Wawzyniak. So lange linke Politik sich in derart unnötige in Selbsteitelkeiten verhaftete Grabenkämpfe verzettelt, werden sich die NeoCons auch weiter über uns kaputt lachen. Zu recht, wie ich meine.

  37. @Halina Wawzyniak, je öfter Sie hier mantrahaft die „Methode“ Müllers wiederholen, desto klarer wird mir, daß das „trojanische Pferd“ ein bedacht gewählter Begriff von ihm war. Das gleiche trifft auf „Gleichschaltung“ zu. I.Ü. hat der Oskar auch schon mal etwas von „Fremdarbeitern“ erzählt und jeder wußte was gemeint war. Meine Mutter sagte immer zu mir: „Junge, stell‘ dich nicht dümmer, als du bist.“ Aber Sie sind ja kein Junge ;-).

  38. Halina, du schriebst gerade:
    „@pewi: mir ging es um die methode von herrn müller. und nein, ich teile weder deine noch müllers interpretation zum beschluss der fraktion. das ist hier aber nicht thema.“

    Methode und Inhalt trennen zu wollen ist schwer – und klappt fast nie. Nicht in blogs, die oftmals zwischen Tür und Angel gelesen – manchmal sogar geschrieben werden. Für die Kommentare gilt das in noch größerem Maß. Hier könnte man aber immerhin zur Kenntnis nehmen, dass zum Thema „Antisemitismus-Beschluss“ Diskussionsbedarf besteht.
    Sicherlich, Müllers Methodik ist rationalisiert und folgt der selben Logik, wie die Methodik, die allenortes gegen die LINKE ins Feld geführt wird. Wie du weißt, kommt Müller selbst aus dem parteistrategischen Bereich und weiß wohl genau, wovon er spricht. Aber nur so ist es doch möglich, die Mechanismen zu verstehen, die seit Jahren darauf hinarbeiten, in Deutschland (und ganz Europa) eine Einheitsregierung der unsäglchen „Mitte“ zu installieren. Wobei diese publizistisch suggerierte Mitte irgendwo zwischen CDU- und FDP-Politik angesiedelt sein soll.

    Ganz ehrlich: wenn ich das Wort „Gleichschaltung“ höre, tut es mir auch jedesmal fast körperlich weh. Aber ich wüsste nicht, wie man das, was auf europa- und weltpolitischer Bühne abläuft, besser beschreiben könnte.

    Vielleicht ist es falsch, das Wort „Gleichschaltung“ – als bei den NDS etablierte Beschreibung der medialen Stoßrichtung – plötzlich auch als Begriff für erkannt geglaubte, innerparteiliche Vorgänge zu verwenden. Vielleicht hätte man da besser das Wort „Anpassung“ o.Ä. gebraucht. Hinzu kommt, dass es mehr als diskutabel ist, ob die deutsche Linke (klein geschrieben) nicht dringend einen gewissen überparteilichen Anpassungsprozess durchlaufen muss, um in der Realpolitik überhaupt mal wieder eine Rolle zu spielen. Reaktionen auf diese Äußerung sind mir egal. Wenn man sich die Entstehungsgeschichte der LINKEN anschaut, erkennt man leicht, dass es die „Trojaner“ innerhalb der SPD waren, die es stets geschafft haben, linke Politik in Deutschland zu verhindern. Die Sache „Clement-Ypsilanti“ dient hier als Paradebeispiel.

    Schnell zum Schluss. Müller gibt zu Bedenken, dass die LINKE sich nicht mit überflüssigen (!) Beschlüssen wie die Sau durchs Dorf treiben lässt. Als MdB für die LINKE hört man es vermutlich ungern, dass nun auch Leute, die der Partei zumindest nicht ungewogen sind, befürchten, dass spalterische Prozesse ablaufen könnten. Aus meiner Sicht – und da ziehe ich gerne allen Hass auf mich – stellt sich die Sache etwas anders dar. Wenn spalterische Prozesse in SPD und Linkspartei und bei den GRÜNEN irgendwann dazu führen sollten, dass ich nochmal eine andere Politik erleben sollte, als die o.g. „Politik der Mitte“, dann würde ich mich darüber freuen. Lafontaine, Wagenknecht, Geißler und Giegold in einem Kabinett. Toll. So, nun ist die Arschkarte bei mir :o)

  39. Sehr geehrte Halina,

    offensichtlich hast Du die wohlmeinende Kritik von „Starjounalist“ Müller nicht richtig einordnen können. Mit Deinem Kommentar vergrätzt Du nur Sympathiesanten und erreichst damit, dass sich DIE LINKE zwischen alle Stühle setzt!!! So kann man nicht mit Leuten umgehen, die den Positionen der LINKEN sehr nahe stehen. Eine Entschuldigung für Deine Entgleisung bei Albrecht Müller wäre angemessen!!!

    Mit sozialistischer Unruhe

    U. Eisner

  40. Wenn ich mir ansehe was für sogn. Linke, teils Ultra-Extremisten jeglicher Couleur für die WASG zusammengekehrt wurden – lauter Leute die nie wirklich in einem realexistierenden Sozialismus gelebt haben und dessen Probleme und Einschränkungen nicht miterlebten – und dann darüber in die Linke gekommen sind und nun dermaßen Stunk machen, dabei trotz kleinster Mitgliederzahlen gleichberechtigte Vertreteranteile verlangen und dazu noch den Ost-Genossen ihren Fanatismus aufdrücken wollen, sowie weiterhin in der Praxis sich absolut nicht bewährten Theorien reflektionslos nachhängen, frag ich mich echt, wer hier die U-Boote und Trojaner sind!

    Über die Beitragsmoral in den alten Bundesländern, die trotz oft erheblich höheren Einkommen sich nicht an den Tabellen orientieren und sich entsprechend solidarisch verhalten, ja oft kaum den Mindestbeitrag entrichten, will ich gar ganz schweigen.
    Aber nach deren Pfeife sollen wir tanzen…und sie bezeichnen Halina als V-Frau des VS und Schlimmeres…
    Mal ganz im Ernst, habt ihr noch alle Latten am Zaun?

  41. @Halina: Aber genau DAS ist das Thema! Du fühlst dich auf den Schlips getreten, weil viele, die linke Positionen vertreten, fassungslos vor dem Beschluss stehen. Herr Müller, ich teile auch nicht immer seine Meinung, ist es zu verdanken, dass in unserer Gesellschaft auch endlich Gegenmeinungen ohne Anbiederung an den Mainstream – wie es die Linke mit dem Beschluss gemacht hat – eine breite Öffentlichkeit findet. Dein Artikel ist der einer beleidigten Leberwurst. Und genau das ist das Problem der Linkspartei. Man heult mit den Wölfen (BILD, CDU, FAZ und, und, und …) , wenn es opportun erscheint, verscherbelt öffentliches Eigentum (wie in Dresden), beendet den sozialen Wohnungsbau, lässt Arbeitsplätze im öffentlichen Dienst unbesetzt und man getraut sich nicht mal mehr Israel zu kritisieren. Feigheit vor dem Feind nenne ich das!

  42. Sie haben jetzt mehrfach deutlich gemacht, dass Sie sich an Müllers Methode reiben. Mindestens so oft sind Sie von Kommentatoren aufgefordert worden, doch endlich mal zum Inhalt seines Beitrags zur Kritik des Beschlusses von Anfang Juni Stellung zu nehmen. Sie wissen wohl am Besten, warum Sie das so laut dröhnend ignorieren.

  43. Weil das ja fast gebetsmühlenartig wiederholt wird „Mir ging es nur um die Metode von Albrecht Müller“. Wie wäre es jetzt endlich einmal mit einer inhaltlichen Auseiandersetzung anstatt von semantischen Exkursen? Zudem ist gerade die Methode billig sich interpretierbare Termini herauszugreifen und diese dann mit negativer Konotation gegen den Verfasser zu drehen. Die Methode vermeintlichen politischen Gegnern sogleich die Nazi-Keule (Gleichschaltung) auf den Kopf zuhauen ist mir eher aus dem linkssektiererischen Milieu bekannt. Nochmals, wie wäre es mit einer inhaltlichen Auseiandersetzung?
    Die Nachdenkseiten sind einer der wenigen, wenn nicht gar der einzige Politblogg, der die Kampagnen der Mainstreampresse gegen Die Linke immer wieder thematisiert hat. Ihr selbst scheint offenbar dazu nicht in der Lage. Oder begreift ihr gar nicht was hier vorgeht?
    Und zur „Methode“ von Albrecht Müller. Natürlich hat Herr Müller etwas überspitzt formuliert. Na und, ich denke das ist legitim wenn man eine Diskussion oder Debatte anstoßen will.

  44. Ziemlich provokant und unverschämt
    Jetzt verstehe ich wieso Gregor Gysi in dem Beschluss vom 07.06.2011 seinen Mitarbeiterinnen einen Maulkorb verpassen will!
    Sowas kann sich keine Partei leisten; ist einfach viel zu teuer- man bedenke die Austritte macher Linksmitglieder nach so einem pamphlet!

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