Wer überwacht die Wächter?

Urlaubszeit ist Krimi- oder Thrillerzeit. Da kann stundenlang ein Buch gelesen werden. Eins nach dem anderen. In Vorbereitung auf die diesjährige Urlaubszeit, nachdem ich Dan Browns „Inferno“ gelesen hatte, stiess ich eher durch Zufall nun auf sein Buch „Diabolus“.

Nachdem ich nun „Diabolus“ ausgelesen habe stellt sich mir folgende Frage: Hat die NSA bei Dan Brown abgeschrieben oder war Dan Brown auch ein Whistleblower? Es scheint ein wenig absurd zu sein, aber das Buch ist 1998 geschrieben worden. Es geht um die Frage von Sicherheit und Freiheit, dem Wunsch der NSA jeglichen Mailverkehr (mit)lesen zu können und Datensicherheit.

Wer sich die Seite der NSA einmal anschaut wird sich die Augen reiben. Besonders putzig sind ja die „Core Values„. Das alles angesichts des aktuellen Abhörskandals. Mindestens der Abhörskandal des NSA liest sich tatsächlich so, als hätte die NSA eine Anleihe bei Dan Brown genommen.

Doch die Debatte verkürzt sich m.E. auf PRISM und Tempora. Sicherlich muss auch die Bundesregierung immer wieder gegrillt werden mit der Frage,  was sie gewusst hat und was wo sie vielleicht sogar tatkräftig mitgeholfen hat.  Aber geht es nicht prinzipiell um die Frage, wer überwacht die Wächter? Oder anders gefragt: Sind die Wächter überhaupt überwach- bzw. kontrollierbar?

Ich bleibe dabei: Geheimdienste heißen Geheimdienste weil sie im geheimen arbeiten. Eine Kontrolle ist nicht möglich. Die aus meiner Sicht einzige Alternative besteht darin zu formulieren: „Wir verteidigen die Demokratie und wollen deswegen die Geheimdienste einschließlich des Verfassungsschutzes abschaffen.“ Ohne etwas vorwegzunehmen: Bei Dan Brown gelingt das leider nicht und was geheim bleiben soll, bleibt geheim. Aber Dan Brown schreibt ja „nur“ Bücher…