Eine interessante Art

… von Wahlkampfveranstaltung erwartete mich heute und wird mich die nächsten drei Tage erwarten.  Im OSZ (Oberstufenzentrum) Konstruktionsbau werden mal nicht alle Direktkandidaten/innen auf ein Podium gesetzt, sondern in Klassen geschickt, wo sie mit den Schülern (es waren tatsächlich nur junge Männer) debattieren müssen.

Und das ist ganz schön anstrengend, weil es einmal quer durch den Politgarten geht. Wo verschuldet sich eigentlich Deutschland? Vernichtet der Abzug der Bundeswehr nicht auch Arbeitsplätze? Mit Hartz IV lässt es sich doch ganz gut leben und warum tritt Deutschland nicht aus der EU aus? Das ist nur ein kleiner Ausschnitt aus dem Fragekatalog, der heute auf mich niederprasselte. Dazu dann noch die Anmerkung, dass wir doch nicht soviel Ausländer hier aufnehmen können.

Das war ganz schön hartes Brot. Ich versuchte zu erklären, dass zwar die Politik der EU zu kritisieren, aber die Europäische Union als Idee eigentlich ganz prima ist. Es darf und sollte nicht mehr um Nationalstaaten gehen, sondern um ein gemeinsames Handeln für höchste Umwelt-, Sozial- und Tarifstandards. Ich versuchte zu erklären, dass man/frau auf dem Landweg eigentlich schon gar nicht mehr nach Deutschland kommen kann, weil es die sog. sicheren Drittstaaten gibt und das es eine Frage der Menschenrechte ist, die Menschen nicht einfach wieder nach Hause zu schicken. Ich versuchte zu argumentieren, dass wir hier die Bedingungen für die Menschen verbessern müssen, die um Asyl nachsuchen oder einwandern. Und das wir unser Leben ändern müssen, wenn wir nicht weiter Flüchtlingsströme produzieren wollen. Ich versuchte zu erklären, dass Hartz IV entwürdigend ist und ein individueller Rechtsanspruch auf eine Mindestsicherung her muss.

Wie erfolgreich ich war, kann ich nicht wirklich sagen, dass müssten die jungen Männer einschätzen. Aber eine interessante Erfahrung war es allemal. Schon dafür ein herzliches Dankeschön.

Ein Grund für Flüchtlinge ihr Land zu verlassen ist übrigens Krieg. Auch deshalb meine Bitte: Wer morgen um 17.00 Uhr nichts vorhat, der möge doch bitte an das Brandenburger Tor kommen.

antikriegsdemo8sep

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