So unterschiedlich

… können Fernsehberichterstattungen sein.

Gestern Abend sah ich zunächst Arte. Dort wurde im Hinblick auf den aktuellen Konflikt in Gaza vor allem darauf verwiesen, dass die Palästinenser jetzt Raketen mit größerer Reichweite haben und diese jetzt auch in israelischen Städten einschlagen, die vorher verschont geblieben sind.

Wenig später sah ich Nachrichten im ZDF. Interessanterweise wurde auf die Raketen der Palästinenser nicht hingewiesen (erst im Kommentar der Korrespondentin), sondern über die Situation in Gaza berichtet. Es wurde über das Leid der Palästinenser berichtet, die nunmehr vom israelischen Angriff betroffen sind.

Beide Berichte schienen mir nicht ausgewogen zu sein. Viele einseitige Stellungnahmen beherrschen derzeit die Medien- und Politiklandschaft. Vielleicht ist es aber alles gar nicht so einfach. Die Besatzung durch Isreal ist ein großes Problem, die vor kurzem stattgefundene Großdemonstration der Hamas, die Isreal das Existenzrecht abspricht ist allerdings auch ein großes Problem. Wer jetzt Solidarität mit Gaza fordert, der sollte auch fordern, dass der Raketenbeschuss von Gaza aus beendet wird. Wer Isreals Raketenangriffe verteidigt, sollte gleichzeitig fordern, dass die Besatzung beendet wird.

Schwarz und Weiß ist auch an dieser Stelle nichts für mich.

Bagger in Hebron

11 Gedanken zu “So unterschiedlich”

  1. Halina, ich stimme Deinem Eintrag grundsätzlich zu. Jedoch nur eine Ergänzung: die Besatzung in Gaza ist bereits seit dem Jahre 2005 beendet. Das ist also weniger das Problem. Viel mehr ist es die Isolierung des Gaza-Streifens durch das israelische Militär. Die muss beendet werden, ebenso wie der fortlaufende Beschuss von Kassam-Raketen auf den Süden Israels durch Palästinenser.

  2. Die Besatzung ist nicht das Problem in Gaza, die ist seit 2005 zuende. Das Problem ist die Hamas. Und damit wird jetzt aufgeräumt. Im Übrigen sollte jeder, der die Blockade von Gaza beklagt, mitdenken, dass Gaza auch eine Grenze zu Ägypten hat, anstatt Israel auch dieses Problem in die Schuhe zu schieben.

  3. aha „mit der hamas wird jetzt aufgeräumt“ (so eine art kollektivschuldthese für palästinensiche zivilisten), da macht der satz von moshe zuckermann – nichts ist deutscher als die antideutschen – erst richtig sinn. manche wussten vor zwei jahren nicht wo שקלוןaskalon auf der landkarte liegt, aber haben mehr religiösen eifer als alle imame und orthodoxen siedler zusammen. das sind die leute die der israelischen linken das leben schwer machen, weil sie mit ihrem wahnsinn die hamas im reagenzglas züchten. übrigens ein toller vorschlag die grenzen nach ägypten zu öffnen, damit das land dann durch die hamas destabilisiert wird und ihr mit mc cain bomb, bomb egypt singen könnt.
    ehemalige linksradikale die ihre realo-komplexe an israel ausleben sind die schlimmsten. ich möchte nicht teil dieser jugendbewegung sein, shalom israel, um deine falschen freunde bist du nicht zu beneiden

  4. Ach Gottchen: Kollektivschuld, religiöser Eifer, John McCain. Welche Reflexe da anspringen, wenn es ein Land wagt, seine Bevölkerung zu verteidigen.
    Und dass es die antideutschen Deutschen mit ihrem Eifer sind, die mit ihrem Wahnsinnd die Hamas züchten, ist auch interessanter neuer Aspekt.
    Die Hamas ist im Übrigen die Filiale der ägyptischen Muslimbruderschaft in den Gebieten. Die Muslimbruderschaft ist schon selbst gut genug darin, Ägypten zu destabilisieren. Wäre dein Vorschlag, die Grenze für die Selbstmordattentäter wieder richtig Israel zu öffnen, weil schon zu lange keine Jugendliche mehr vor Diskos zerfetzt wurden?

  5. Die Abriegelung des Gaza-Streifens von Medikamenten, Lebensmitteln, Rohstoffen etc. zu beenden ist kein Vorschlag sondern Grundlage des Waffenstillstandsabkommens.

    Der Bruch des Abkommens hat der Hamas doch erst die Grundlage geboten den Raketenbeschuss Israels wieder aufzunehmen und von ihrem eigenen Versagen in Gaza abzulenken.

    Wir mögen das unterschiedlich beurteilen. Aber sicher ist, dass sich die Sicherheit Israels durch den Bruch des Waffenstillstandsabkommens nicht erhöht hat.

    Die Besetzung der Golan-Höhen etwa kann ich ja aus sicherheitspolitischen Gründen noch nachvollziehen. Die Abriegelung des Gaza-Streifens ignoriert aber den Rohstoff des Terrors: Menschen ohne Lebensgrundlage.

    Ich empfehle hierzu das Interview mit Meir Shalev im SPIEGEL

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,599049,00.html

    oder Moshe Zuckermann

    http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/898299/

    Wenn man Barack Obama aber für eine „Friedensschwuchtel“ hält und John McCain für einen Freund Israels, kann man es aber auch so handeln…

    http://sebastianmeskes.wordpress.com/tag/wahlkampf/

  6. Ich finde es müßig zu diskutieren, ob, wenn Israel das getan oder jenes sein gelassen hätte, die Damen und Herren Islamisten ein paar Raketen weniger abgeschossen hätten. Ich seh auch nicht recht, was es mit jemandem zu verhandeln gibt, dessen Mindestforderung deine eigene Vernichtung ist.
    Ich denke, dass Obama schon eine ganz propere Haltung zu Israel hat. Ich fand, wie lesende Menschen hätten zur Kenntnis nehmen können, das Video ein gutes Beispiel für Negative Campaigning. „Friedensschwuchtel“ war dann wieder ein Reflex deinerseits.

  7. well, wenn es nichts zu verhandeln gibt, dann ist ja alles in butter – 40 jahre nahost-konflikt und bomben auf gaza sind auf jeden fall vernichtende argumente für den ewigen frieden

    links auf die karaokenummer des netten onkel aus arizona (bomb, bomb iran) auf blogs von mitgliedern des bak shalom sind ja auch nur die antithese zur these dass mccain ein struktureller antisemit ist

    http://www.benjamin-krueger.net/?p=295

    und nun noch zwei alternative preisfragen zur dialektik (der feind meines feindes ist mein freund) des bak shalom

    1. gehört die südafrikanische apartheidsregierung eigentlich in freiheitscamp, weil sie ein gemeinsames nuklearprogramm mit israel betrieb?

    2. ist der antideutsche leitspruch „fanta statt fatwa“ eigentlich pc, obwohl fanta ein cola-substitut für den deutschen krauts- und nazimarkt war? (Beachte: fanta-boykott wäre regressiver antikapitalismus und coca cola – das unternehmen freiheit -hatte weiterhin die lizenz)

    unter allen richtigen einsendungen verlost der bak shalom einen schnellkurs mit klaus rainer röhl -exit aus der linken: von der konkret zum nationalliberalen

    http://klausrainerroehl.de/

    und als troostpreis gibt’s dieses abo

    http://epu.fdog.org/about

    so long und in diesem sinne

    Nit jeder is zufridn mit sajn ponim, ober mit sajn ßejchl is jeder zufridn.

    (Jiddisches Sprichwort)

  8. Wie billig, Fabio. Benjamin zitiert jemanden, für den Blogger de Masi am im Internet geläufigen Wörtchen „via“ erkennbar. Zudem steht der Link im Zusammenhang des Textes. Naja, eigentlich weißt du das.

    Beantworte dir die Südafrikafrage doch selbst. Du hast doch studiert. Dass Israel in einer bestimmten historischen Situation eine durchaus kritisierbare Zusammenarbeit mit dem Regime in Südafrika eingegangen ist, sagt ungefähr genauso viel über die Zugehörigkeit Südafrikas zum „Freiheitscamp“ aus, wie das Erschießen von Regimekritikern auf Kuba über das sozialistische Projekt auf der Insel. Wenn man es denn gerne so schwarz/weiß mag…

  9. ich sag nur bak shalom oder bak honk?

    das argument mit dem zitieren kenn ich im zusammenhang mit bomben aka „neujahrsraketen“

    ich beantworte mir die frage nicht selbst, denn ich will weder das abo noch den schnellkurs bei klaus reiner röhl gewinnen. ein trostpreis ist aber sicherlich drin, eine stange reval z.b.

    ich finde das erschiessen von regimekritikern sagt schon etwas über das sozialistisches projekt aus. deswegen bin ich als freund der kubanischen revulotion. auch froh, dass dies
    länger nicht mehr vorkam.

    zur israel/palästina/gaza-debatte empfehle ich punkt 5/s. 16-20 des aktuellen bag fip newsletters, den ich nur unterschreiben kann und zitiere…

    „(…) wie auch, die in diesem zusammenhang aus verschiedenen lagern – ob nun von seiten der „antideutschen“ oder seitens der cdu/csu-, gegen unsere partei gerichteten angriffe (…).

    antideutsche und cdu/csu – coalition of the willing

    alles muss ein ende haben, auch unsere unterhaltung. für weiteren gesprächsbedarf empfehle ich den sektenbeauftragten des berliner senats

    aber ich hatte meinen spaß…

  10. @ fabio,

    ich gebe zu die vorstellung meskes sei antideutsch amüsiert mich wiederum… du scheinst noch nie mit ihm fussball gesehen zu haben wenn deutschland spielt …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.