Unterwegs im Wahlkreis 84

Das beste was einem nach einer Niederlage wie am vergangenen Wochenende und einer Debatte im Elfenbeinturm Parteivorstand passieren kann, ist sich ins Leben hineinzustürzen. Insofern war ich ausgesprochen dankbar, gestern vier Projekte im Wahlkeis 84 besuchen zu können.

Ich war u.a. in der Kiezspinne. Die wiederum liegt nicht im Wahlkreis 84 sondern in dem meiner Parteivorsitzenden Gesine Lötzsch. Allerdings hatten mich die Betreiber nach einer Veranstaltung gebeten, sie doch noch einmal zu besuchen und so habe ich mir das wirklich imposante Nachbarschaftshaus in Ruhe angesehen.

Auch das mittlerweile etwas bekanntere Zebrano-Theater stand auf der Besuchsliste.  Dieses Theater kämpft immer noch um sein Überleben, weil nach dem Verkauf des Hauses in dem das Theater Räume gemietet hat, eine saftige Mieterhöhung im Briefkasten landete. Mittlerweile ist ein Verein gegründet worden und  wird alles versucht das Theater zu erhalten, gerade wegen seiner wichtigen Wirkung für die Nachbarschaft.

Ebenfalls besucht wurde Karuna e.V.. Dies war im übrigen das erste Projekt, welches eine sog. Regelfinanzierung hat, hier eine der Senatsverwaltung für Gesundheit. Aber auch hier wurde wieder deutlich, dass eine nachhaltige Arbeit nur möglich ist, wenn es tatsächlich auch längerfristige Arbeitsmöglichkeiten geschaffen werden und die Jugendlichen nicht binnen eines oder eines halben Jahres ihre Bezugspersonen wieder verlieren, weil Arbeisfördermaßnahmen nicht lägner bewilligt werden.

Bei einem Projekt will ich etwas länger verweilen, weil ich dieses Projekt im Rahmen von Integration, Antirassismus- und Antisemitismusarbeit für wirklich weiterempfehlenswert halte (und vielleicht würde die Nutzung des Angebotes dieses Projektes auch einige Probleme in der LINKEN lösen). Ich rede von Miphgasch/Begegnungen e.V. Die Projektidee ist Menschen mit Migrationshintergrund (mit und ohne muslimenschen Glauben) mit der Judenverfolgung durch die Nazis zu konfrontieren. Dabei versucht das Projekt Lücken zu schließen, die aus seiner Sicht von einer Schulkonzeption herrühren, die die Judenverfolgung zu sehr aus Deutscher Sicht darstellt. Mit dem Haus der Wannseekonferenz gemeinsam wurde für die Projekte ein Dokumentenkoffer hergestellt, der sowohl Dokumente zur Zwangssterilisation der Rheinlandkinder wie auch solche mit dem Titel „Ein Araber, der Juden rettet“ über die Rettung einer jüdischen Familie in Tunesien enthält.  Durch das Projekt werden Projekttage angeboten, so zum Beispiel: „Juden in der arabischen Welt- Einblick in eine wechselvolle Geschichte“  oder „Drei Religionen -eine Wahrheit? Interreligiöse Beziehungen zwischen Judentum, Christentum und Islam.  Ich finde, mehr solcher Projekte sind nötig und eine Regelfinanzierung. By the way: wer bei solchen Projekten auch noch eine Unterzeichnung einer sog. Extremismusklausel fordert läuft nicht mehr ganz rund.

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