Frostbeule

Ja, ich friere schnell. Und insofern war ich auch nicht wirklich überrascht, dass nach ca. 30 Minuten die Füße und Hände schon fast ohne Gefühl waren.

Heute morgen hat mein Team (vor allem) und ich (ein wenig) vor dem JobCenter in Friedrichshain-Kreuzberg Kaffee und Croissants verteilt und auf die jeden 2. und 4. Donnerstag im Monat stattfindende Beratung in Mieten- und Hartz IV-Fragen hingewiesen. Eigentlich war der Zeitraum für das Verteilen für 4 Stunden angesetzt doch angesichts des Wetters wurde auf 2 Stunden reduziert. Doch auch zwei Stunden waren für mich zuviel :-(. Nach einer Stunde ging gar nichts mehr (Ja, Mutti, ich weiß: zu kalt gibt es nicht, es gibt nur nicht warm genug angezogen). Während das Team noch fleißig weiterverteilte habe ich Frostbeule den Weg an den Arbeitsplatz angetreten. Zunächst über den „Umweg“ Optiker, denn nach einem Jahr müssen die Kontaktlinsen erneuert und vor allem die Augen neu gemessen werden. Von dort geht es in den Bundestag, in der Haushaltsberatung stehen heute die Einzelpläne Justiz und Inneres an.

Danke an die fleißigen Vorbereiter/innen und Danke für`s lange Durchhalten. Beim nächsten mal bin ich länger dabei, versprochen.

Ein Gedanke zu “Frostbeule”

  1. Hallo liebe Halina,

    und genau deswegen müssen wir mit all unserer Solidarität und praktischer Unterstützung denjenigen Menschen helfen, die sich dadraussen in dieser vorweihnachtlichen Kälte ohne einen festen Wohnsitz, zum Teil ohne festes Dach über den Kopf, durchschlagen müssen. – mir ist bewusst, dass bereits sehr viel ehrenamtlich getan wird. Es werden Suppenküchen zur Verfügung gestellt mit Menschen die das ehrenamtlich tun. Unterkünfte angeboten…. gerade letzteres ist dermassen wichtig. Es sollten Decken verteilt werden, für diejenigen die vielleicht nicht in einer Unterkunft leben möchten, was dann auch zu respektieren ist.

    Die Aktion vor dem Jobcenter ist vielleicht ein gut gemeinter Anfang und hat sicher meine ideelle Unterstützung. Trotzdem darf man sich vermutlich nicht darauf ausruhen.

    Manchmal wünschte ich es würde noch mehr Geld in die Hand genommen. z.B.um die Lebenssituation der Obdachlosen wirklich nachhaltig zu verbessern. Ich halte es langfristig für überlegenswert, alternative Wohnorte anzubieten. Orte und Plätze, wo sich alle willkommen fühlen könnten. Dazu muss sich unsere Gesellschaft öffnen. Als „Gesellschaft“ sind viele bereits offener geworden. Die Politik hinkt dem leider sehr oft hinterher. Wichtiger als alle Parteiprogramme, sind die Taten die auf die Worte folgen. Wir dürfen unsere Gesetze nicht länger so engstirnig auslegen wie wir es oft tun. Da werden friedliche „Siedler“ gewaltsam vertrieben – siehe Hamburg: Wohnprojekt ZOMIA [http://www.taz.de/1/nord/hamburg/artikel/1/bauwagen-odyssee-geht-weiter/].

    Wen Bürokratie die Bürger nicht so sehr gängeln und einschüchtern würde, dann wäre diese Welt schon um einiges besser. Wenn wir das nicht überwinden können, werden wir keine echten nachhaltigen Veränderungen unserer Gesellschaft erleben. Es muss sich eine positive Dynamik entwickeln, die frei sein muss von jeglichem Druck und Zwang. Wir müssen neu lernen, dass Geld und Macht nur nebensächlich sind. Die Begegnung zwischen den Menschen, die sind mit Geld nicht zu bezahlen, und es gibt oft keine „Klassenunterschiede“. Das Netz kann uns helfen näher zusammenzurücken.

    Soviel zu meinen Gedanken zur Nacht.

    Herzliche Grüße
    Dominik

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