Gegen jeden Antisemitismus

Was es bräuchte:

Einen Raum, in dem über Trauer, Zweifel, Widersprüchlichkeit, Angst, Widerstreit zwischen Gefühl und Verstand, Verzweiflung, Hintergründe, Komplexität; Mitmenschlichkeit; Empathie geredet werden kann. In einer Atmosphäre der Zugewandtheit, wissend um unterschiedliche Herkünfte und Einstellungen und dem Willen gemeinsam friedlich zusammenzuleben.

Was es gibt:

Empörungsspirale, Emotions- und Wutbewirtschaftung, moralischer Rigorismus, Zuspitzung, Vereinfachung, Politisierung juristischer Begriffe, Feindmarkierung, Gefühlsbewegtheit, Selbstgewissheit, Instrumentalisierung und vor allem jede Menge Videos und Statements, deren Wahrheitsgehalt nicht überprüft werden kann (Propaganda).

Das Ergebnis:

Antisemitismus. Tatsächliche und vermeintliche Jüdinnen und Juden, jüdisches Leben werden attackiert und unter Generalverdacht für die Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit der Regierung Netanjahu verantwortlich gemacht, teilweise entmenschlicht (irgendwo sprach eine weiße ältere Frau von Monstern). Unter Beifall oder Schweigen. Antisemitismus ist nicht exportiert, er ist tief verwurzelt in der deutschen Gesellschaft. Er war vermutlich nie weg.

(Weil es offensichtlich nötig ist zu sagen: Generalverdacht gegenüber Palästinenser*innen und Muslim*innen ist auch Scheiße.)

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