Müllers „Trojaner“ oder vom Umgang mit schiefen Bildern

Bei seinen Fans gilt Albrecht Müller als „Starjournalist„. Nun hat der ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete und frühere Berater von Willy Brandt, Helmut Schmidt und Gerhard Schröder sich bemüßigt gefühlt, auf den auch von ihm betriebenen Nachdenkseiten etwas zur sog. Antisemitismus-Debatte in der LINKEN zu schreiben. Und auch, wenn seine publizistischen Hochzeiten mittlerweile einige Jahre zurückliegen, darf man bei einem Mann wie Müller davon ausgehen, dass er seine Worte genau abwägt und auch bei den verwendeten Bildern ganz genau hinschaut.

Da wirkt es dann ein wenig befremdlich, wenn gleich in der Überschrift von „Gleichschaltung“ geredet wird. Der Begriff „Gleichschaltung“ ist ja irgendwie historisch belegt. Reichsjustizminister Franz Gürtner prägte diesen Begriff nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten in Deutschland.  Der Begriff „Gleichschaltung“ taucht im Artikel an verschiedenen Stellen erneut auf, ohne allerdings den historischen Kontext der Entstehungsgeschichte zu erwähnen oder genauer zu beschreiben, wer diese eigentlich betreibt.  Es lässt sich nur erahnen, dass Müller hier sowohl die böse bürgerliche Presse als auch einige Mitglieder der Partei selbst meint.

Doch damit nicht genug. Der „Starjournalist“ nutzt in seinem Artikel auch das Bild vom „trojanischen Pferd“. Konkret heißt es in dem Artikel: „Möglicherweise ist die Linkspartei schon nicht mehr fähig, sich gegen die auch mit dem Antisemitismus-Vorwurf betriebene Gleichschaltung machtvoll zu wehren, weil in ihren eigenen Reihen solche sitzen, die auf Rechnung anderer arbeiten, trojanische Pferde sozusagen.“  Selbstverständlich nennt Albrecht Müller keine Namen.  Man kann getrost davon ausgehen, dass Albrecht Müller –als gebildeter Mann- die Geschichte zum „Trojanischen Pferd“ kennt.  Und ich rede jetzt nicht von dem Trojaner als Computerprogramm, das „als nützliche Anwendung getarnt ist, im Hintergrund aber ohne Wissen des Anwenders eine andere Funktion erfüllt“. Schon diese Assoziation wäre bezeichnend.  Doch auch der Trojaner als Computerprogramm bezieht sich auf eine ältere Geschichte. In der griechischen Mythologie staht das Das Trojanische Pferd für eine ganz besondere Kriegslist: Nach dem die Griechen über lange Zeit vergeblich die Stadt Troja belagert hatten, täuschten sie einess Tages den Abzug ihrer Truppen vor, ließen jedoch vor den Mauern Trojas ein größeres hölzernes Pferd zurück, in dessen Bauch Soldaten versteckt waren. Die Trojaner, die dies für ein Geschenk zu Ehren der Göttin Athene gehalten hatten, holten das Pferd in die Stadt. In der Nacht kamen die griechischen Soldaten aus dem Versteck hervor und öffneten unbemerkt die Stadtmauern Trojas von innen, um das Heer der Griechen hineinzulassen. Damit gewannen die antiken Griechen den Trojanischen Krieg.

Soweit zur Historie. Wenn Albrecht Müller nun davon ausgeht, dass in der Partei DIE LINKE trojanische Pferde sind, fragt sich ja, wen er gemeint hat. Eigentlich müsste er Leute meinen, die als Geschenk getarnt in die Partei hineingelassen wurden, um dort dann ihr übles Werk zu verrichten, indem sie weitere Feinde in die Partei hineinlassen. Nach dem Duktus seines Artikels dürfte Albrecht Müller in allererster Linie diejenigen meinen, die seit längerem (manche von Anfang an) in der PDS oder der Linkspartei.PDS waren. Diese müssten -nach dem Bild von Albrecht Müller als Geschenk verkleidet- von einer feindlichen Macht zurückgelassen und dann -von wem eigentlich- in eine Partei hineingelassen worden sein, wo sie nun ihr schändliches Werk im Auftrag des Gegners verrichten. Wäre dieses Bild richtig, hieße das im Klartext: Irgend eine böse Macht hat seinerzeit vor den Toren der WASG ein paar als Linke verkleidete Rechte zurückgelassen. Die WASG hat dies nicht gleich erkannt und sie in ihre Partei aufgenommen. Von hier aus öffnen nun die vermeintlichen Linken die Tore der Partei für weitere Feinde der Linken. Ah ja. Angesichts der Geschichte der Partei PDS, Linkspartei.PDS und später der LINKEN scheint mir dieses Bild ein wenig schief zu sein. Aber Kunst entsteht ja bekanntlich im Auge des Betrachters. Und in das Weltbild Albrecht Müllers dürfte sein Bild von den „trojanischen Pferden in der LINKEN“ allemal passen.

331 Antworten auf „Müllers „Trojaner“ oder vom Umgang mit schiefen Bildern“

  1. Ich verstehe die ganze Aufregung über das Geschreibsel von Frau W. nicht. Ist doch interessant zu lesen wie der harte Kern der Linken so tickt. Da weiß man wenigsten woran man bei diesen Leuten ist. Jetzt weiß ich auch dass ich diesen Haufen nicht mehr zu wählen brauche.
    Wer an die Wand fahren will, den soll man fahren lassen.

  2. Ha Ha,das ist lustig, die stereotyp wiederholte Bemerkung „es geht mir hier um die Methode von A.Müller“, ohne sich nochmals konkret damit zu befassen.
    Nein, es geht hier vorrangig um deine polemische Methode seinen Beitrag derart zu kritisieren.

  3. weil ich davon ausgehe, dass meine position zum beschluss -um den es mir im blog gar nicht geht- einfach nachzuvollziehen ist, darüberhinaus habe ich doch auch in meinen kommentaren noch was dazu gesagt

  4. ich teile weder deine noch herrn müllers interpretation dessen, was angeblich hinter dem beschluss stehen soll

  5. Sehr geehrte Frau Wawzyniak,

    Sie mögen Albrecht Müller sowie was und wie er schreibt nicht.
    Dazu bezeichnen Sie ihn als Starjournalisten und apostrophieren gleichzeitig den von Ihnen verwendeten Begriff, um ihn lächerlich zu machen. Sie halten seine Zeit für abgelaufen, indem Sie auf seine früheren Tätigkeiten verweisen. Sie sind befremdet, über den von ihm verwendeten Begriff der Gleichschaltung. Sie halten die von ihm verwendete Metapher vom trojanischen Pferd für schief und unpassend. Sie erteilen uns Lesern eine Deutsch- und Geschichtsstunde. All das hätten Sie sich sparen können.

    Das Danaergeschenk der großen informalen Koalition der Kriegsbefürworter aus CDU/CSU-FDP-SPD-Grünen besteht in der Anerkennung der Partei Die Linke als Gesprächs- und Regierungspartner, wenn die Partei Die Linke der großen informalen Koalition der Kriegsbefürworter nach dem Munde redet, ihr zu Kreuze kriecht und sich vor ihr in den Staub wirft. Hat sich die Partei Die Linke schließlich diese von der großen informalen Koalition der Kriegsbefürworter vertretene und zur Staatsräson verklärten Ideologie zu eigen gemacht, wird sie in den Kreis der an der Macht Beteiligten eingelassen. Eines der vielen Vehikel dazu ist der Antisemitismusvorwurf gegen die Partei Die Linke.

    Zur Pressefreiheit in Deutschland kann man nur immer und immer wieder aus dem Leserbrief vom 5.5. 1965 an den Spiegel des bereits verstorbenen früheren Mitherausgebers der FAZ Dr. Paul Sethe zitieren:
    „ Frei ist, wer reich ist
    … Im Grundgesetz stehen wunderschöne Bestimmungen über die Freiheit der Presse. Wie so häufig, ist die Verfassungswirklichkeit ganz anders als die geschriebene Verfassung. Pressefreiheit ist die Freiheit von zweihundert reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten. Journalisten, die diese Meinung teilen, finden sie immer. Ich kenne in der Bundesrepublik keinen Kollegen, der sich oder seine Meinung verkauft hätte. Aber wer nun anders denkt, hat der nicht auch das Recht, seine Meinung auszudrücken? Die Verfassung gibt ihm das Recht, die ökonomische Wirklichkeit zerstört es. Frei ist, wer reich ist. Das ist nicht von Karl Marx, sondern von Paul Sethe. Aber richtig ist es trotzdem….“

  6. Pingback: Si tacuisses » Spiegelfechter

  7. „Das Danaergeschenk der großen informalen Koalition der Kriegsbefürworter aus CDU/CSU-FDP-SPD-Grünen besteht in der Anerkennung der Partei Die Linke als Gesprächs- und Regierungspartner, wenn die Partei Die Linke der großen informalen Koalition der Kriegsbefürworter nach dem Munde redet, ihr zu Kreuze kriecht und sich vor ihr in den Staub wirft. Hat sich die Partei Die Linke schließlich diese von der großen informalen Koalition der Kriegsbefürworter vertretene und zur Staatsräson verklärten Ideologie zu eigen gemacht, wird sie in den Kreis der an der Macht Beteiligten eingelassen. Eines der vielen Vehikel dazu ist der Antisemitismusvorwurf gegen die Partei Die Linke.“…. volle Zustimmung Uwe, da habe ich eigentlich nichts hinzuzufügen ! Vielleicht soviel, da es nicht nur um den A-vorwurf geht:
    Der Druck auf unsere Partei wird erhöht. Es geht im Sinne der Herrschenden nicht an, dass sich 10% der Abgeordneten eine dezidiert andere – begründete – Meinung erlauben als die CDUCSUFDPSPDGRÜ-Partei. Es reicht Ihnen nicht, die LINKE zu diffamieren und/oder totzuschweigen, sie muss jetzt endlich auf LINIE gebracht werden, d.h. sie muss endlich zu Kreuze kriechen und ja sagen zu dem , was die CDUSPDGRÜ-Partei als Staatsräson ausgegeben haben:

    – Bekenntnis zum transantlantischen Bündnis ohne Wenn und Aber,
    d.h. weitere Unterwerfung gegenüber der USA, als treuester Vasall
    nach GB; der offene Bruch der Verfassung im Hinblick auf die
    weltweiten Einsätze der BW wird als notwendig hingestellt und
    ’normalisiert‘.
    – Die Existenz (und Diktatur) der ‚Finanzmärkte‘ ist ‚Schicksal‘, alles
    ist eben ‚Globalisierung‘ , d.h. eine gesetzliche Einschränkung dieser
    Finanzmärkte findet nicht statt, ebenso gibt es keine Finanztrans-
    aktionssteuer und keine Vermögenssteuer und natürlich auch keine
    juristische Verfolgung der hochkriminellen Geschehnisse rund um die
    Finanzkrise 2007 ff.
    – Die Politik des Staates Israel ist sakrosankt – allen Lippenbekenntnissen
    zum Trotz. Wer es dennoch tut, der wir mit der Antisemitismuskeule
    zu Fall gebracht – d.h. das bzw. die Besatzungsverbrechen Israels ,
    die von der Völkergemeinschaft in zig-Resolutionen angeprangert
    wurden, gehen uns in Deutschland nichts an; wir sollen den Mund
    halten und Atom- U-Boote liefern und im Bundestag den israelischen
    Hardlinern eine Plattform für ihre völkerrechtswidrige Politik liefern.
    Und in unserer Partei gibt es Leute,MdBs, die die LINKE genau dort
    haben wollen – warum wohl ?
    Mit roten Grüßen vom Donnersberg Helmut

  8. Sehr geehrte Frau Wawzyniak,
    bitte lesen Sie den Kommentar von Uwe R. aufmerksam. Der erste Absatz deckt sich leider auch mit meinem Eindruck. Was hat Sie denn geritten, gegen Leute eine ganz billige Polemik abzulassen, die doch gar nicht zu den politischen Gegnern der Partei Die Linke gehören. Wenn Sie aus subjektiven Gefühlen der Antipathie unfähig sind, Verbündete und Gegner zu unterscheiden, sollten Sie den Mund halten, um nicht weiter Partei schädigend aufzutreten.

  9. Tuvia Feischel

    Ich danke Ihnen für diesen ehrlichen Beitrag, der eigentlich alles über die Probleme unserer sagt, was es zu sagen gibt. Schade dass sich so viele ehemalige DDR Parteimitglieder von den Wessis beklaut fühlen anstatt sie als Bereicherung zu begreifen. Da hängt wohl der alte konformistische Ungeist der DDR tief in den Knochen.

    Aber es war wirklich gut, dass hier endlich mal klar ausgesprochen wurde, dass man im Osten doch eigentlich gerne wieder unter sich wäre. Gäbs auch mehr Pöstchen.

    Der beitrag bestärkt mich ja in meiner Meinung, dass die alte SED die wahre CDU des Ostens war und dass wir uns jetzt genau mit dieser Klientel um linke Politikansätze schlagen müssen. Nicht einfach das. Aber aus diesem Kontext heraus sind die Lederers, Wawzyniaks und Bartschs natürlich wesentlich besser zu verstehen.

    Wie groß muss da der Ärger sein, dass es mit Lafontaine ausgerechnet ein Wessi ist, der unserer Partei die größten erfolge bescherte, während das Ost Personal eher auf blassem CDU Niveau vor sich hindümpelt.

  10. @Halina Wawzyniak

    Sie schreiben:

    „Es lässt sich nur erahnen, dass Müller hier sowohl die böse bürgerliche Presse als auch einige Mitglieder der Partei selbst meint.“

    In Anbetracht dessen, daß nahezu sämtliche Mainstreammedien keine Gelegenheit auslassen, der Partei DIE LINKE gegen das Schienbein zu treten, erstaunt es mich schon sehr, daß Sie hier als Fürsprecher dieser nahezu vollständig dem chwarz-gelben Lager zuarbeitenden Medien auftreten.

    Dies wirft für mich zwei Fragen auf:

    1.) Betreiben Sie tatsächlich das Geschäft dieser vor allem privaten Medienkonzerne und der zumeist dahinterstehenden finanzkräftigen Kreise, welche die Partei DIE LINKE am liebsten aus allen deutschen Parlamenten hinausdrängen möchten?

    oder

    2.) Ist Ihnen als stellvertretender Parteivorsitzenden Ihrer Partei die Eigentümerstruktur der privaten Medienkonzerne nicht bekannt (sollte dies der Fall sein, dann wären Sie allerdings auf dem Posten einer stellvertretenden Parteivorsitzenden eine glatte Fehlbesetzung!)?

    Ich möchte Ihren Kenntnissen bzgl. der privatwirtschaftlichen Medienkonzerne auf die Sprünge helfen. In Eckart Spoos NRhZ-Beitrag unter der Überschrift „Medienmonopole – eine Gefahr für die Demokratie“ heißt es:
    http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=12411

    „Als 1965 der konservative Journalist Paul Sethe (Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung) die Pressefreiheit suchte, fand er sie weder bei den Journalisten noch bei den auf Medien angewiesenen Bürgerinnen und Bürgern, sondern schon damals erkannte er, unter den realen Verhältnissen der Bundesrepublik Deutschland sei Pressefreiheit „die Freiheit von 200 reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten“ bzw. durch von ihnen bezahlte Journalisten verbreiten zu lassen. Falls diese Definition zutrifft, wäre unser aller Grundrecht zum Privileg einer kleinen Gruppe von Unternehmern verkommen, die nach ihren Interessen öffentliche Meinung formen. Das Grundrecht wäre also in sein Gegenteil verkehrt. (…)
    Paul Sethes anfangs zitierte Äußerung ist dahingehend zu aktualisieren, daß der weitaus größte Teil der deutschen Presse heute in der Hand von nicht mehr als zehn Konzernen ist (Bauer, Bertelsmann, Burda, DuMont, Holtzbrinck, Ippen, Madsack, Springer, Stuttgarter Zeitungsverlag und WAZ).“

    Die politische Ausrichtung dieser hier genannten privaten Medienkonzerne sollte Ihnen als stellvertretender Parteivorsitzenden der LINKEN eigentlich bekannt sein. Vor diesem Hintergrund sollten Sie nochmals in sich gehen und über die Sinnhaftigkeit Ihrer Formulierung „Es lässt sich nur erahnen, dass Müller hier sowohl die böse bürgerliche Presse als auch einige Mitglieder der Partei selbst meint“ nachdenken!

  11. Es ist schon traurig zu sehen wie Die Linke – die letzte Oppositionspartei, die diesen Namen noch verdient – an dem billigen Angelwurm anbiss und nun sich selbst zerfleischt und Tritte in allen Richtungen austeilt. Schade.
    Nichts anderes hat im Grunde auch A. Müller geschrieben.

  12. Nach all den richtigen Kommentaren zu Ihrer unsachlichen Müller-Kritik bleibt mir nur zu hoffen, Herr Gysi faltet Sie zusammen, Frau W.
    Es ist schade, dass die Dummheit in Ihrer Partei offensichtlich um sich greift.

  13. Albrecht Müller ist ein Mann, der für Offenheit sorgt und hinter die Kulissen blicken kann, diese Fähigkeit ist der Partei Die Linke. offenbar abhanden gekommen. Gearde A. Müller zeigt immer wieder auf, welche Vorzüge eine starke Linke bringen könnte – diese oben niedergeschriebene gibt deutlich wider, wie sich die Linke abschafft!
    Liebe Verfasserin, Sie sollten sich weniger mit Geschichtunterricht beschäftigen und vielmehr in Ihre Partei hören, dann denke ich, dass Ihnen die Pharisäer auffallen,von denen Albrecht Müller sprach. Wenn Sie Ihn als „Starjournalist“ bezeichnen, dann sollten Sie leiber Sarh

  14. Hallo Frau Wawzyniak

    Im Blog konnte ich auf die Schnelle keine Begründung zu dem „Israel-Maulkorberlaß“ (ich nenne ihn einfach mal so wie er mir bisher erscheint) in der Linken finden.
    Bisher habe ich in der veröffentlichten Meinung inkl. Junge Welt die Begründung nicht klar gelesen.

    Es wäre schön vom Parteivorstand oder auch persönlich von Ihnen zu erfahren, wie das begründet ist.

    Antisemitismus in der Linken halte ich jedenfalls für ausgemachten Blödsinn.

    Mit freundlichen Grüßen

  15. Albrecht Müller ist ein Mann, der für Offenheit sorgt und hinter die Kulissen blicken kann, diese Fähigkeit ist der Partei Die Linke. offenbar abhanden gekommen. Gerade A. Müller zeigt immer wieder auf, welche Vorzüge eine starke Linke bringen könnte – dieses oben niedergeschriebene spiegelt deutlich wider, wie sich die Linke abschafft!
    Liebe Verfasserin, Sie sollten sich weniger mit Geschichtsunterricht beschäftigen und vielmehr in Ihre Partei hören, dann denke ich, dass Ihnen die Pharisäer auffallen,von denen Albrecht Müller sprach. Wenn Sie Ihn als „Starjournalist“ bezeichnen, dann sollten Sie lieber Sahra Wagenknecht fragen, wie sie ihn einschätzt, sie kennt ihn nämlich persönlich!!
    Wozu sollte man heute noch die Linke wählen?

  16. empfehle die umfassende debatte bei lafontaines-linke, die äußerungen auf der website von petra pau oder das facebookprofil von andrej hunko

  17. @ernesto: schlägst du das dem genossen gysi vor oder soll ich ihm deinen wunsch übermitteln?

  18. @momo: in der zeitschrift z. ist gerade ein spannender artikel über medienkonzentration und machtkonzentration. aber ich sehe nicht, dass jede/r journalist/in an die linke herangeht mit dem anspruch, ihr zu schaden. ich finde aber auch, dass menschen ausserhalb der partei die linke anspruch auf kenntnis der debatten in de linken haben und schließlich wenn es keine anknüpfungspunkte gibt, gibt es auch nichts negatives zu berichten. und herr müller denkt mir häufig zu sehr schwarz/weiß und beim völlig berechtigten einmischen in innerparteiliche debatten, obwohl nicht parteimitglied, arbeitet er mir zu sehr mit unterstellungen und interpretationen (siehe anlass meines blogartikels).

  19. @hans: mir ist aber nicht bekannt,dass die cdu im osten offene grenzen für menschen in not, bargeld statt gutscheine für asylbewerber, gleichstellung aller lebensweisen um nur einiges zu nennen fordert.

  20. lieber bernhard,

    es geht nicht um subjektive gefühle der antipathie, ich kenn den mann gar nicht, es geht um seine methode.

  21. „@ andreas: was hälst du von “halt die fresse” oder der anspielung auf meinen nachnamen?“

    War das an mich gerichtet? Ich wiederhole mich nochmal: Sie sollten ihm dankbar sein. Albrecht Müller tut mit seiner Arbeit für Aufklärung mehr für die Gesellschaft, als so mancher Linker.

    Übrigens, sind Sie doch für das BGE, nicht wahr? Warum sind Sie dann nicht bei der FDP? Das ist nämlich eine neoliberale Idee, die zu mehr Ausbeutung führt. Aber ich wette, das verstehen Sie nicht.

    http://www.youtube.com/watch?v=1BEtlMpOxVs&feature=channel_video_title

  22. Wir werden auch weiter für schwarz weiss denken, eine lobbyfreie Linke und demokratische Strukturen in der Partei kämpfen. Wir werden den Kampf wohl verlieren, aber einfach machen werden wir es euch nicht Halina.

    So und jetzt wünsch ich dir was.

  23. Deiner Meinung nach ist A. Müller also ein Radikaler. Danke Halina, das hilft dem Auditorium doch endlich mal dabei, deine Position klar einzuordnen. Du bist schon köstlich.

  24. Zitat Albrecht Müller: „Mit der Linkspartei beschäftige ich mich deshalb, weil es dort mehr als in anderen Parteien noch Kräfte gibt, die sich der neoliberalen und militärpolitischen Gleichschaltung entziehen und erwehren. Ohne die Linke werden sich Grüne und Sozialdemokraten vollends ergeben. Wer eine Alternative zur herrschenden Lehre und Politik will, wer will, dass sich bei der SPD und den Grünen Widerstand gegen die Agenda 2010 und die Fortsetzung dieser falschen Linie regt, muss daran interessiert sein, die Linke in möglichst vielen Parlamenten vertreten zu sehen.“

    Und weiter schrieb er (A.M.): „Wenn es die stellvertretende Vorsitzende der Linkspartei mit ihrer Partei gut meinen würde, dann hätte sie diese Sätze eines Sozialdemokraten weiterverbreiten müssen, statt mit einer billigen Polemik darauf zu antworten. >>>Ihre rätselhafte Reaktion bestätigt den Eindruck, dass die so genannten „Reformer“ – zu denen Frau Wawzyniak gehört, die inhaltliche Alternative gar nicht wollen“.<<<

    Mehr ist dazu eigentlich auch kaum zu sagen, was für eine erbärmliche Figur Sie abgeben Frau Wawzyniak, ich werde Ihre weitere "Karriere" mit Interesse verfolgen. Schlimmer als politische Gegner sind halt die angeblichen Freunde und Mitstreiter, eben Leute wie Sie!

  25. Hallo Frau Wawzyniak,

    mit großen Interesse lese ich seit 2 Tagen Ihren blog, auf dem mich Herr Müller mit seinem Kommentar auf den Nachdenkseiten geführt hat. Ich muß sagen ich bin überrascht, erstaunt und verwundert, dass Sie die vielen Beträge hier nicht ein bißchen, nur ein ganz kleines bißchen, nachdenklich gemacht haben. Ich muß ehrlich sagen – bitte verzeihen Sie meine Direktheit – so was an Sturheit wie Sie habe ich noch nie erlebt.

    Nach all dem, was hier gesagt wurde, müssen Sie doch nur ein klein wenig Selbstkritik erkennen lassen, so ganz ohne Gesichtsverlust. Statt dessen machen Sie stur weiter und behaupten Albrecht Müller denke Ihnen zu sehr schwarz/weiß. Wie am Anfang dieses blogs einer sagte, sind Sie wohl eine gute Parteisoldatin nach dem Motto, der Ostteil (bitte wieder um Verzeihung für die rassistische Unterstellung)
    der Linkspartei hat immer recht.

    Wenn alle Funktionäre der SED früher so stur waren wie Sie, dann verwundert es mich nicht, dass die DDR so sang und klanglos unterging.

    Verstehen Sie was ich meine, Sie sollen einfach nur mal sagen, dass nicht immer nur Sie recht haben – sondern auch Herr Müller recht haben könnte.

    wünsche Ihnen einer nachdenklichen Sonntag – vielleicht morgen wieder.
    Schlafen Sie gut.

  26. liebe frau aus franken,

    ich habe in einem der früheren kommentare bereits darauf verwiesen, dass ich durchaus auch bereit bin zu sagen, dass ich etwas falsch gemacht habe, nur bin ich nicht überzeugt, dass hier ein fehler vorliegt. ich finde es allerdings auch nicht schlimm einen dissens mal stehen zu lassen.

  27. Hallo,

    statt nun noch weitere Wiederholungen in diese Debatte zu werfen, hier neue Informationen für diejenigen, die sich ein umfassendes Bild machen wollen:

    http://www.hintergrund.de/201106211610/politik/inland/antisemitismus-kampagne-gegen-die-linke-geht-in-eine-neue-runde.html

    http://www.hintergrund.de/20100317759/politik/inland/die-linke-von-innen-umzingelt.html;

    so ärgerlich der Beschluss ist, ao ist es noch fataler, dass die Auseinandersetzung mit diesem Kräfte bindet.

    So sollte die LINKE m.E., sich jetzt erst ‚mal Zeit nehmen zum Überlegen bezüglich dieses Beschlusses. Wichtiger erscheint mir eine Auseinandersetzung mit dem heutigen Grünen-Beschluss!

    Solidarische Grüße an alle

    Joachim Voigt

  28. Sehr geehrte Frau Wawzyniak,

    wenn ich Sie richtig verstehe, geht es Ihnen um das von Ihnen bei den Beiträgen oder dem Beitrag von Albrecht Müller festgestellte Schwarz-Weiß-Bild der politischen Gegenwart in Deutschland sowie die Ihrer Sicht nach sich daraus abgeleitete Methode, alles politische Geschehen genau nach diesem Bild einzuordnen. Das hört sich etwas nach Verschwörungstheorie an, der scheinbar Ihrer Auffassung nach Albrecht Müller aufgesessen ist. Möglicherweise ist Albrecht Müller einfach durch seine über 50ig jährige politische und gesellschaftliche Erfahrung in Deutschland zu eben der Auffassung gelangt, denn die früheren Schmutz- und Hetzkampagnen gegen die SPD und später gegen die Grünen sind ihm nur allzu gut in Erinnerung genauso wie die häßlichen innerparteilichen Auseinandersetzungen in der SPD. Neu ist die Einflußnahme von außen auf politische Parteien natürlich nicht. Sie fand und findet ständig statt. Aus der Geschichte der Arbeiterbewegung wissen wir, dass die Auseinandersetzungen innerhalb der Parteien nicht minder heftig waren und heute noch sind. Es bedarf natürlich keiner gesteuerten Einflußnahme durch politische Gegner auf die Parteien, obwohl es die sicher auch gibt. Die bei uns seit mehr als 30ig Jahren vorherrschende krankhaft antikommunistische Sicht reicht aus, um in allen gesellschaftlichen Bereichen genügend Menschen zu haben, die von sich aus alles bekämpfen, was auch nur entfernt liberal-sozialistisch-kommunistisch klingt. Selbst wenn es aus den Düsseldorfer Leitsätzen der CDU von 1949 http://www.kas.de/wf/de/33.814/ oder dem Freiburger Programm der FDP von 1971 http://www.freiheit.org/files/288/1971_Freiburger_Thesen.pdf stammt. Die geradezu hysterischen Ausfälligkeiten eines Herrn Westerwelle geben davon ein beredetes Bild.

    Ginge man von einer Verschwörungstheorie aus, dürfte man zurecht auf unsere Gesetze als auch auf Institutionen verweisen, die sich mit der Abwehr und der Strafverfolgung von Verschwörungen befassen: Z. B. Grundgesetz, Strafgesetzbuch, Kartellrecht auf der einen Seite, Verfassungsschutz, Staatsanwaltschaften, Kartellbehörden und die entsprechenden Gerichte auf der anderen Seite. Verschwörungen sind ein wirklicher und tatsächlicher Bestandteil unserer Gesellschaft. Gibt es bei den Parteien und im politischen Kampf davon Ausnahmen, und wenn ja, warum? Und nein, ich fühle mich ebenso wenig wie Albrecht Müller von politischen Gegnern eingekreist, aber von vielen Menschen umgeben, denen politisches Denken fremd ist. Schon allein deshalb, weil wir einerseits seit der geistig-moralischen Wende der Herren Kohl und Lambsdorff eine entpolitisierte Gesellschaft und andererseits eine hochorganisierte, sehr gut ausgestattete und sehr gut ausgebildete politische Gegnerschaft haben. Außerdem gilt heute mehr als noch vor einigen Jahren: Wes Brot ich eß, des Lied ich sing. Da braucht es noch nicht einmal der Medienkonzentration, um ein gewolltes Bild in der Öffentlichkeit zu erzeugen. Die Zurichtung der Menschen wurde ja nicht zuletzt durch die Rot-Grünen Unrechtsgesetze noch weiter befördert. Im Betrieb hat man keine politische Auffassung zu haben. Das Tendenzrecht in Medienbetrieben tut ein Übriges. Über die Veränderung der Sprachgewohnheiten und den ihnen zugrunde liegenden Menschen- und Weltbildern haben wir ja seit Victor Klemperers LTI einiges gelernt, und von den Manipulateuren ist dem noch einiges hinzugefügt worden. In der Online-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung unter der Rubrik Karriere gibt es heute einen Artikel zur Kleiderordnung im Betrieb, schon das Wort Kleiderordnung ist bezeichnend, dem wird aber die Krone mit der Überschrift aufgesetzt: Was Chefs ihren Mitarbeitern befehlen dürfen.

    Aus meiner früheren Gewerkschaftstätigkeit ist mit noch gut in Erinnerung, dass denn knapp 9.000 hauptamtlichen Gewerkschaftsmitarbeitern (Gewerkschaftssekretäre, Rechtsanwälte, Büropersonal) etwa 50.000 hervorragend ausgebildete hauptamtliche Mitarbeiter der verschiedenen Arbeitgeberverbände gegenüberstanden. Das Verhältnis hat sich seitdem zu Ungunsten der Gewerkschaften verschoben. Darin sind dann die politischen Gegner mit ihren Parteiapparaten und der guten finanziellen Ausstattung noch nicht einbezogen. Sicher muss man politische Gegner als auch bürgerliche Kräfte nicht dämonisieren. Darum geht es Albrecht Müller auch nicht. Wir brauchen erstens überall Unterstützung aus allen gesellschaftlichen Kreisen und zweitens auch den Austausche mit tatsächlich liberalen Bürgerlichen, letztere sind nur äußerst rar geworden.

    Von dem Journalisten Wolf Schneider (Magie und Macht der Sprache) stammt das folgende Zitat: „Wer die Macht hat, liebt es, dem Befehl, der Drohung, dem Triumph den Hohn hinzuzufügen.“

    In diesem Zusammenhang sehe ich den Fraktionsbeschluss der Partei Die Linke als Unterwerfungsgeste zur aufgenötigten Antisemitismusdebatte. Weil sie der Partei Die Linke von den Leuten aufgenötigt wurde, die eine schwarz-braune Vergangenheit haben. Sie verhöhnen die Partei Die Linke, indem sie ihr die Vergangenheit des schwarz-braunen Sumpfes aufzwingen und dann noch nachsetzen, dass der Fraktionsbeschluss natürlich nicht ausreichend sei.

  29. @Halina Wawzyniak, 25. Juni 2011 um 19:22

    Sie schreiben:

    „Aber ich sehe nicht, dass jede/r journalist/in an die linke herangeht mit dem anspruch, ihr zu schaden.“

    Sie müssen schon jene winzige Anzahl von Journalisten mit der Lupe suchen, die nicht negativ (im Sinne eines Kampagnenjournalismus) über DIE LINKE berichtet.

    Wenn Sie allerdings darauf abheben, daß es eine ganze Menge von Journalisten gibt, die über die sog. „Reformer“ innerhalb Ihrer Partei „positiv“ berichten, dann gebe ich Ihnen uneingeschränkt recht. „Positiv“ heißt in diesem Falle jedoch: Die sog. „Reformer“ werden von diesen Medien gegen die sog. „Fundamentalisten“ bzw. – noch eine Stufe demagogischer – „Stalinisten“ instrumentalisiert. Schlimmer noch: Die sog. „Reformer“ lassen sich allem Anschein nach gegen die eigene Partei instrumentalisieren. Und wenn man den Medienberichten glauben darf, dann zählen auch Sie zu diesen sog. „Reformern“.

    Was ist das durchsichtige Interesse dieser instrumentalisierenden Medienkampagnen? Die Partei DIE LINKE soll gespalten und zahnlos gemacht werden. Ich fürchte, die sog. „Reformer“innerhalb der Partei DIE LINKE stehen politisch in etwa dort, wo die Parteirechten von SPD und Grünen angesiedelt sind. Daß die sog. „Reformer“ von der weit überwiegenden Mehrheit der Mainstreammedien nach Kräften unterstützt werden, verwundertvor diesem Hintergrund in keinster Weise!

  30. Es ist aus meiner Sicht inakzeptabel, wenn auf Kritiker der jahrzehntelangen völkerrechtswidrigen Besatzungspolitik Israels immer wieder mit der “Antisemitismus”-Keule draufgeschlagen wird. Besonders heftig und demagogisch fallen diese Keulenschläge aus, wenn unsere Mainstreammedien den “Antisemitismus”-Vorwurf gegen die Partei DIE LINKE in Stellung bringen. In welch trübem Gewässer die “Antisemitismus”-Propagandisten fischen, zeigt der Junge Welt-Beitrag “Ein Schritt zu viel”:
    http://www.jungewelt.de/2011/06-15/021.php

    “Um nichts anderes handelt es sich aber bei dem 16-Seiten-Papier von Samuel Salzborn und Sebastian Voigt unter dem Titel »Antisemiten als Koalitionspartner? Die Linkspartei zwischen antizionistischem Antisemitismus und dem Streben nach Regierungsfähigkeit«. Das Pamphlet wurde inzwischen von der Frankfurter Rundschau ins Internet gestellt.
    Sebastian Voigt, der sich NATO-Bodentruppen nach Libyen wünscht (Jungle World, 28.4.2011), ist Gründungsmitglied des Bundesarbeitskreises (BAK) Shalom innerhalb der Linken-Jugendorganisation »Solid«. Diese äußerst agile und aggressive Kampftruppe beschäftigt sich, wenn sie nicht gerade »Antisemiten« in den eigenen Reihen jagt, hauptsächlich mit dem Schwenken israelischer und US-amerikanischer Fahnen und dem Bejubeln der militärischen Heldentaten ihrer Idole. Ob Gaza-Feldzug (Januar 2009) oder gezielte Todesschüsse auf unbewaffnete Demonstranten an einer von keinem Staat der Welt anerkannten »Grenze« auf dem Golan: Für den BAK Shalom ist alles, was die israelischen Streitkräfte tun, legitime Selbstverteidigung. Susanne Witt-Stahl hat dieses abstoßende Phänomen punktgenau auf den Begriff gebracht, als sie von »einer schaurigen Freude am Tanz auf den Gräbern der ausgemachten Feinde« sprach. (Semit, Januar 2011)
    Samuel Salzborn publiziert unter anderem in der Jungle World, die den »Antideutschen« nahesteht, und auf Henryk Broders Blog »Achse des Guten«. Inzwischen ist er durch seine ständigen Attacken gegen die Linke auch für die Mainstreammedien interessant geworden.”

    Die in dem Junge-Welt-Beitrag genannten nicht katzengrauen Herrschaften und deren Pamphlet werden von den Mainstreammedien, den übrigen Parteien und dem rechten Flügel der Partei DIE LINKE als “Kronzeugen” für den “Antisemtismus”-Vorwurf an die Adresse der Partei DIE LINKE herangezogen!

    Ich zitiere nochmals zur Verdeutlichung aus dem JW-Beitrag:

    “Für den BAK Shalom ist alles, was die israelischen Streitkräfte tun, legitime Selbstverteidigung. Susanne Witt-Stahl hat dieses abstoßende Phänomen punktgenau auf den Begriff gebracht, als sie von »einer schaurigen Freude am Tanz auf den Gräbern der ausgemachten Feinde« sprach. (Semit, Januar 2011).”

    Man stelle sich für einen kurzen Augenblick vor, Kritiker der israelischen Regierungspolitik würden unter Bezugnahme auf von Palästinensern getötete Israelis von »einer schaurigen Freude am Tanz auf den Gräbern der ausgemachten Feinde« sprechen. Diese Israelkritiker würden von unseren Medien geteert, gefedert und abschließend gevierteilt werden. Die unsägliche Aussage von Susanne Witt-Stahl in Bezug auf von Israelis getötete Palästinenser wird jedoch von unseren Mainstreammedien nicht nur nicht kritisiert. Das von Bundesarbeitskreises (BAK) Shalom zusammenfabulierte Pamphlet wird darüber hinaus von unseren “unabhängigen” und “überparteilichen” Medien sogar noch für deren Politkampf gegen die Partei DIE LINKE instrumentalisiert. Das ist nicht nur Doppelmoral in Vollendung, sondern darüber hinaus auch noch Politpropaganda von der billigsten Sorte!

    Zu dem Pamphlet heißt es in dem oben verlinkten Beitrag aus der Jungen Welt:

    “Tatsächlich ging es nur um ein einziges Papier, das hochtrabend als »wissenschaftliche Studie« bezeichnet und schlagartig in sämtlichen Mainstreammedien zum Heißluftballon aufgeblasen worden war. (…) Nach demselben wahnhaften Weltbild ist auch die hochgejubelte »Studie« gestrickt, von der in einigen prozionistischen Blogs sogar wahrheitswidrig behauptet wird, sie sei »universitär«. In Wirklichkeit erreicht sie kaum das durchschnittliche intellektuelle Niveau einer Propagandabroschüre des israelischen Außenministeriums.”

  31. Meine Güte, Frau Wawzyniak,

    wenn Sie lesen könnten, wäre das klar von Vorteil für Sie. Es ist ja erbärmlich, wie offensichtlich absichtlich – oder ist es einfach nur Ignoranz gewesen -, Sie den Text von A. Müller falsch ausgelegt haben!

  32. Vielen Dank für diesen Artikel. Ich halte einiges von dem, was ein gewisser A.Müller schreibt, für absolut korrekt und treffsicher, doch ich stimme ihrem Beitrag @momo absolut zu. Als ich sein Buch ‚Meinungsmache‘ las, war es interessant zu sehen, wie er die Methoden, vor denen er soeben noch gewarnt hatte, selbst benutzt, wenn er damit auch viele Punkte anspricht, die meiner Meinung nach wahr sind.

    Ich finde es schockiernd, wie hier von sogenannten ‚kritischen Menschen‘ auf eine Person eingedroschen wird, nur weil sie mit ihrer Meinung heraussticht. Dies sollte einigen der Kommentatoren zu denken geben. Kritisch ist meiner Meinung nach, wer sich eigenständig mit allen ihm/ihr bekannten Argumenten befasst und zum Schluss daraus ein möglichst unabhängiges Urteil zieht, was sich durchaus von der Psition unterscheiden kann, die andere als kritisch sehen würden.

  33. @momo: du hast jetzt sehr lange zur sog. antisemitismusdebatte geschrieben, es dürfte mittlerweile klar sein, dass ich da eine andere position habe als du. aber um diese debatte ging es im blogbeitrag nicht.

  34. Frau Wawzyniak
    Ihre stereotypen Antworten beginnen zu langweilen.
    Viele Kommentatoren haben nun in vielen Kommentaren geschrieben um was es ihnen gegangen ist und noch geht.
    Herausragend in diesem Zusammenhang der Beitrag von Momo am 25 .06. 2011 gegen 19.22 Uhr.
    Natürlich gehen Siie nicht auf die -nach meiner Meinung völlig korrekte – Behauptung dieses Kommentators ein ,dass viele sog. Reformer in der Linken sich von etlichen Journalisten der Mainstream -Presse für ihre Belange gegen die Partei -bewußt oder unbewußt – einspannen lassen.
    Und dies in Form der von Albrecht Müller sehr häufig völlig korrekt beschriebenen „Kampagnen-Methode!“.
    Auf diesen „Vorwurf“ gehen Sie bezeichnender Weise nicht näher ein und schwadronieren in nun sattsam bekannter Weise über die „Anti-Semitismus -Debatte“ des Kommentaors und sagen lapidar ;Sie wären anderer Meinung.
    Bitte halten SIe die sich hier kritisch äußernden Mitkommentatoren nicht für geistig beschränkt.
    Es geht genau um die Instrumentalisierung bestimmter Kreise und Persönlichkeiten innerhalb der Linken -mit Hilfe der Mainstream -Presse – gegen andere Positionen in der Linken.
    Um richtig verstanden zu werden ;auch ich bin gegen sog. Einheitspositionen in einer Partei.
    Und eine lebendige Partei setzt eine „lebendige Diskussion „voraus.
    Aber eben innerhalb der Partei mit den jeweiligen innerparteilichen Positionen.
    Eine Instrumentalisierung mit Hilfe der bürgerlichen Presse führt all zu schnell zu einer „Fremdbestimmung“ auch der Linken ;sowohl was die Personalpolitik wie auch die inhaltliche Positionierung der Linken angeht.
    Und genau diese Problematik hat Herr Albrecht Müller „sehr wohlwollend“ angesprochen.
    Bisher waren Sie nach annähernd 200 Kommentaren ,die versucht haben auf verschiedene Weise dieses Problem zu thematisieren noch nicht in der Lage „inhaltlich“ folgerichtig zu antworten.
    Ich kann nur inständig hoffen ,dass diese strategische Schwäche in Ihrer offensichtlichen Denkweise ein auf Sie persönlich beschränktes “ Phänomen “ ist.
    Denn wenn innerhalb des engeren Führungszirkels der Linken – die von Herrn Müller glasklar und richtig beschriebene „Vorgehensweise der Mainstream -Presse“ mit Hilfe bestimmter „Persönlichkeiten“ in der Linken – nicht allmählich erkannt wird ;dann ist die Fremdbestimmung“ der Partei im Sinne des „Systems “ nicht aufzuhalten .
    Politisch denkenden Menschen -jenseits der persönlichen Karriere-Träume – sollte zumindest die politische Agonie der sog. „SPD“ als warnendes „Bild“ immer vor Augen schweben.

  35. Frau W. Ihre Reaktionen in dieser Debatte sind einfach peinlich für ein Parteivorstandsmitglied. R. Kammer

  36. @Halina Wawzyniak, 26. Juni 2011, 06:43

    Diese Antwort empfinde ich als äußerst dünn und substanzlos. Wie stehen Sie denn konkret zu dieser von der Parteirechten Ihrer Partei und den Mainstreammedien instrumentalisierten „Antisemitismus“-Debatte?

    Und was mich schon sehr verwundert: Zu meinem Kommentar vom 26. Juni 2011 um 00:48 Uhr äußern Sie sich mit keiner einzigen Silbe!

    Im Blog Spiegelfechter findet sich folgender Eintrag eines Foristen:

    „Es gibt ja nicht so viele Politiker, die auf Müllers Einlassungen überhaupt reagieren. Daß Halina nicht die Hellste ist und eher zum sektirerischen rechten Rand der Linken gehört, sollte desweiteren auch nicht unbekannt sein.
    Deshalb würde ich mir wünschen, dass ihren Einlassungen weniger Bedeutung beigemessen wird, als zur Zeit. Halina ist eine, die auch in der Ost CDU bestens aufgehoben wäre. Aber wir ertragen sie……. noch.“

    Trifft diese Einschätzung zu? Dann sollten Sie und die Ihnen Gleichgesinnten in der Partei DIE LINKE zumindest so ehrlich und konsequent sein und diese Partei verlassen. Zynische Doppelspiele auf Rechnung anderer sind ehrlos und verlogen, finden Sie nicht auch?

  37. Nicht ein Maulkorb für Linke-Abgeordnete wäre sinnvoll gewesen, sondern ein offener Brief an den Zentralrat der Juden.
    Inhalt: Wir kämpfen mit Euch Schulter an Schulter, wenn es in Deutschland zu Diskriminierungen und Anfeindungen gegen Juden kommt, aber
    wir werden weiterhin den Staat Israel wie jeden anderen Staat der Welt kritisieren, wenn er unserer Meinung nach Unrecht begeht.

    Zur Realo-Kritik Müllers: Bei den Grünen haben die Realos gesiegt und seitdem springen sie fast über jedes Stöckchen der die Medien beherrschenden Eliten. Als Belohnung sammeln sie heute die Stimmen der orientierungslosen Wähler ein, wie 2009 die FDP. So schnell diese Stimmen kommen, sind sie auch wieder weg.

    Dauerhaft, heute sagt man nachhaltig, kann man einen festen Wählerstamm nur aufbauen, wenn man wie die CDU/CSU in den 50er Jahren und die SPD in den 60er Jahren Grundsätze aufstellt und unbeirrt daran festhält. Der Wähler, auch der unpolitische, hat ein Gespür für Wahrhaftigkeit.

  38. Hallo Halina,

    wenn ich den Artikel von Herrn Müller richtig verstanden habe, verstehe ich Deine Kritik nicht. Albrecht Müller schreibt mit zugegeben recht viel kaum lesbaren drumherum das wir Linke durch die neoliberale Presse unter Druck gesetzt werden und viele Israel-kritische Meinungen und Aktionen (Free Gaza) welche keinesfalls antisemitisch sind als letztere gedeutet werden. Zwar sind einzelne wirklich fragwürdige Äußerungen von einzelnen sind natürlich sofort zu widersprechen zu kritisieren, aber im großen und ganzen ist unsere Israel Politik vollkommen in Ordnung und bedarf kaum einer Korrektur.
    Ich habe manchmal das Gefühl, das wir uns zu sehr durch die neoliberalen Massenmedien, insbesondere dem Spiegel, wie eine Hühnerschar aufscheuchen lassen. Gerade durch diese Tatsache ist unser Detektor was das Thema Antisemitismus angeht mehr als überempfindlich.

    Gruß aus Hameln
    Niki

  39. Ich bin’s nochmal.

    Du schreibst gestern:
    „ich teile weder deine noch herrn müllers interpretation dessen, was angeblich hinter dem beschluss stehen soll“

    Aus der Antwort entnehme ich, dass du AM’s Kritik eventuell falsch interpretierst. In deiner zitierten Antwort hört es sich so an, als habe Müller gesagt, dass dieses „über-ein-Stöckchen-springen“-Ding eine vollkommen willentlich herbeigeführte Sache sei, die ganz klar aus den eigenen Reihen der LINKEN komme. Aber so kann man den Text auf den NDS doch nicht interpretieren. Dann ist es völlig klar, dass du dich angegriffen fühlst.

    Ich glaube Albrecht Müller gut genug einschätzen zu können, als dass er sagen will, dass ein langer und stetiger medialer und interparteilicher Zermürbungsprozess gegen die LINKE stattfindet, in dessen Verlauf die Parteiführung aufpassen sollte, dass sie bei Entscheidungen ihr eigener Herr bleibt.
    Um diesen Unterschied an sich heranzulassen, müsste man sich natürlich selbst ehrlich fragen, ob der mediale Dauerbeschuss überhaupt unterschwellig Auswirkungen auf das eigene Denken und Handeln hat.
    Für diese Interpretationsweise wäre es sogar egal, ob sich „Trojaner“ in der Partei befinden oder nicht. So gesehen ginge ein etwaiger Prozess mit „Trojanern“ lediglich schneller, als ohne „Trojaner“. Welcher Prozess? Der Prozess dahin, sich für alles und jedes so rechtfertigen zu müssen, dass am Ende fast schon „Politik der Mitte“ herauskommt. Um es nochmal klar zu sagen: ich bin kein radikaler Linker. Aber man sollte sich – so man sie denn hat – seiner politischen Linie nicht schämen. Und wenn etwas in einem Parteiprogramm klar geregelt ist, muss man keine zusätzlichen Beschlüsse fassen, nur um die Kritiker für ein Momentchen ruhigzustellen. Die geben sowieso nicht auf, ehe die LINKE zerschlagen ist. Darin stimme ich mit Müller zu 100 Prozent überein.

  40. ach, vielen Dank für die Geschichtskunde…. *allerdings war da nix Neues dabei* und ich kann über dieses schlechte Geschreibsel nur den Kopf schütteln. Sechs, setzen!

  41. Meine Familie (meine Frau und meine fünf erwachsene Kinder) diskutieren seit einigen Monaten darüber, ob wir nicht geschlossen der LINKE beitreten sollten. Der Abschied von Lafontaine und sein bundespolitisches Verstummen haben uns bis dato abgehalten.

    Wenn wir nun die Standpunkte von HALINA analysieren, vergeht uns die Lust. Genau so borniert, weltfremd und beratungsresistent waren früher die Marxisten und Leninisten und sind es heute die SPD unter Nahles und Gabriel.

    Wir warten doch, bis Lafontaine wieder da ist und HALINA dann als ehem. MdB Plakate kleben darf!

    Schade!

  42. Liebe Halina Wawzyniak,

    bitte nicht böse sein, aber ich habe selten so ein dämliches Geschreibsel gelesen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert