Raus aus dem Hosenanzug

… und rein in das Washingtoner Leben. Doch bevor es soweit war, gab es ein Frühstück bei der Weltbank. Naja, Frühstück wäre zuviel gesagt, es gab Kaffee und Kuchen. Ansonsten bekamen wir einen Überblick über das was die Weltbank (angeblich) tut, nämlich Hunger bekämpfen. Interessanter als der Vortrag, was die Weltbank tut und wie sie entstanden ist, war dann schon die Debatte, wie genau sie funktioniert und was die Projekte sind. Zumindest ein Teil unserer Delegation war auch entsprechend gekleidet, nämlich mit einem 100$-Schlips. Höhepunkt des Tages war allerdings, dass ich meine “diplomatischen” Fähigkeiten einsetzen musste, um zu verhindern, dass unser “Aufpasser” eine Debatte führten mit der Kollegin von der Weltbank, während wir mit den Deutschen Gastgebern mangels Zeit kein Wort sprechen konnten. Sehr “diplomatisch” machte ich darauf aufmerksam, dass wir doch jetzt lieber mit den Deutschen Mitarbeitern sprechen wollten. Anyway.

Danach ging es ins Hotel und da der gute Harald bereits ausgecheckt hatte, wurde seine Frage “Can anywhere spare a Scheißhaus” von den verbliebenen zwei Junges mit “Ja” beantwortet. Welches Scheißhaus dann konkret geteilt wurde entzieht sich allerdings meiner Kenntnis :-) .

Das kühle Wetter nutzend ging es dann -endlich in Jeans- durch Washington. Zuerst einmal Shopping, wobei ich nichts gekauft habe. Aber es war schon ein lustiges Vergnüngen, die abgefahrenen Taschen und Hüte der Amis mal zu testen. Danach zum ”Old Post Office”, von dem man einen wunderschönen Blick auf die Stadt hat und sieht, wie winzig sie eigentlich ist.

Danach ging es in das Spy-Museum. Die 16$-Eintritt ist es wirklich wert, wenn man berücksichtigt, dass es halt Amerikanisch ist. So richtig ernst nehmen kann man das ganze allerdings nicht, zumindest wenn man das ganze seriös betrachten will. Am Anfang soll man sich noch eine falsche Identiät zulegen (ich war eine 21jährige Italienerin) und wird auf Reise geschickt. Nur endete dieses Spiel im Nichts. Während von Abu Graib und Quantanamo überhaupt nichts zu erkennen war, wird man unter dem Punkt “Roter Terror” und KGB mit den “Partisanen vom Amur” bespielt. Das das eine mit dem anderen nichts zu tun hat, das ist wohl eher nebensächlich für die Erfinder dieses Museums. Da zählte offenbar nur, dass es einfach gut russich klingt. :-( . Für Trickfilmfans gibt es Donald Duck, dem erklärt wird, dass er für die Sicherheit viel Steuern bezahlen muss und was dafür alles eingekauft wird. :-( . Man muss jedenfalls viel Zeit mitbringen und vor allem eine Jacke, egal wie warm es draußen ist. Für mich war interessant, dass ich fast alles verstehen konnte, egal ob gesprochen oder gelesen, obwohl alles auf Englisch war :-) . Eine Freude am Ende war dann der Geschenke-Laden. Ich habe nichts gekauft, aber ich hätte mich dumm und dämlich kaufen können. Von essbarem Papier bis zu Klappmessern, bei denen am Ende keine Schneide, sondern ein Kamm herauskommt.

Von diesem Erlebnis noch nicht ganz erholt ging es zum Essen mit den Amerikanischen Kollegen, mit einem kurzen Halt in einem Buchladen. Die haben da vielleicht einen Schnickschnack… . Ich hätte ein Georg W. Bush-Voodoset genaus kaufen können, wie ein Monopoli-Spiel zu Biersorten und Grillen. Sorry, M. und M., das wir mir als Geschenk denn doch zu teuer, als das ich es gekauft habe. Aber die Vorstellung wie ihr das spielt, finde ich immer noch lustig.

Morgen hole ich dann meine Karte für den Amtrak, damit es am Sonntag morgen nach New York gehen kann. Dann beginnt der Teil der Reise, den man auch unter die Überschrift stellen könnte: “Halina alleine in New York”.

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