In der Erinnerung ist es gestern gewesen. Tatsächlich aber ist alles schon fast 20 Jahre her. Doch manche Parallele ist verblüffend. Und beängstigend.

Die Infostände im Bundestagswahlkampf 2002 waren mit die schlimmsten Infostände, die ich erlebt habe. Mal abgesehen von denen Anfang der 90er Jahre, wo das bepöbeln, bespucken und bedrohen zur Normalität zählte. Der Wahlkampf 2002 lief fast immer so ab:

Wähler:in I: Also wenn es ganz knapp wird, sie verhindern doch bestimmt das der Stoiber Kanzler wird und wählen im Zweifelsfall den Schröder zum Kanzler, oder?

Ich: Aber selbstverständlich, eh der Stoiber Kanzler wird, wählen wir den Schröder mit zum Kanzler.

Wähler:in II: Also diesen Schröder, den wählen sie doch auf gar keinen Fall zum Kanzler mit, oder?

Ich: Naja, aber die Alternative wäre doch ein Kanzler Stoiber.

Wähler:in II: Das mag ja sein, aber diesen Schröder kann man auf keinen Fall zum Kanzler machen.

Ich:…

Nach gefühlten 30 Jahren und tatsächlich ein wenig mehr als 9 Jahren werde ich heute in der Sitzung der Antragskommission den (Mit)Vorsitz abgeben. Angekündigt hatte ich es ja schon beim Europaparteitag in Trinken – wie ich diese Stadt in NRW nur noch nenne.

Angefangen hat alles beim PDS-Parteitag in Cottbus 2000. Ich erinnere mich noch, wie ich in einem Nebenraum mit diversen Antragstellern über einen Kompromiss zum Antrag „Die PDS und der Antifaschismus“ verhandelte und am Ende auch erfolgreich war.

Der schwierigste Parteitag war wohl der Programmparteitag in Chemnitz – 2003

auch auf Grund der unzähligen Änderungsanträge, kurz danach der Parteitag in Dortmund 2007

auf dem jeweils Linkspartei.PDS und WASG die Programmatischen Eckpunkte beschlossen. Die Entwicklung des „Über-Kreuz-Verfahrens“ war wohl einer der schwierigsten Schritte bei der Fusion.

Wenn ich lange genug suche, finde ich bestimmt noch das eine oder…

Alles was ich über den Parteitag der Rifondazione Comunista lese und was ich in Gesprächen mit Personen höre, die vor Ort waren, errinert mich irgendwie an Gera. 🙁

Eine verlorene Wahl, heftige innerparteiliche Auseinandersetzungen um Pappkameraden und wer am heftigsten auf die bisherige Politik schimpft (im Regelfall hat man sie aber mitgetragen) hat die besten Chancen gewählt zu werden :-(.

Schade, eigentlich, denn aus meiner Sicht wird mit Hammer und Sichel nicht wirklich Politik zu machen sein, die Massen gegen Berlusconi mobilisiert. Und Sprüche wie: „Die Partei muß ihre Vertreter in die Fabriken schicken.“ oder mit »Karrierestreben in den Institutionen« müsse Schluß sein.“ oder »Wir müssen wieder den Kontakt zur Arbeiterklasse aufnehmen, der in den letzten Jahren verlorengegangen ist.« lässt sich eine wenig Revolutionsromantik betreiben, aber an den gesellschaftlichen Verhältnissen geht es vorbei. Denn die Soziale Frage ist heute mehr, als Eintreten für die Rechte des männlichen Fabrikarbeiters.

Foto:…

ist ein besonderer Tag – ein historischer Tag.

Die Entführung der Lufthansa-Maschine Landshut war der Auftakt zum Ende der ersten RAF-Generation, welche am 18. Oktober -formulieren wir es mal neutral- verstarb.

Der Parteitag in Gera. Für die einen der Höhepunkt des Parteilebens für die anderen schon fast soetwas wie ein Trauma.

Und dann gab es da noch die Entdeckung der schönsten Insel der Welt.

Nicht zu vergessen selbstverständlich, die demnächst beginnende Parteivorstandssitzung vom heutigen Tag .

… Shandy ausgetrunken . Und alles nur wegen Gera . Aber der nächste Geburtstag kommt bestimmt und hier kann man es bestellen .

… und das alles auf der Seite eines Sozialdemokraten gefunden

Ja, ja die berühmte Ausszeit oder auch das Trauma (danke Tanja!) von Gera. Lustig, wenn man sieht, was aus so manchem geworden ist… Och und Geschichten über diesen Parteitag könnte ich erzählen…